Am letzten Kindergartentag vor der Sommerpause testen hier die kleinen „Löwenzähne“ schon einmal, wie es sich bei strahlendem Sonnenschein gut geschützt auf dem Spielplatz aushalten lässt. Foto: Wilms

Sonnensegel: Einsatz des Elternbeirats wird belohnt

Dietersheim - Trotz einigen Widrigkeiten hat der Elternbeirat des Dietersheimer Kindergartens Löwenzahn weitergekämpft - und sich gute zwei Jahre lang intensiv für die Errichtung großer Sonnensegel im Garten der 2014 eröffneten Einrichtung stark gemacht. Und der Einsatz hat sich gelohnt: Unmittelbar vor Beginn der großen Ferien wurden zwei Segel gesetzt.

Die Kinder der Ferienbetreuung profitieren dieser Tage als erste von der Neuerung: Unbeschwert können sie, auch wenn die Sonne herunterbrennt, im Schatten auf den Außenanlagen spielen. Bis aber der Elternbeirat die rund 2500 Euro Spendengelder für den flächendeckenden Sonnenspender beisammen hatte und vor allen Dingen deren Installation von Echinger Gemeindeseite bewilligt wurde, war es ein regelrechter K(r)ampf.

Von Beginn an stieß die Tatsache, dass bei einem funkelnagelneuen, 4,9 Millionen Euro teuren Bau für über 70 Kinder und bis zu sieben pädagogischen Betreuungskräften kein großflächiger Sonnenschutz für Haus und Garten vorgesehen war, bei Müttern und Vätern auf ziemliches Unverständnis. So scheint die Sonne an der Glasfront an der Westseite ungehindert in die Gruppenräume herein, die lediglich von innen durch dunkelrote Vorhänge abgedunkelt werden können.

Mit allerlei Einzelmaßnahmen versuchten Team und Elternschaft, die pralle Sonneneinstrahlung auf das neu angelegte Freigelände einzudämmen, das naturgemäß noch nicht über „gewachsenen“ Baumschatten verfügt. Ein vom alten Kindergarten übernommenes Sonnensegel erwies sich jedoch als ineffektiv und viel zu klein. Im vergangenen Jahr haben die Eltern Schirme und Pavillons zur Verfügung gestellt, um den Kindern an schönen Sommertagen ein Spielen draußen zu ermöglichen. Der Elternbeirat schaffte zudem erste Sonnensegel an, die vom Bauhof aufgehängt wurden, um wenigstens den in der prallen Sonne liegenden Sandkasten zu beschatten. Die Pflanzen, die dort den natürlichen Schatten spenden sollen, sind erst zirka 50 Zentimeter hoch.

Mit der Anschaffung dreier Sonnenschirme für die Terrassen (Kostenpunkt: 6000 Euro) von Seiten der Gemeinde gab es seit Juli letzten Jahres inzwischen allerdings schattige Inseln, auf denen etwa Malen, Basteln, (Vor)-Lesen oder ruhige Gesellschaftsspiele möglich sind. An der Situation im Grünen rund um die Geräte freilich, beim freien Spielen und Toben, hat sich nichts geändert - auch nicht durch eine Ortsbesichtigung von Gemeinderat und Bürgermeister.

Seit 2014 lehnte die Gemeindeverwaltung verschiedene Angebote von Beschattungsspezialisten (unter anderem) mit dem Hinweis ab, dass „eine Vollbeschattung nicht wünschenswert“ sei. Der Durchbruch für die hartnäckigen Eltern kam mit dem Kontakt zur Freisinger Firma Bergmann zustande, ausgewiesene Experten hinsichtlich Beschattungen speziell von Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Fachfirma konnte gute Empfehlungen anderer Echinger Einrichtungen vorweisen. So gelang es schließlich, die Sicherheits- und sonstigen Bedenken mit Hilfe einer Gewährleistungsgarantie auszuräumen.

Nach viel beharrlicher Geduld können jetzt die Sommer- und Sonnensegel gehisst werden, die hoffentlich ein paar Jahre lang gute Dienste leisten werden - bis die neu gepflanzten Bäume als natürliche Schattenspender ausreichend Schatten werfen.

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