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Individuelles Lernen - dafür stehen Montessori-Schulen. Eine solche Bildungsstätte wollen jetzt engagierte Eltern im Raum Moosburg gründen. 

Eltern bereiten Gründung vor

Region Moosburg: Eltern wollen Montessori-Schule gründen

Wang - Geht es nach dem Willen von einem knappen Dutzend Eltern, soll schon 2017 im Einzugsgebiet von Wang und Moosburg eine neue Montessori-Schule öffnen. Die Resonanz auf die Pläne ist groß.

Er bezeichnet sich selbst als „Bildungsaktivist“: Thomas Becker aus Wang ist Gründer und Vorstand des Vereins „Aktion gute Schule“, die sich für eine Verbesserung des Bildungssystems einsetzt. An Regelschulen ärgert ihn das „Bulimie-Lernen“ – also Wissen kurzfristig in sich hineinzustopfen, dann in der Prüfung auszuspucken, um es anschließend wieder zu vergessen. Und er beklagt eine „Ellbogengesellschaft“, der es oft an Sozialkompetenz mangele. Kurz gesagt: Thomas Becker ist Überzeugungstäter. Seine eigenen Kinder schickte er deshalb auf Montessori-Schulen (siehe unten) – und dieses Bildungskonzept möchte der 55-Jährige nun auch im Raum Moosburg ansiedeln.

Denn bis zur nächsten Montessori-Schule muss man von der Dreirosenstadt und dem nördlichen Landkreis aus bislang nach Freising, Erding oder Geisenhausen bei Landshut pendeln. „Ich stelle einen enormen Mangel an vernünftiger Schulbildung in unserer Region fest“, sagt Becker. Mit seinem ehrgeizigen Gründungsplan ist er derweil nicht allein: „Wir sind rund zehn Leute“, zählt Becker auf. Unter anderem stehe ihm eine erfahrene Montessori-Pädagogin zur Seite, die bereits selbst eine solche Schule im mittelfränkischen Gunzenhausen gegründet habe. Neben einer weiteren Lehrerin und einer Schulbegleiterin bestehe die Gruppe aus engagierten Eltern.

Im September 2017 soll es losgehen

Von der Idee zur Realisierung soll es dem 55-Jährigen zufolge kein allzu langer Weg mehr sein: „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den Schulbetrieb im September 2017 aufzunehmen.“ Schon im März will man deshalb den entsprechenden Antrag beim Kultusministerium stellen. Als nächstes arbeitet die Initiative auf eine Vereinsgründung und den notwendigen Notartermin hin. 

Möchte eine Montessori-Schule in der Region Moosburg gründen: Thomas Becker (55) aus Wang.

Die nötige Motivation zu all den bevorstehenden Hürden bezieht die Gruppe nicht nur aus innerer Überzeugung, wie Thomas Becker im Gespräch mit dem FT erzählt: „Seitdem die Öffentlichkeit von unseren Plänen Wind bekommen hat und die Mundpropaganda läuft, erfahren wir eine große Resonanz.“ Das gehe so weit, dass man der Überzeugung sei, schon jetzt aus dem Stand die notwendigen 14 Schüler für die ersten beiden Züge zusammenzubekommen. „Es gibt noch keine Verträge oder ähnliches, aber das Interesse ist groß.“ In den vergangenen Tagen stand Beckers Telefon deshalb nur selten still. Und all das, wo doch der eigentliche Informationsabend erst für den 27. Juni (19.30 Uhr im Gasthaus Schnaitl in Wang) angesetzt ist.

Prominente Fürsprecher

In welchem Ort die neue Schule realisiert wird, steht momentan noch nicht fest. „Wir haben einige Standorte und Räumlichkeiten im Kopf, es ist aber noch nichts spruchreif“, sagt Becker. Geplant ist zunächst, mit einem zweizügigen Einschulungsjahrgang zu beginnen. Sollten es die Umstände erlauben, könne man auch gleich mit einer Mittelschule beginnen. „Eine vernünftige Prognose wäre derzeit noch Kaffeesatzlesen“, sagt Becker. Er und seine Mitstreiter wollen jetzt erst einmal an Kindergärten für ihr Vorhaben werben.

Dem Zuspruch zweier prominenter Unterstützer können sie sich derweil sicher sein: Wangs Bürgermeister Hans Eichinger erklärte im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt, dass er „die Hand über das Projekt halten werde“. Ähnliches berichtet Becker von der Moosburger Pfarrerin Regine Weller: „Die ist hochgradig begeistert von unserem Plan und selbst nah dran am Bildungsgeschehen.“

Infos für Eltern:

Interessenten an den Schulplänen können sich bei Thomas Becker unter Tel. 0171/2391559 oder via schule@becker-familie.eu informieren. Auch eine Homepage gibt es: www.becker-familie.eu/schule.

Was ist besonders an Montessori-Schulen?

Die Montessori-Pädagogik ist ein reformpädagogisches Bildungsangebot, das sich wesentlich am Kind und seinen Bedürfnissen orientiert. Das erste Montessori-Kinderhaus wurde 1907 in Rom von Maria Montessori (1870-1952) gegründet. Montessori-Pädagogik wird heute in vielen Kinderhäusern und Schulen in fast allen Ländern der Welt angeboten. 

Die Prinzipien lauten: # Das Kind in seiner Persönlichkeit achten und es als ganzen, vollwertigen Menschen sehen. # Seinen Willen entwickeln helfen, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt. # Ihm helfen, selbständig zu denken und zu handeln. # Ihm Gelegenheit bieten, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen, denn laut Montessori „wollen Kinder nicht irgendetwas lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes (sensible Phasen)“. # Ihm helfen, Schwierigkeiten zu überwinden statt ihnen auszuweichen.

Das Kernstück der reformpädagogischen Bildung Montessoris ist die Freiarbeit. Die Kinder wählen selbst, womit sie sich beschäftigen. Das Montessori-Material, eine kindgerechte Darstellung der Angebote und die Beobachtungsgabe des Erziehers, sollen dem Kind dabei helfen, sich für ein Angebot zu entscheiden. Dann bestimmt das Kind weitgehend selbst den Arbeitsrhythmus, die Beschäftigungsdauer – und auch, ob es allein oder mit einem Partner arbeiten, spielen oder lernen möchte. Diese freie Entscheidung führt zu einer Disziplin, die von innen kommt und nicht vom Erzieher initiiert wird.

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