Ein Bier mit Charakter

Neufahrn - Jetzt hat auch Neufahrn eine Brauerei: Am Donnerstag öffnete das „Pflüglerbräu“ im gleichnamigen Hof an der Grünecker Straße schon mal für Presse und Bürgermeister die Pforten.

11,3 Prozent Stammwürze und ein Alkoholgehalt von 4,5 Prozent - soweit die nackten Zahlen zum naturtrüben Hellen, das Andreas und seine Frau Carolin Pflügler am Donnerstag ihren Gästen zum Probieren anboten. Und man war sich schnell einig: Es schmeckt!

Rund 160 000 Euro hat der 25-jährige Neufahrner, der das Brauer-Handwerk beim Hofbräu in München gelernt hat, in die Anlage in der ehemaligen Garage gesteckt - und sich damit „meinen größten Traum“ erfüllt. Neben dem Hellen produziert der Landwirt zum Auftakt auch ein Weißbier. Pils und Dunkles sind in Vorbereitung. Die leichte Trübung werden sie - abgefüllt in 0,33- bzw. 0,5-Liter-Bügelflaschen oder auch in Zwei-Liter-Syphons - alle gemeinsam haben. „Ich weiß zwar, dass schlanke Biere gerade wieder in Mode sind“, sagt Pflügler, „aber ich setze bewusst auf Unfiltriertes. Sonst verliert das Bier seinen Charakter.“

500 Liter Gerstensaft umfasst ein Sud beim „Pflüglerbräu“, pro Woche wird einer hergestellt. Beim Verkauf konzentriert sich Andreas Pflügler in erster Linie auf die Selbstabholer: „Da wir auf dem Hof bereits Speisekartoffeln vermarkten, ist schon ein gewisser Kundenstamm da. Dem wollen wir natürlich auch unser Bier anbieten.“

Ein Euro inklusive Pfand soll die Flasche kosten, die Kästen beinhalten davon nur sechs oder neun Stück. Und auch das hat laut Pflügler seinen Grund: „Wir machen hier keine Massenproduktion.“ Deshalb empfiehlt er jedem, ruhig öfter zu kommen, „denn auf frisch abgezapftes Bier kann man sich verlassen“. Länger als zwei Monate sollte man es zuhause nicht lagern, „sonst verändert es seinen Geschmack“.

Neufahrns Bürgermeister Rainer Schneider war am Donnerstag sichtlich erfreut, dass Neufahrn jetzt als einzige südliche Landkreis-Gemeinde eine eigene Brauerei hat: „Ich kann nur hoffen, dass die Leute das auch annehmen.“ Das, was er da im Pflüglerhof sah, stimmte Schneider jedenfalls schon mal optimistisch: „Diese Anlage spricht für Qualität.“

Gut zu wissen

Der „Tag der Brauerei“ steigt am Sonntag, 30. Juni, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr auf dem Pflüglerhof (Grünecker Straße 10). In diesem Rahmen wird auch die Brau-Anlage eingeweiht. Und wer’s gar nicht erwarten kann: Im „Bratpfandl“ wird das „Pflüglerbräu“ schon jetzt ausgeschenkt.

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