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650 Quadratmeter reine Spielfläche

Strategisches Live-Spiel: In Neufahrn hat eine Laser-Tag-Anlage eröffnet

Neufahrn - Eine neue Laser-Tag-Anlage hat Anfang Oktober in Neufahrn eröffnet. Unsere Reporterin hat die Anlage getestet - und war ziemlich überrascht.

Zugegeben, ich war sehr skeptisch, als ich von der Redaktion den Auftrag erhielt, die neue Laser-Tag-Anlage in Neufahrn zu testen. Rumballern, Krieg spielen – nicht mein Ding. Am Ende jedoch war alles ganz anders.

Ich habe mir meine Freundin Luzie als Verstärkung mitgenommen. „Ich beschütz dich“, sagt sie augenzwinkernd auf dem Weg zum Cineplex-Gebäude in Neufahrn. Im hinteren Teil ist seit Anfang Oktober die Laser-Tag-Anlage untergebracht. 650 Quadratmeter reine Spielfläche auf zwei Ebenen. „Das ist einzigartig bayernweit“, sagt der Betreiber der Anlage, Guido Deutz. Er empfängt uns freundlich am Hintereingang. Eigentlich ist montags geschlossen. Aber ein Unternehmen aus Hallbergmoos hat sich für einen Betriebsausflug angemeldet, da dürfen wir mitspielen.

Video: So sieht es in der Laser-Tag-Anlage aus

Guido Deutz erklärt uns das Spiel, der anschließende kurze Rundgang bei normaler Beleuchtung macht mich ruhiger. Ja, ich bin skeptisch: Schwarzlicht, Nebel, laute Musik, Laser und die Tatsache, dass man mit dem Phaser auf Mitspieler zielt – all das mutet in meiner Vorstellung schon sehr nach Science-Fiction-Kriegsspiel an. „Natürlich kann man behaupten, es sei ein Kriegsspiel“, gibt Deutz im Gespräch zu. Er könne diese Kritik schon nachvollziehen. „Aber es kommt einfach darauf an, mit welcher Einstellung man in das Spiel geht.“ Eigentlich sei es ein strategisches Live-Spiel, eine Mischung aus „Räuber und Gendarme“ und „Super Mario“. Nur in einer etwas futuristischeren und gemeineren Version. Auch der Aufbau des Spiels sei nicht darauf ausgelegt, nur auf seine Mitspieler zu ballern. Vielmehr geht es darum, Punkte zu sammeln, erklärt Deutz. Und die meisten Punkte gibt es, wenn man die im Labyrinth versteckten Zielscheiben, sogenannte Targets, findet und trifft. Übrigens: Mit dem Phaser markiert man über Infrarot seine Mitspieler, man schießt nicht auf sie. Die richtige Wortwahl ist Deutz sehr wichtig.

So langsam trudelt die angemeldete Gruppe ein. Alle sind aufgeregt. In einem abgedunkelten Raum mit Laserlicht bekommen wir eine Einweisung von Tatjana Kink. Gruppenbildung ist angesagt. Luzie und ich entschieden uns, als Duo gegen die beiden anderen Teams anzutreten. „Team Green“ geht an den Start.

Unsere Reporterin Claudia Bauer mit Freundin Luzie im Selbstversuch

Ankleiden. Man braucht nämlich eine spezielle Weste, eine Art Brustpanzer, damit man spielen kann. Der leuchtet in der Teamfarbe und kann sprechen. Er erinnert einen zum Beispiel daran, die Targets zu suchen. Oder, dass man beide Hände an den Phaser nehmen soll. Eine Frage der Sicherheit: Damit soll vermieden werden, dass man wild mit dem Plastikteil herumfuchtelt und andere damit verletzt. Auch Rennen und Schubsen sind übrigens aus dem selben Grund verboten.

„Neptun“ und „Jupiter“ steht auf unseren Westen. Das sind unsere Nicknames. Im Labyrinth werden wir auf Helena, Apollo, Herkules und andere Götter aus dem blauen und orangen Team stoßen. Regelmäßige Besucher der Anlage können eine Mitgliedschaft erwerben und sich dann ihre eigenen Namen ausdenken. Wir nehmen mit den Göttern vorlieb.

Der Puls fährt hoch, volle Konzentration

Vom Ankleideraum, in dem unzählige Westen bunt blinken, werden die Teams jetzt nacheinander in den Parcours geschickt. „Aktiviert“, sagt die Weste, als wir durch den Eingang in die Laserwelt eintauchen. Und dann geht es los. Gemeinsam bahnen wir uns den Weg durch das Labyrinth, verstecken uns hinter Ecken, markieren unsere Gegner und suchen die wichtigen Ziele. Dazu läuft laute Musik. Der Puls fährt hoch, volle Konzentration, das ganze System arbeitet auf Hochtouren. Immer wieder springt jemand aus den anderen Teams um die Ecke. Wer markiert wurde, dem gehen die Lichter aus: Die Weste hört auf zu blinken und für sechs Sekunden ist man handlungsunfähig. 

Wir vergessen Zeit und Raum, lachen viel, flüchten und geben uns gegenseitig Deckung. Plötzlich ertönt ein Signal: Noch 60 Sekunden, dann ist die Spielrunde vorbei. Eine Runde dauert insgesamt 15 Minuten – und das reicht völlig. Vollkommen verschwitzt sammeln wir uns alle im Vorraum, klatschen uns ab und begutachten unser Punkteergebnis.

Beim Spiel kommt es auf die Einstellung an

„Nicht schlecht fürs erste Mal“, sagt Guido Deutz. Und er muss es wissen, schließlich betreibt er bereits seit einiger Zeit eine Anlage in Landshut. Die in Neufahrn wird jetzt nach und nach noch aufgerüstet. Zum Beispiel mit einem interaktiven Mitspieler, der die Schwierigkeit erhöht. Es gibt übrigens verschiedene Spielmodi, die man wählen kann. Je höher das Level, umso anspruchsvoller ist auch das taktische Vorgehen. Fürs erste reicht jedoch Level eins. Und weil es so viel Spaß gemacht hat, spielen wir gleich noch eine Runde mit.

Fazit: Die Laser-Tag-Anlage bietet jede Menge Spaß und hat nur wenig mit einem Kriegsspiel zu tun – wenn man mit der richtigen Einstellung an das Spiel geht. Und die Altersbegrenzung ab 14 Jahren macht Sinn, denn die Eindrücke, die auf einen einstürmen, muss man erst einmal verarbeiten können.

Claudia Bauer

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