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Um sich während der Vollsperrung der Brücke die langen Wege um Moosburg herum zu sparen, haben die Freiwillige Feuerwehr und das BRK direkt auf der anderen Seite der Isar Fahrzeuge geparkt.

Umsatzeinbrüche in Geschäften, lange Wege für die Retter

Gesperrte Isarbrücke: Feuerwehr und BRK stationieren Autos am anderen Ufer

Moosburg - Die Sperrung der Isarbrücke zieht weite Kreise: Rettungskräfte haben Fahrzeuge ausgelagert, um schneller zum Einsatz zu gelangen. Und Moosburgs Geschäftsleute verzeichnen Umsatzeinbußen.

Die Vollsperrung der Moosburger Isarbrücke strapaziert die Nerven vieler Menschen in der Region. Da sind zum einen die Autofahrer, die entweder nicht auf direktem Weg in die Stadt hineinfahren können oder nur mühsam über Umleitungen ins Umland gelangen. Egal, ob zur Arbeit, zum Einkauf oder zum Badesee: Der Umweg kostet Zeit und auch Spritgeld. Viele Autofahrer fragen sich daher in diesen Tagen: Lässt sich diese und jene Fahrt nicht vermeiden?

Das bekommen seit Beginn der Vollsperrung vor allem die Geschäftsleute im Gewerbegebiet Degernpoint zu spüren. „Und zwar deutlich“, sagt Jürgen Appel, der einen Getränkemarkt vor den Toren der Stadt betreibt. „Kumuliert auf die vergangenen eineinhalb Wochen mussten wir einen Kundenrückgang von 20 bis 25 Prozent feststellen.“ Besonders bitter für den Geschäftsmann: „Wir haben jetzt 14 Tage schönstes Wetter gehabt. Da hätten wir schon noch einiges an Umsatz machen können. Die Temperaturen haben ja starke Auswirkungen auf unsere Branche“, sagt Appel.

Kunden legen sich Vorräte an

Da mit dem 12. September, dem angepeilten Abschluss der Arbeiten unter Vollsperrung, ein Ende in Sicht sei, gibt sich Appel jedoch pragmatisch: „Mit diesen drei Wochen muss man halt jetzt leben.“ Außerdem habe man den Umsatzverlust der ersten Sperrungs-Woche durch ein Phänomen am Wochenende davor aufgefangen können: „Viele Leute wollten sich noch mit Getränkevorräten eindecken“, sagt Appel. In seinem Markt würden jetzt, in der ruhigen Zeit, eben all jene Arbeiten erledigt, „die sonst im Sommer liegen bleiben“.

Auch die umliegenden Discounter wie Aldi oder Lidl hätten mit dem Wegbleiben der Kunden zu kämpfen, ist sich Appel sicher: „Da braucht man nur mal auf den Parkplatz schauen.“ Diese seien deutlich leerer als üblich. „So weit ich weiß, sind Läden wie das Kaufland schon deutlich von Umsatzeinbußen betroffen.“

Textilhändler vermisst Kunden von außerhalb

Doch nicht nur für die Geschäfte außerhalb der Stadt wirkt die Isar derzeit wie eine Mauer. Auch in der Altstadt sind die Auswirkungen des behinderten Verkehrsflusses zu spüren, wie Martin Neu berichtet. Der Textilhändler betreibt mehrere Läden im Zentrum. „Die Isarbrücke war beileibe keine Einbahnstraße. Gerade das 84er-Postleitzahlengebiet jenseits der Isar ist für uns ein Gebiet, aus dem viele Kunden kommen. Meinem Gefühl nach meiden diese Leute derzeit die Fahrt nach Moosburg.“ 

Auf den Umleitungen via Wang oder Oberhummel (Bild) staut es sich regelmäßig. Viele Autofahrer sind genervt.

Weil es die Menschen bei heißen Sommertemperaturen aber erfahrungsgemäß eher mäßig zum Einkauf in ein Bekleidungsgeschäft ziehe, „ist es schwierig, eine genaue Einschätzung abzugeben“, sagt Neu. Ein unbestrittenes Problem hingegen stelle die Umleitung für einige seiner Angestellten dar. „Ich hab’ eine Mitarbeiterin aus Kumhausen, die verliert jeden Tag eine Stunde ihres Lebens im Auto. Die hat jetzt von mir eine Woche länger Urlaub bekommen.“

Worüber sich Neu am meisten ärgert, ist das zeitliche Zusammentreffen der Isarbrücken-Sperrung mit der Brückenbaustelle in Langenbach. „Das ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie wenig sich unsere Ämter absprechen.“

Der Rettungswagen braucht zehn Minuten länger

Die überlasteten Umfahrungen, die den Verkehr nördlich über Wang oder südlich via Gaden und Oberhummel leiten – und die teilweise engen Straßen zu wahren Nadelöhren verwandeln –, haben auch die Moosburger Retter zum Handeln gezwungen. „Kommt es momentan zu einem Notfall in Degernpoint, brauchen wir via Wang mit dem Rettungswagen bestimmt zehn Minuten länger“, sagt Gerhard Betz, stellvertretender Wachleiter des Moosburger BRK. 

Deshalb habe man sich dazu entschieden, für die Dauer der Sperrung einen Rettungswagen auf der anderen Seite der Isar beim Autohaus Kirschner zu stationieren. Betz: „Damit können jetzt unsere ehrenamtlichen ,Helfer vor Ort‘ schneller zum Einsatzort ausrücken.“

Die Feuerwehr hat zwei Fahrzeuge ausgelagert

Ähnlich handhabt es auch die Moosburger Feuerwehr: Die hat ein vollausgestattetes Löschgruppenfahrzeug mit Rettungsspreizer auf dem Hof des Autohauses Braun an der Büchl-Kreuzung geparkt. Ein weiterer Mannschaftswagen steht auf dem Areal der Firma Kirschner. Kommandant Josef Schwertl erklärt, wie im Ernstfall vorgegangen wird: „Unsere Kräfte fahren bei einer Alarmierung bis zur Isarbrücke, überqueren diese zu Fuß und steigen dann auf der anderen Seite ins Einsatzfahrzeug.“

Eine kuriose, aber im Ernstfall zeitsparende Lösung – die die älteren Mitglieder der Feuerwehr ein bisschen an die Zeit vor 1973 erinnert: Bis zu diesem Jahr gab es in Moosburg neben der damaligen Wache auf dem „Plan“ noch einen zweiten Stützpunkt in der Moosburger Neustadt.

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