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Das Surren der Nähmaschinen zählt zu den Geräuschen, die bei der Offenen Werkstatt am Schwalbenweg einfach dazugehören.

Projekt

Offene Werkstatt in Lerchenfeld: Reparieren statt wegwerfen

Freising - Seit Anfang März kann in der Offenen Werkstatt am Schwalbenweg in Freising-Lerchenfeld genäht, gesägt, geschliffen und geschraubt werden. Die Verantwortlichen rühren jetzt kräftig die Werbetrommel.

Kabel auf der einen Seite, Nähmaschinen auf der anderen, verschiedene Holz- und Retroplastikstühle, dazwischen Regale mit Knabbersachen und Getränken. Im zweiten Raum Werkbänke und Holzwerkzeug an den Wänden – so sieht es in der Offenen Werkstatt Freising aus. „Acht Gründer haben sich vor einem Jahr zusammengefunden, um das ambitionierte Projekt zu starten“, erklärt Antonia Gutscher. Sie selbst, Verena Schäuble, Tina Weckert, Melanie Sachs, Julia Sophia Schwarz, Sebastian Markworth, Daniel Mihajlovsky und Marco Meixner waren es, die das Projekt und einen Verein dazu gründeten.

Ein Ort für alle Kreativen der Domstadt soll es sein, mit Platz zum Arbeiten und Gestalten. Doch dazu braucht es Platz – viel Platz. „Und da wurden wir nach langer Raumsuche am Schwalbenweg in Lerchenfeld fündig“, beschreibt Vorsitzende Verena Schäuble. Zusammengebracht habe die Aktiven „der Wunsch, einen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen begegnen und Ideen ausgetauscht, entwickelt und umgesetzt werden können“. Antonia Gutscher: „Außerdem fehlt es dafür oft an Platz in den eigenen vier Wänden, und auch die Nachbarschaft reagiert nicht immer erfreut über Schleiflärm und Staub.“ Also sollte ein Raum her, „in dem zusammen mit anderen genäht, die Kommode vom Flohmarkt abgeschliffen oder der kaputte Küchenmixer inspiziert werden kann“.

Besonders wichtig dabei sei der Aspekt für nachhaltiges Handeln und bewussten Konsum. Reparieren statt wegwerfen, aus alten Dingen Neues schaffen: Die Werkstattmacher waren sich schnell einig und gründeten vergangenes Jahr den gemeinnützigen Verein „einfachselbermachen“.

Unterstützung gebe es laut den Verantwortlichen von Seiten der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis so wie dem Verbund Offener Werkstätten. Wertvolle Tipps gab es von der ältesten Offenen Werkstatt Deutschlands, dem „Haus der Eigenarbeit“ in München. Im „Raum der Begegnung“ im Haus der Vereine fand die Werkstattidee dann eine erste Heimat – das war im Sommer 2015. Da verwandelte das Werkstatt-Team den Raum alle drei Monate in ein Nähcafé: „Kaffeeduft, Kuchen und das Surren der Nähmaschinen waren eine gute Kombination und haben zusammen mit einem Elektroworkshop die Neugierde der Besucher geweckt“, berichtet Antonia Gutscher: „Es wurden immer mehr Unterstützer, und dank eines großzügigen Angebots seitens der Firma Forster Metallgestaltung konnte vom „einfachselbermachen e. V.“ bald die Werkstatt am Schwalbenweg angemietet werden.

Es wurde nicht lange gezögert. An Wochenenden und Abenden wird fleißig gewerkelt. Unterstützung jeglicher Art – alle Werkstattmacher arbeiten ehrenamtlich neben Familie und Beruf für die Idee der Werkstatt – hätten laut den Machern viel zur Offenen Werkstatt beigetragen und seien auch für die Zukunft des Projekts wichtig.

Deshalb freuen sich die Organisatoren der Offenen Werkstatt, und die Menschen, die dahinter stehen, über alle, die neugierig geworden sind, und sich vorstellen können mitzumischen. Genutzt werden kann die Holz-, Elektro- und Textilwerkstatt von allen ab 18 Jahren. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft im Verein.

Die Werkstattmacher haben „eine Basis zum Wachsen und Ausprobieren ins Leben gerufen“, wie sie selbst sagen. „Vielleicht könnte es in Zukunft Raum für mehr geben“, freut sich Verena Schäuble. Sie denke da an ein Café und Veranstaltungen wie Kino und Konzerte.

Auf einen Blick:

- Offene Werkstatt, Schwalbenweg 1, 85356 Freising

- Textil-, Elektro- und Holzwerkstatt zum Selberwerkeln

- Mitglied werden: 34 Euro Jahresbeitrag und solidarischer monatlicher Nutzungsbeitrag (zehn, 25 oder 40 Euro je nach persönlichem Geldbeutel)

- www.einfach-selber-machen.org oder auf Facebook 

- Die „Offene Werkstatt“ lädt zum „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 10. April, von 14 bis 17 Uhr ein. Motto: Schauen, Ausprobieren, Kennenlernen

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