Allershausens Ortsumfahrungen

Ortsumfahrungen: Nein bleibt Nein

Allershausen - Für Ernüchterung sorgten zwei Schreiben in der Gemeinderatssitzung Allershausen. Das eine stammte von Landrat Josef Hauner, das andere von Verkehrsminister Joachim Herrmann. Darin wird begründet, wieso weder Allershausen noch Leonhardsbuch eine Ortsumfahrung brauchen.

Das Verständnis der Gemeinderäte wird nicht größer, je öfter man ihnen die Absage um die Ohren haut: Landrat Josef Hauner hatte den Sachstandsbericht zum Bau der Ortsumfahrung bereits in einer Kreistagssitzung bekanntgegeben (wir haben berichtet). Die Gemeinderäte aus Allershausen bekamen den kompletten Wortlaut erst in der Sitzung am vergangenen Dienstag zu hören. Eine zentrale Botschaft: „Beim Schwerverkehr liegt die tatsächlich gemessene Anzahl erheblich unter der errechneten Anzahl der Jahre 2000 bis 2010 – die derzeitige Qualität des Ausbaus der FS 6 entspricht den Erfordernissen für die vorliegende Verkehrsbelastung.“

Hauner beruft sich zudem auf die Gleichbehandlung der Gemeinden im Kreisgebiet – es gebe Kreisstraßen die erheblich mehr belastet und für die keine Ortsumfahrungen vorgesehen seien. Im letzten Absatz seines Briefs schreibt Hauner, der Bau einer Ortsumfahrung würde zwar zu einer Verbesserung für die Anwohner in Jarzt, Appercha und Leonhardsbuch führen, gleichzeitig aber eine Verschlechterung für die Anwohner anderer Gemeinden bedeuten. Richard Dinkel wollte das nicht unkommentiert lassen: „Weil der Verkehr woanders steigt, bekommen wir keine Ortsumfahrung. Wieso wird dann die Westtangente gebaut, obwohl wir dadurch im Verkehr ersticken werden? Angesichts dessen darf man sowas nicht schreiben.“

Auf noch mehr Unverständnis stieß das Schreiben des Verkehrsministers in Bezug auf die Mehrbelastung Allershausens durch den Bau der Ortsumfahrung Hohenkammer: „Ihre Befürchtungen teile ich nicht!“, so Herrmann ohne Umschweife. Die Ortsumfahrung habe lediglich lokale Effekte, heißt es. Nichtsdestotrotz appellierte der Minister an die Gemeinde, sich mit dem Nachbarn Kranzberg auf eine Trassenführung zu einigen. Damit, falls die Neubewertung der Ortsumfahrung irgendwann einmal positiv ausfallen sollte, wäre es „grundsätzlich erstrebenswert“, wie es Herrmann formuliert. Popp dazu: „Es ist also offenbar keine Bedingung mehr.“ Und weiter meinte er: „An mir soll’s nicht liegen, Kranzberg braucht nur der Waldrandtrasse zustimmen – es ist die, mit der größten Aussicht auf Erfolg."

Andrea Schillinger

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