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Facebook-Statement der FFW Paunzhausen geht viral

"Sirene zu laut" - So reagiert die Feuerwehr auf Bürgerbeschwerden

Paunzhausen - Der Feuerwehr Paunzhausen reicht es mit Beschwerden, ihre Sirene sei zu laut. Jetzt kontert sie den Nörglern mit einem Facebook-Post - und erhält Rückendeckung aus dem ganzen Land.

Genug ist genug, denkt sich Korbinian Lohner. Seit acht Jahren ist der 20-Jährige Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Paunzhausen (Kreis Freising) und immer wieder bekommt er von den rund 50 Kameraden zu hören, dass sich jemand im Ort über die Sirene der Feuerwehr beschwert habe. Nach Einsätzen wird den Ehrenamtlichen regelmäßig von Bürgern der 1500-Seelen-Gemeinde gesagt, dass die Anlage, die auf dem Gerätehaus der Wehr und an einem zweiten Standort in der Gemeinde montiert ist, die Ruhe störe. Zu lange, zu laut - und viel zu oft, so die Kritik. Zuspruch gibt es aber jetzt von allen Seiten.

Also setzt sich Lohner, der auch den Facebook-Auftritt der Truppe verwaltet, am Montagvormittag an seinen PC und verfasst einen spontanen Appell in dem sozialen Netzwerk. "Aufgrund mehrerer Beschwerden von Anwohnern möchten wir Sie kurz über den Sinn einer Sirene aufklären", beginnt er die 25-zeilige Nachricht. 

Hier lesen Sie den Original-Post der Feuerwehr Paunzhausen

Nach nur drei Stunden ist das Posting mit der Überschrift "+++ Aktuell +++" schon über 100 Mal geteilt worden. Rund 300 Menschen haben einen "Like" oder eine andere Reaktion hinterlassen, minütlich erscheinen neue Kommentare unter dem Text. 

Die User, die längst nicht nur aus der Region um Paunzhausen stammen, stärken darin einhellig der Feuerwehr den Rücken. "Traurig, dass man diesen Artikel hier überhaupt schreiben muss", schreibt eine Userin aus dem nahen Schweitenkirchen. Eine andere Userin aus Sachsen meint: "Über solche Leute kann ich nur den Kopf schütteln. Ich bin jedenfalls froh, dass es die FFW gibt - und dass die Mitglieder alarmiert werden müssen für einen Einsatz, ist doch klar. Und wenn dann die Sirene mal kurz heult, ist doch ok." Mancher Kommentator drückt sich nicht ganz so zurückhaltend aus, bei vielen herrscht augenscheinlich Entsetzen über die Hintergründe eines solchen Posts.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Korbinian Lohner, der von der derart viralen Verbreitung seiner Botschaft völlig überrascht ist, sagt im Interview mit dem Freisinger Tagblatt: "Mit so einer Resonanz hätte ich nie gerechnet." Dabei ist das, was am Montagnachmittag an Likes, Shares und Kommentaren zusammengekommen ist, sicher noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Die Sirene im Video

Raffinierter Vorschlag: "Dürfen gerne an die Gemeinde spenden"

Es ist wohl vor allem die Mischung aus nüchterner Wortwahl und raffinierter Formulierung, die im Netz so gut ankommt. Etwa der Vorschlag Lohner für diejenigen, die sich von ihrem Ärger über die vermeintliche Ruhestörung nicht abbringen lassen wollen. "Gerne dürfen Sie der Gemeinde Paunzhausen eine Spende zukommen lassen, damit für jeden Kameraden ein Funkmeldeempfänger beschafft werden kann", schreibt Lohner als Empfehlung an die Nörgler. "Preis pro Stück: rund 350 Euro. Dann werden Sie die Sirene, außer zum monatlichen Probealarm, nie wieder hören."

Bei all der Aufmerksamkeit dürfte Korbinian Lohners Ziel, bei Anwohnern für mehr Verständnis zu sorgen, sicherlich bald erreicht sein. Dann nämlich, wenn sich die Botschaft auch offline per Mundpropaganda im Ort verbreitet.

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