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Familienmensch, Gemeinderat und Landwirt: Johann Kummer aus Neufahrn ist am Donnerstag gestorben, als er zu einem Brand auf seinem Hof eilte.

51-jähriger Landwirt stirbt vor brennender Scheune

Tragödie um Johann Kummer: Ganz Neufahrn trauert um Gemeinderat

Neufahrn - Der tragische Tod von Gemeinderat Johann Kummer vor seiner brennenden Scheune löst im Ort tiefe Trauer aus. Weggefährten und Feuerwehrkameraden gedenken seiner mit bewegenden Worten.

Auf tragische Weise ist am Donnerstagmorgen der Neufahrner Gemeinderat Johann Kummer ums Leben gekommen. Der Stadl des Landwirts hatte gegen 6.30 Uhr Feuer gefangen. Als der 51-Jährige zu dem brennenden Gebäude hinübereilte, brach er zusammen. Einsatzkräfte versuchten ihn noch zu reanimieren – vergeblich. 

Er hinterlässt eine Frau, zwei erwachsene Töchter und seine Eltern. In der ganzen Gemeinde herrscht nach dem Vorfall am Donnerstagmorgen Trauer, bei seinen politischen Weggefährten und seinen ehemaligen Feuerwehrkameraden Fassungslosigkeit.

„Für die Neufahrner Feuerwehrleute bedeutete der Einsatz unter diesen Umständen eine schwere Belastung“, teilte Ernest Lang, Pressesprecher der Feuerwehr Neufahrn, mit. Kummer war von 1980 bis 2005 aktives Mitglied, seither gehörte er dem Verein als passives Mitglied an. Kommandant Reinhold Kratzl, selbst Nachbar des Toten, stand noch Stunden nach dem Einsatz der Schrecken ins Gesicht geschrieben: „Hans Kummer war auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ein hilfsbereiter und beliebter Kamerad.“

"Engagiert wie wenige andere"

Johannes Häuser, der wie Kummer 2014 für die Gruppierung „Bürger für Neufahrn“ in den Gemeinderat eingezogen war, gehörte ebenfalls zu dem Einsatztrupp. „Als ich gehört habe, zu welcher Adresse es geht, habe ich geahnt, dass es sich um seinen Hof handelt“, sagte er. Da konnte er noch nicht ahnen, dass er seinen „politischen Lehrmeister“ verloren hatte, wie der 31-Jährige Kummer nennt. „Ich habe den Hans im Wahlkampf 2014 kennengelernt“, berichtete Johannes Häuser. Kummer sei ein ganz gradliniger Mensch gewesen – politisch sehr kritisch, aber auch humorvoll und immer akribisch. „Er war engagiert wie wenige andere Gemeinderäte. Er wird mir fehlen.“

Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) war gleich auf den Hof gefahren, nachdem er von dem Unglück gehört hatte. „Das ist eine tragische Geschichte“, sagte er dem FT. „Er war ein absoluter Familienmensch und immer für seine Frau und seine beiden Töchter da.“ Und für die Bevölkerung, wie der Rathauschef betonte: „Herr Kummer hat sich sehr engagiert für Neufahrn und die Bürger.“ Das bestätigt auch sein Stellvertreter Hans Mayer (CSU). „Er hat den Auftrag, den er von den Wählern bekommen hat, ernst genommen und sich mit der Aufgabe komplett identifiziert und sich voll eingesetzt.“

Die Nachricht von Kummers Tod verbreitete sich in Windeseile in ganz Neufahrn. Bei der SPD-Gemeinderätin Beate Frommhold-Buhl klingelte das Telefon am Vormittag ununterbrochen. „Ich bin so schockiert“, sagte sie. „Das ist eine schreckliche Nachricht. Die Familie tut mir unendlich leid.“ Kummer sei mitten aus dem Leben gerissen worden. Als sie an dem Gerippe vorbeikam, das einst der Stadl war, stockte ihr der Atem. „Die niedergebrannte Scheune ist wie ein weithin sichtbares Zeichen für diese Tragödie.“

So trauern seine Feuerwehrkameraden

Hier lesen Sie den Nachruf der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn im Wortlaut:

"Die Freiwillige Feuerwehr Neufahrn ist bestürzt über den tragischen Tod ihres langjährigen Mitglieds Hans Kummer junior. Er starb heute Morgen beim Brand seines Hofes. Als er von einer Passantin wegen des Feuers in der Scheune seines Anwesens an der Grünecker Straße aus seinem Wohnhaus herausgeklingelt wurde, wollte er sich rasch selbst ein Bild von der Situation machen. Er rannte vom Wohnhaus zur Scheune, dabei brach er zusammen und verstarb noch an der Unglücksstelle. Kummer war von 1980 bis 2005 aktiver Feuerwehrmann, seither gehörte er der Wehr als passives Mitglied an.

Für die Neufahrner Feuerwehrleute bedeutete der Einsatz unter diesen Umständen eine schwere Belastung. Kommandant Reinhold Kratzl, selbst Nachbar des Toten, stand noch Stunden nach dem Einsatz der Schrecken ins Gesicht geschrieben: 'Hans Kummer war auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nach 25 Jahren ein hilfsbereiter und beliebter Kamerad gewesen'.

Die Feuerwehren aus Neufahrn, Eching und Mintraching hatten den Brand bald unter Kontrolle und konnten verhindern, dass das Feuer auf ein nahestehendes Wohnhaus übergriff. Wegen des lichterloh brennenden Heus und Strohs konnte die Scheune allerdings nicht gehalten werden. Da sich die Hydranten für das Löschwasser in der Fahrbahn der Grünecker Straße befanden, musste die Ortsdurchfahrt an dieser Stelle bis in den Vormittag gesperrt werden. Die Feuerwehren waren mit insgesamt 90 Wehrleuten im Einsatz, die Nachlöscharbeiten werden sich voraussichtlich bis in den Abend hinziehen.

Der 51-jährige Hans Kummer gehörte seit 2014 auch dem Gemeinderat Neufahrn ein. Seine von ihm erst ein Jahr davor gegründete Gruppierung „Bürger für Neufahrn“ eroberte auf Anhieb drei Gemeinderatsmandate. Kummer engagierte sich auch im Heimat- und Geschichtsverein Neufahrn für den Erhalt des historischen Mesnerhauses. Ein schwerer Schlag ist der Tod von Hans Kummer jr. für seine Familie und besonders für seinen Vater Hans Kummer senior. Dieser ist Ehrenmitglied und stand von 1986 bis 1992 als Kommandant und Kreisbrandmeister an der Spitze der Neufahrner Feuerwehr."

Ernest Lang, Sprecher Freiwillige Feuerwehr Neufahrn

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