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In der ehemaligen Großbäckerei Müller in Neufahrn wird wohl nie mehr für Müller-Brot gebacken. Die neuen Inhaber der Marke haben inzwischen alle Verträge mit der alten Bäckerei gekündigt.

Hygieneskandal jährt sich

Gibt es nie mehr Müller-Brot aus Neufahrn?

Neufahrn/Eching - In der Neufahrner Backfabrik werden wohl nie wieder Waren von Müller-Brot produziert. Heute vor einem Jahr wurde der Betrieb wegen extremer Hygienemängel geschlossen. Entgegen der Ursprungs-Pläne spielt der Standort keine Rolle mehr.

Der Pachtvertrag mit den Eigentümern der insolventen Back-Fabrik ist zum 30. Juni gekündigt worden. Das erfuhr die tz gestern von dem neuen Müller-Brot-Eigentümer Franz Höflinger. Er und seine Mitstreiterin Evi Müller suchen nach einem neuen Standort im Münchner Umland – mit dem Ziel, dort einen verkleinerten, handwerklichen Betrieb mit einer „gläsernen Backstube“ zu eröffnen. „Damit wollen wir das Vertrauen in unsere Produkte noch mehr zurückgewinnen“, sagte Höflinger.

Zur Erklärung: Höflinger und Müller, die Tochter des Firmengründers Hans Müller (82), hatten 149 der 243 Filialen des unter dem Brezn-Baron Klaus Ostendorf in die Insolvenz geschlitterten Konzerns übernommen (wir berichteten). Verwaltung, Auslieferung und Logistik der Höflinger-Müller GmbH (dazu gehören auch Höflingers Stammbetrieb und der bayerisch-französische Backwarenvertrieb Brioche Dorée) sitzen in Neufahrn (Kreis Freising). Die über 50 000 Quadratmeter große Backhalle steht seitdem leer.

So wie es aussieht, werden sich Müller und Höflinger aber bald komplett von dort zurückziehen. „Die Zeichen stehen auf Abschied. Wir sind in sehr guten Verhandlungen für Alternativ-Standorte im Münchner Umland“, verrät Höflinger. Denkbar sind alle Modelle: Neubau oder Umbau einer bestehenden Immobilie auf Kauf- oder Pachtbasis. Derzeit werden die Backwaren von 20 „befreundeten Bäckern aus der Region“ nach den original Müller-Rezepten produziert, sagt der Firmenchef. Neufahrn sei nur noch eine Option, wenn sich wider aller Vorzeichen doch noch ein konstruktives Ergebnis mit dem Insolvenz-Verwalter, der Commerzbank als Hauptgläubiger der Ostendorf-Pleite und den vielen Grundstücks-Eigentümern ergibt. „Wir wollen unsere eigenen Produkte in einer Bäckerei herstellen, in der die Besucher zuschauen können.“ Höflinger ist bereit, dafür mehrere Millionen Euro zu investieren, die für einen Neubau fällig würden. Viel Geld hat er in die Filialen gesteckt – mit Erfolg: „Wir haben dort mittlerweile wieder den Umsatz wie vor dem Skandal und teilweise sogar drüber.“ Gerüchte, nach denen die Produkte aus Tschechien oder Polen kommen, kommentierte Höflinger so: „Das ist absoluter Blödsinn.“

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

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450 Mitarbeiter (von 1100) arbeiten heute für Müller, Tendenz steigend. „Wir suchen derzeit Verkäuferinnen und später brauchen wir Bäcker.“ Die Marke Müller, so scheint es, hat das Schlimmste hinter sich. Auch die meisten anderen Mitarbeiter haben wieder einen Job gefunden. 103 sind aber noch arbeitslos gemeldet.

Und was passiert mit der Fabrik in Neufahrn? Ehemalige Mitarbeiter sprechen von einem eventuellen Wiedereinstieg der Firma Backwelt, in der bis vor kurzem Ostendorf die Geschäfte führte. Er hatte Müller-Brot in den Ruin geführt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern indes an. Die Landshuter Behörde ermittelt sowohl wegen Insolvenzverschleppung als auch wegen Verstößen gegen das Lebensmittelrecht gegen die ehemaligen Verantwortlichen um Klaus Ostendorf.

Stefan Dorner und Susanne Sasse

Der Hygiene-Skandal bei Müller-Brot - hier finden Sie alle Artikel!

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