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150 Bürger waren gekommen, um sich über Für und Wider der B301-Umfahrung zu informieren.

Infoabend

B301-Ortsumfahrung Rudelzhausen: Mensch oder Natur

Rudelzhausen - Die Rudelzhausener sind in Sachen B301-Ortsumfahrung gespalten. Daran hat die Infoveranstaltung der Bürgerinitiative nichts geändert. Die will Unterschriften für einen Bürgerentscheid sammeln – trotz Warnungen von MdB und Bürgermeister.

Draußen war es heiß. Und es war ein heißes Eisen, das am Mittwochabend drinnen im Gasthaus Festner-Busch in Rudelzhausen angefasst wurde: Zirka 150 Leute waren der Einladung der Bürgerinitiative „B 301 – Zeit für Vernunft“ gefolgt, um sich über das Für und Wider der geplanten Ortsumgehung zu informieren. Auf einen gemeinsamen Nenner kamen die Bürger nicht – zu sehr spaltet das Thema die Bevölkerung. „Der Lärm ist unerträglich. Wir können nicht mehr!“, klagte ein Zuhörer. „Wir müssen endlich auch einmal an die Natur denken“, mahnte eine Bürgerin.

Der Sachstand

Fakt ist: Die B 301-Ortsumfahrung Rudelzhausen/Puttenhausen ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 in den vordringlichen Bedarf gerutscht. Und das bedeutet: Die Vorplanungen können beginnen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die endgültige Trasse – sprich der Verlauf – schon feststeht. Petra Linseisen, Sprecherin der BI, stellte eingangs die möglichen Varianten vor: Die eine führt westlich um Enzelhausen und Rudelzhausen herum und mündet nördlich von Rudelzhausen wieder in die Bundesstraße. Zwei andere gehen östlich an Rudelzhausen vorbei: Die kürzere verläuft zwischen Rudelzhausen und Moosbach und schwenkt danach nördlich von Rudelzhausen wieder zurück auf die B 301. Die längere führt östlich um Moosbach herum und mündet erst nördlich von Puttenhausen wieder in die Bundesstraße. Letztere ist auch im Bundesverkehrswegeplan thematisiert – wird aber nur als „eine der Lösungsmöglichkeiten“ deklariert. So oder so: „Es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir darüber reden müssen“, sagte Linseisen. „Wir müssen uns überlegen, ob wir die Umfahrung von Rudelzhausen wollen und ob wir sie so wollen.“

Die Argumente der Gegner

Die Bürgerinitiative positioniert sich klar gegen die Umfahrung. Sprecher Georg Brunner kritisierte insbesondere die „immensen Auswirkungen auf den ländlichen Raum“, die so eine Umfahrung mit sich bringe. „Die Natur wird zerschnitten – durch Wildzäune, durch Leitplanken.“ Außerdem werde wieder ein Stück Land versiegelt: „Bayern ist Deutscher Meister im Flächenverbrauch – nicht nur im Fußball!“, holte er aus. Und weiter: „Das ist kein Wachstum, sondern Zerstörung. Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan geht’s genauso weiter.“ Um die Situation für die Anwohner zu entschärfen, gebe es andere Wege: Vom Flüsterasphalt und einer Verbesserung der Bushaltestellen bis zu einer Linksabbiegespur nach Tegernbach.

Die Argumente der Befürworter

Immer mehr Durchfahrtsverkehr, zu schnelles Fahren und eine hohe Lärmbelastung: Das sind die Gründe, warum Gemeinderat Bruno Stahl (Bürgerliste) pro Umfahrung argumentiert. Der Bundesstraßenanlieger berief sich auf zwei Geschwindigkeitsmessungen in der Ortschaft – ein Ergebnis: „Zwei Drittel der Fahrer fahren schneller als 50.“ Zudem habe er sich ein Gerät geliehen, um Schallpegelmessungen durchzuführen: „An der Freisinger Straße, bei zwei Metern Entfernung zur Fahrbahn, ist man lärmtechnisch bereits im Bereich einer Kreissäge.“ Und die bringe es im Leerlauf auf stattliche 83 Dezibel. Sein Fazit: „Wer das zur Kenntnis genommen hat, der kann doch nicht sagen, dass alles so bleiben soll, wie es ist.“

Das sagt Erich Irlstorfer

Geht es nach MdB Erich Irlstorfer, dann führt an der Umfahrung kein Weg vorbei: „Die B 301 ist ein wichtiger Zubringer zum Flughafen und nach München, die Umgehung von Rudelzhausen ist nur ein Teil des Gesamtausbaus der Bundesstraße 301.“ Laut der Straßenverkehrszählung aus dem Jahr 2010 fahren pro Tag zirka 6000 Kraftfahrzeuge durch Rudelzhausen. Nach den Prognosen des Bundesverkehrsministeriums sei bis 2030 mit einer Steigerung auf bis zu 9000 Fahrzeuge zu rechnen, wobei die Ortsumfahrung „für einen deutlichen Rückgang auf etwa 1000 Kfz sorgen würde“. Die 20,3 Millionen Euro seien daher gut angelegt: „Denn bei dieser Diskussion muss man sich auch über das Schutzgut Mensch unterhalten.“ Außerdem sollte man gründlich abwägen: „Wenn wir uns von dem Projekt verabschieden, können wir nicht mehr zurückspulen. Dann sind die Mittel weg.“

So geht es weiter

Für die Bürgerinitiative ist die Sache klar: „Wir werden Unterschriften für einen Bürgerentscheid sammeln“, sagte Sprecher Georg Brunner. „Wir möchten wissen, was die Allgemeinheit will.“ Da mahnte Irlstorfer aber sogleich zur Vorsicht: „Ich bitte, hier zu bedenken, dass man für einen Bürgerentscheid den richtigen Zeitpunkt wählen muss. Man weiß doch nicht mal, wie die Trassierung aussehen wird.“ Bürgermeister Konrad Schickaneder wählte weit drastischere Worte: „Es wäre fatal für unsere Gemeinde und der völlig falsche Weg, diese Planungen jetzt stoppen zu wollen. Lasst das die Bürger in zehn bis 15 Jahren entscheiden.“

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