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Nach vielen Problemen

Technospatzen hören auf: Attraktion im Freisinger Nachtleben gestorben

Freising - Das Freisinger Nachtleben ist nach diesem Wochenende um eine Attraktion ärmer. Die Domberger Technospatzen, die viele Veranstaltungen im Lindenkeller, Towers und letztlich im Nigel Parker veranstalteten, hören auf – mit zwei weinenden Augen.

Harte Bässe, schnelle Beats: Manchmal fühlte man sich im Nigel Parker wie in einem Berliner Untergrundclub. Größen der Drum `n` Bass-Szene legten dort auf, die Stimmung war prächtig. Nur eben nicht immer. Das ging so weit, dass Joseph Berger (25), Raffael Schlackl (24) und Lemarr Baqai (21) alias „Domberger Technospatzen“ aufhören. Mit einem Facebook-Post beendeten sie ihr gut einjähriges Engagement in Freising, das Höhen und Tiefen hatte. Trotz der vielen Arbeit, der vielen Stunden an Vorbereitung, die jede Party mit sich brachte, durften die jungen Veranstalter schnell feststellen, dass Freising keine Oase der Partygänger ist. Und genau das brachte Probleme mit sich.

Berger, Schlackl und Baqai kritisieren die Mentalität vieler Gäste, keinen Eintritt zahlen zu wollen – und das für Künstler, die in der Elektro-Szene einen Namen haben. „Das waren auch Künstler, die uns finanziell entgegenkamen, um das Projekt zu unterstützen“, sagt Baqai. Doch nicht nur das sei das Problem gewesen: Diverse Vorgaben, wie die Putzstunde um 5 Uhr („Eigentlich ist es normal, die Leute tanzen zu lassen, bis sie nicht mehr können“), oder die geringe Toleranzschwelle von Nachbarn habe das Projekt zum Scheitern verurteilt. „Oft kam der Lärm auch nicht von uns, sondern von der Studentenverbindung gegenüber“, sagt Baqai. Aber: „Auf uns fiel das dann zurück, sodass es bis zur Anzeige kam.“ Hier hätte man sich mehr Unterstützung seitens der Stadt gewünscht.

Doch in ihrem Rückblick ist nicht alles schlecht. Die drei möchten „keine Sekunde dieser Zeit missen“. Das Veranstaltungs- und Nigel-Parker-Team sei wie eine Familie geworden, schreiben sie. Vorerst ist das Kapitel Freising aber beendet: „Wir wollen jetzt erst mal zur Ruhe kommen. Joseph und ich werden aber fast sicher irgendwo als Veranstalter weitermachen.“ Raffael Schlackl wird sich wieder voll auf sein BWL-Studium in Nürnberg konzentrieren. Es ist ein Ende mit zwei weinenden Augen: „Wir haben uns immer bemüht, dem Freisinger Nachtleben qualitative Veranstaltungen mit anspruchsvoller Musik zu bieten.“ Leider hat das vielen wohl nicht gereicht – und jetzt ist die Domstadt um eine Attraktion ärmer.

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