Nach Krisensitzung

Trotz fremdenfeindlicher Posts: Freie Wähler halten an Bindereder fest

Moosburg - Personelle Konsequenzen wird es bei den Freien Wählern Moosburg nicht geben. 2. Vorsitzende Petra Bindereder bleibt trotz ihrer fremdenfeindlichen Äußerungen auf Facebook (wir haben berichtet) im Amt.

Die Freien Wähler Moosburg sehen keine Veranlassung, personelle Konsequenzen aus den Berichten über fremdenfeindliche und rechtspopulistische Aktivitäten ihrer 2. Vorsitzenden Petra Bindereder in einer geschlossenen Facebook-Gruppe zu ziehen. Bei der Sitzung des FW-Ortsvorstandes am Montag habe es weder eine Rücktrittsforderung gegeben, noch habe Bindereder ihr Amt zur Verfügung gestellt, berichtete FW-Landtagsabgeordneter Benno Zierer, der bei der Sitzung dabei war. Zierer beschrieb dem FT gegenüber die Stimmung so: Bindereder ärgere sich über sich selbst und darüber, dass ihre Äußerungen aus der geschlossenen Facebook-Gruppe an die Öffentlichkeit gedrungen seien. Sie habe die Außenwirkung unterschätzt, habe geglaubt, sich wie an einem Stammtisch unterhalten zu können. Zierer: Bindereder und auch andere FW-Mitglieder seien „naiv“ gewesen, würden aber ab jetzt, so hofft Zierer, nicht mehr so „blauäugig“ im Netz agieren.

Dass Bindereder allerdings vor wenigen Tagen noch ihrem Unmut über die angebliche „Hetzjagd“ des FT in einem Leserbrief an die Moosburger Zeitung Ausdruck verliehen und ganz andere Töne angeschlagen hatte, habe sie am Montag damit begründet, sie hätte „ihrer Seele Luft verschaffen müssen“, berichtete Zierer. Und dass den früheren FW-Ortsvorsitzenden Hinrich Groeneveld die rechtslastige Einstellung einiger seiner Vorstandskollegen dazu veranlasst hatte, seinen Vorsitz niederzulegen (wir haben berichtet), interpretieren die Moosburger FW laut Zierer so: Groeneveld habe diese Aussagen als Frustabbau getätigt – aus Enttäuschung darüber, dass er seine politischen Ziele nicht erreicht habe.

Zierer glaubt, dass sich die FW in Moosburg und Bindereder ab jetzt „nicht mehr von Emotionen leiten lassen“ und bei so einer „Hetze“ keinen solchen „Aktionismus“ mehr an den Tag legen. Dass die Moosburger FW auch den FW im Landkreis geschadet hätten, glaubt er nicht: „Man darf die Moosburger und die Äußerungen einer Frau nicht in einen Topf mit allen FW’lern schmeißen.“ Das Ganze sei freilich „ärgerlich“.

Etwas anders sieht das Rupert Popp, FW-Bürgermeister von Allershausen: „Ich beobachte es mit Sorge, was hier passiert“, sagte er dem FT. Solche Dinge zu posten, ohne sich über die Außenwirkung bewusst zu sein, sei in Zeiten von AfD und Pegida gefährlich. Und als Vize-Vorsitzende einer politischen Gruppierung habe Bindereder eine Verantwortung, trage sie auch zur Meinungsbildung bei. „Ich persönlich würde so etwas in unserer Gruppierung nicht zulassen. Aber bei uns gibt es auch keinerlei Tendenzen in diese Richtung.“

Der Auer FW-Bürgermeister Karl Ecker distanzierte sich ebenfalls klar von der Haltung der Freien Wähler Moosburg. „Querdenker zu sein, ist in Ordnung. Aber für Leute, die in so eine Richtung laufen, gibt es keine Toleranz. Die haben bei den Freien Wählern keinen Platz.“ Wer sich auf diese Art und Weise äußere, ob bewusst oder nicht, müsse seinen Hut nehmen.

Bindereder war  nicht zu erreichen und reagierte bisher auch nicht auf eine Anfrage des FT.

Rubriklistenbild: © Hermann

Andreas Beschorner

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