Mit dem Radl auf der neuen Bus-Route

Neufahrn - Ende 2017 soll die Buslinie 692 an den Start gehen: Darüber sind sich der Landkreis, Neufahrn und Hallbergmoos einig. Die Linie verbindet die beiden Gemeinden über Mintraching, den Logistikpark Römerweg und das Kino. Von der „Ortsrunde“, die der Bus auf seiner Tour dreht, profitiert in Neufahrn vor allem der Süden. Über die Linienführung, geplante Haltestellen und neuralgische Punkte sprach jetzt Verkehrsreferent Florian Pflügler mit Bürgern bei einer Radltour.

Die Linienführung steht, wie Pflügler und Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier erläuterten, in den Grundzügen fest: Es geht vom Bahnhof aus über die Echinger Straße zum Nova-Gewerbepark - mit eigener Haltestelle etwa 50 Meter südlich des Kreuzungsbereichs (Echinger Straße/Am Hart). Nach einem weiteren Halt (Am Hart 4a) biegt der Bus links in die Ganghofer Straße, um weiter über die Albert-Einstein-Straße, den Auweg und die Robert-Koch-Straße zum Friedhof zu gelangen - und letztlich über die Albert-Schweitzer-Straße in die Grünecker-Straße einzubiegen.

Die anfangs geplante Route über den Lohweg war nach Anwohnerprotesten verworfen worden. Die Streckenführung über die Ganghoferstraße bietet darüber hinaus, wie der Verkehrsreferent hervorhob, wesentlich mehr Einwohnern einen guten Zugang zum 692-Bus - mit nicht mehr als 300 Metern Fußmarsch zur nächsten Haltestelle. Sportplatz und Thomahof mit eingeschlossen.

Kurze Wege soll es auch für Umsteiger auf die Linie 690 geben, die von und nach Garching unterwegs sind. Haltestellen, wie beispielsweise am Rewe in der Dietersheimer Straße, will man bei Bedarf versetzen. Somit wären Pendler in alle Richtungen - zur S 1, S 8 und U-Bahn-Station in Garching - gut vernetzt.

Soweit die Theorie. Doch wie schaut’s in der Praxis aus? Gut zwei Dutzend Bürger hatten sich trotz immer wieder einsetzender Regenschauer auf die Fahrräder geschwungen, um die Planungen auf den Prüfstand zu stellen. Markus Funke (FDP) wäre, wie schon im Gemeinderat betonte hatte, der Anschaulichkeit wegen lieber mit den Bus abgefahren. Doch das verbot sich, wie Pflügler betonte, aus wettbewerbstechnischen Gründen und Vorschriften der EU-weiten Ausschreibung für die Buslinie.

In der Ganghoferstraße dann die ersten skeptischen Blicke: Eine Verkehrsinsel vor dem Kindergarten (Villa Kunterbunt) schmälert die Straßenbreite beträchtlich. „Der Bus passt durch,“ versicherte Pflügler. Die abgesenkten Bordsteine lassen zudem Spielraum. Und Begegnungsverkehr zweier Busse, so der Verkehrsreferent, gibt es nicht. Denn der 692er fährt die Ortsrunde im Einbahnsystem: In der ersten Tageshälfte im Gegenuhrzeigersinn - später umgekehrt. Im Auweg schließlich wollten die Bedenken nicht so schnell weichen: „Wir werden massiven Protest einlegen“, hatte Irmgard Steinberger schon zu Beginn der Radltour angekündigt. Warum? Der Auweg ist eine Spielstraße in einem ruhigen Wohngebiet. Man sorgt sich um spielende Kinder und fürchtet Lärm - auch, wenn der Bus über die Pflasterung fährt. „Bis 22 Uhr Fluglärm - und nun bis 24 Uhr der Bus?“ Damit will sich die Anwohnerin nicht abfinden.

„Lieber ein Bus als 50 Autos“, argumentierte indes Victor Weizenegger (SPD). Pflügler machte darauf aufmerksam, dass in einer Spielstraße nur Schrittgeschwindigkeit (max. 7 km/h) erlaubt ist. Die Nachtfahrten ließen sich - ähnlich wie an Wochenenden - einschränken, so eine Überlegung Pflüglers.

Laut (vorläufigem) Fahrplan verkehrt der Bus werktags von 6 bis 24 Uhr im 40-Minuten-Takt. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist ein 60 Minuten-Takt von 13 bis 24 Uhr - ohne die Ortsrunde - vorgesehen. Und schließlich kam aus der Mitte der Runde, noch ein attraktiver Alternativvorschlag: Statt, so die Idee, den ganzen Auweg entlang zu fahren, könnte der Bus ostwärts in die Gardolostraße einbiegen, um schließlich die Robert-Koch-Straße und den Friedhof anzusteuern. „Ich freu mich über dies neue Variante“, betonte Pflügler. Denn damit ließe sich ein Einbiegen des Busses über die schwierige Spitzkehre an der Kreuzung Auweg/Robert-Koch-Straße vermeiden. Und auch die dichte Wohnbebauung am Mintrachinger Feld spricht für diese Route. „Ich werde mit dem MVV nächste Woche darüber sprechen“, versicherte der Referent.

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