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Geschafft! Am Ziel vor der Moosburger Schäfflerhalle angekommen, braucht es natürlich noch ein Siegerfoto. Schließlich ging es für FT-Reporterin Claudia Bauer und ihren Radl-Partner Tobias Kubo gerade 71 Kilometer "Quer durch die Hallertau".

FT-Reporterin testet 71-Kilometer-Rundfahrt des RSV

"Quer durch die Hallertau" per Rad: Wir machen den Selbstversuch

Moosburg - Mit dem Rad „Quer durch die Holledau“, dazu lud der RSV Moosburg heuer wieder ein. Die kleinste Runde: 71 Kilometer – für mich als Freizeitradlerin eine Herausforderung. Schaffe ich das? Ein Selbstversuch.

Moosburg – Es ist halb neun, als ich mit meinem Radlpartner Tobi an der Schäfflerhalle ankomme. Wir sind offenbar die Nachzügler. Nur wenige Radler in sportlichem Dress bereiten sich auf die Abfahrt vor. „Die meisten sind schon weg“, informiert mich Steffi Kraus, als ich bei ihr meine Kontrollkarte für die Fahrt abhole. Sie ist eine von rund 50 Helfern. Immerhin: 720 Teilnehmer galt es heuer auf die Strecke zu bringen und zu versorgen.

Ohne Rennräder, dafür voller Motivation gehen FT-Reporterin Claudia Bauer und Tobias Kubo an den Start.

Die Sportskanonen, die passionierten Tourenfahrer, scheinen allesamt Frühaufsteher zu sein. „Die erste war schon um 6.15 Uhr da“, sagt Steffi Kraus. Punkt 7 Uhr seien viele dann aufgebrochen. Macht Sinn, wenn man die mittlere oder lange Strecke fährt, 114 beziehungsweise satte 152 Kilometer.

Für gepolsterte Unterhosen entschieden - goldrichtig

Ich blicke noch einmal auf die Uhr: 9 Uhr. Um 16 Uhr ist offiziell Schluss. „Das schafft ihr!“, ermuntert uns RSV- Vorsitzender Alfred Wagner. Unsere Zweifel, ob wir 71 Kilometer durchstehen, scheinen offensichtlich zu sein. Tagelang schon habe ich Tipps von meinen Freunden bekommen: vom Melkfett gegen die Reibung bis hin zum E-Bike, das ich mir leihen soll. Tobi und ich haben uns für gepolsterte Unterhosen entschieden – goldrichtig.

Verteilt die Startnummern: ein gutgelaunter RSV-Vorsitzender Alfred Wagner.

Wagner hat nun auch noch Tipps für uns: Wichtig sei das Tempo. „Nicht zu schnell“, warnt er uns. Und schiebt dann hinterher: „Mei, am besten mit einem lockeren 20er Schnitt. Bloß nicht zu schnell anfangen.“ Tobi und ich werfen uns einen kurzen Blick zu – einen 20er Schnitt? Locker? Aha. Egal. Sieben Stunden, das ist machbar. Wir steigen auf unsere Moutainbikes. Damit sind wir übrigens Außenseiter zwischen all den hochklassigen Rennrädern. Und auch einen Rucksack hat keiner auf dem Rücken. Stattdessen einen hautengen Anzug und eine Trinkflasche. Und wo bitte, soll dann die Brotzeit hin? Die gibt’s an den Kontrollpunkten: Obst, Müsliriegel, belegte Brote. Alles im Startpreis von zehn Euro inbegriffen. Trotzdem. Wir radeln mit Rucksack. „Auf geht’s“, sagt Tobi. Alfred Wagner winkt uns nach. Später verrät er mir: „Nicht gerade das neueste und leichteste Material, hab ich mir gedacht, als ich eure Räder gesehen hab.“

Die Strecke lässt sich locker an - dann kommt der erste Berg

Die Strecke lässt sich locker an. Über die Isar Richtung Landshut, durch Wang und Mauern geht es in die Hallertau. Und dann kommt er, der erste Berg. Ich will gerade Luft holen zum Jammern, Schalte Gang für Gang nach unten, da zischt es hinter mir und ein Rennrad zieht vorbei. „Na, super“, grummel ich vor mich hin, während ich im kleinsten Gang im Schneckentempo den Berg raufradel. Doch das sollte noch öfter passieren. Mit jedem Mal ist es ein bisschen weniger demotivierend.

Am Kontrollpunkt in Au bespricht Tobias Kubo mit Stefan Schandri und Franz Beer (v. l.) die restliche Strecke.

Um kurz nach elf erreichen wir Au. Halbzeit. Und wir können beide noch lachen. Am Feuerwehrhaus warten schon Brotzeit und Getränke auf uns. Und viel Motivation. Die passionierten Rennradfahrer klopfen uns auf die Schulter. „Ihr seid wahre Helden, wenn ihr das mit diesen Rädern runtertretet“, sagt einer. Das tut gut. Und auch von Franz Beer, 2. Vorsitzender des RSV, und seinem Vereinskollegen Stefan Schandri bekommen wir moralische Unterstützung. Wir holen uns den Kontrollstempel und strampeln hochmotiviert von dannen. Ab Attenkirchen gehts vor allem bergab, hat man uns versprochen. Dass es vorher aber noch einmal ordentlich bergauf geht, müssen wir überhört haben.

Oberschenkelbrennen, Schwitzen, Nörgeln

Und von wegen Hügel: Berge sind das, langgezogene Berge – gemein. Meine Oberschenkel brennen, ich schwitze und nörgle. Ich hänge mich in Tobis Windschatten. Zweimal gebe ich auf und schiebe. 

Die langgezogenen Bergetappen haben es in sich – es wird geschwitzt, genörgelt, und die Oberschenkel brennen.

Zum Glück überholt mich in diesem Moment keine Rennradgruppe. Die sind entweder schon im Ziel oder auf den längeren Strecken unterwegs. Erst gegen Ende, ab Attenkirchen, treffen die Routen wieder aufeinander.

Und während wir eine letzte kurze Trinkpause einlegen – so langsam wird’s ziemlich heiß – fliegen an uns die Rennräder vorbei. Die größte Gruppe hat 57 Teilnehmer. Sauber formiert, pfeilschnell, die Hand zum Gruß gehoben. Und weg sind sie.

Ständig ziehen Profi-Radler an den FT-Amateuren vorbei: Sauber formiert, pfeilschnell und mit lockerem Gruß.

Im Ziel sehen wir sie alle wieder. Und auch sie sind jetzt müde, hungrig und verschwitzt. Gemütlich sitzen sie bei einem Weißbier oder Kaffee und Kuchen. Das haben wir uns jetzt auch verdient: ein eiskaltes Radler und ein Stück Zupfkuchen. Und was soll ich sagen: Beides hat noch nie so gut geschmeckt wie heute.

Claudia Bauer

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