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Erste Amtshandlung: Die neue Protokollführerin Gerlinde Moldan zusammen mit Bürgermeister Hermann Hammerl (l.) und dem Vorsitzenden des Fördervereins „Pantaleonsberg Kranzberg“, Alfons Berger.

Förderverein Pantaleonsberg und der Goldschatz

Nach wie vor von der Echtheit des Goldfundes von Bernstorf überzeugt

Kranzberg - Der Förderverein „Pantaleonsberg Kranzberg“, in dem sich das Bronzezeit Bayernmuseum befindet hat eine positive Bilanz vorgelegt. Zu den herausragenden Ereignissen im ersten Jahr zählte die Fortführung der Grabungen in Bernstorf mit 1400 weiteren Funden. Auch zum Goldschatz, dessen Echtheit von Experten in Zweifel gezogen worden ist, gibt es Neuigkeiten.

Der Verein zählt aktuell 49 Mitglieder, wie der Vorsitzende, Alfons Berger, bei der Jahreshauptversammlung bekanntgab. In seinem drei Seiten langen Bericht, ging der Vorsitzende im Beisein von 22 Mitgliedern auf die jüngsten Grabungen unter der Federführung von Uni-Professor Rüdiger Krause und Grabungsleiter Benjamin Richter ein: Dabei seien 1400 Fundstücke geborgen worden und laut Berger zur Auswertung nach Frankfurt gebracht worden. Die Ergebnisse bleiben abzuwarten.

 Von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem so genannten Goldschatz von Bernstorf sprach deren Entdecker und Ehrenmitglied des Fördervereines Manfred Moosauer. Demnach führen die Ursprünge der Funde, deren Echtheit zuletzt von Fachleuten in Zweifel gezogen wurde (wir haben berichtet), nach Griechenland und Kreta. Moosauer ist nach wie vor von der Echtheit überzeugt. Auf Anfrage des FT verwies Moosauer auf einen Bericht in einem Fachblatt über Bayerische Archäologie, wonach sich der größte Zweifler, Archäologie-Professor Ernst Pernicka, widersprechen soll. Dem kam der Grad der Reinheit des von Moosauer geborgenen Schatzes von 99,99 Prozent verdächtig vor. Die Menschen aus der Bronzezeit hätten so reines Gold gar nicht herstellen können, lautete seine Meinung. In besagtem Bericht verweist Autor Roland Gschlößl darauf, dass Pernicka andererseits selbst in einer Abhandlung auf das so genannte Verfahren der Zementation hinweist. Einem Verfahren, „das keine technologisch ausgefeilten Einrichtungen erfordert“, berichtet Gschlößl. In einem Experiment habe man die Zementation mehrmals hintereinander durchgeführt. Plötzlich habe man dadurch 999,9er Gold, also den von Pernicka festgestellten und für unmöglich erachteten Grad in Höhe von 99,99 Prozent erhalten.

Moosauer sieht sich dadurch bestätigt. Er gab sich gelassen. „Wir überlassen das den Wissenschaftlern“, erklärte er am Rande der Versammlung. Die war unter anderem von der Wahl einer neuen Schriftführerin geprägt. Jenny Radeck, die bisher Protokoll geführt hatte beim Förderverein, schied aus eigenem Wunsch aus, wie Berger bedauerte. An ihre Stelle wählte die Versammlung Gerlinde Moldan, die sich für das Amt beworben hatte und die Wahl auch annahm. Hocherfreut zeigte sich Berger über eine Entdeckung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Dort habe man ein Ölbild aus dem 17. Jahrhundert ausfindig gemacht, „das eine Schneidermeisterprüfung auf dem Pantaleonsberg zeigt“, teilte der Vorsitzende mit. „Kein Mensch wusste von der Existenz“, gab Berger zu bedenken. Das Bild sei noch bis 6. März in einer Sonderausstellung in Nürnberg zu sehen. Eine Ablichtung befinde sich aber bereits sich im Heimatmuseum in der „Alten Schule“, sagte Berger. Das Museum am Pantaleonsberg lockte Berger zufolge im vergangenen Jahr insgesamt über 2200 Besucher an.

Alexander Fischer

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