Tafel-Freuden für 55 treue Helfer

Freising - Freising – Sie versorgen Hilfsbedürftige, sie legen „ein Zeugnis für unsere Solidargemeinschaft“ ab, lobte OB Tobias Eschenbacher: die rund 55 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Freisinger Tafel. Als Anerkennung ihres Einsatzes waren die Helfer am Dienstag in den Bayerischen Hof geladen worden.

„Heute dürfen Sie sich einmal an die gedeckte Tafel setzen“, begrüßte sie Annette Neumair, Präsidentin des Rotary-Clubs Freising. Die Idee zu diesem Dankeessen kam von dem Rotarier-Duo Peter Lenz und Antonia Seubert. Beide kredenzten denn auch höchstpersönlich den ehrenamtlichen Helfern die herbstliche Kohlrabisuppe mit Waldpilznockerl, die es nach der Begrüßung durch Neumair und vor den Ansprachen der Prominenz gab.

Landrat Josef Hauner beschrieb den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte so: „Sie stocken auf, was bei vielen Familien fehlt.“ Dass in Deutschland derzeit auch rund 280 000 Flüchtlinge durch Tafeln versorgt werden, war Anlass für Hauner, die Freisinger Tafel zu loben: „Zu der Lösung, die Sie gefunden haben, um Flüchtlinge versorgen zu können, ohne dass es zu Lasten der Einheimischen geht, beglückwünsche ich Sie.“ Peter Bach, der Vorsitzende der Freisinger Tafel, erklärte den Kompromiss: Seit Mai gebe es einen Aufnahmestopp für alleinstehende junge Männer. Freisinger Bürger und auch Flüchtlingsfamilien werden aber weiterhin versorgt. Dass man früher rund 120, jetzt aber 300 Kunden habe (über die man 600 Personen versorge), rühre daher, dass 55 Prozent der Kunden inzwischen Flüchtlinge seien. Konkurrenz und Neid zwischen Alt- und Neukunden hätten sich in Freising „nicht festgesetzt“, berichtete Bach.

OB Eschenbacher würdigte die Arbeit der Tafel so: „Sie tragen dazu bei, dass die Gesellschaft menschlich bleibt“ – eine Gesellschaft, die immer mehr mit Ellbogen arbeite und in der ein zunehmend rauher Ton herrsche. Dass das in Freising etwas anders ist, daran hat ein Mann einen großen Verdienst, der die Tafel gegründet hat, lange Jahre ihr Vorsitzender war und deshalb jetzt das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommt: Eberhard Graßmann.

Der dürfte sich mindestens genauso gefreut haben wie sein Nachfolger Bach, als Günther Baumann, der Leiter der Lohnsteuerhilfe Bayern, einen Scheck über 2000 Euro überreichte. Da schmeckten Rücken vom Weideochsen, Waller oder auch das Nougat-Karamel-Parfait doch gleich noch besser.

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