Vereinbarung mit Bauamt fehlt noch

Tierheimbau verschiebt sich 

Neufahrn - Schlechte Nachrichten für die Tierschützer im Landkreis Freising: Der Tierheimbau verzögert sich. Wollte man noch im Herbst mit den Bauarbeiten in Neufahrn beginnen, so wird es jetzt wohl März. Tierschutzverein-Vorsitzender Joseph Popp ist ratlos, denn die Verzögerung liegt am Bauamt.

Seit 2012 schon ist Joseph Popp wegen des geplanten Tierheimbaus mit dem Staatlichen Bauamt in Kontakt. Zweimal mussten Pläne geändert werden, alles aber kein Problem: „Damals hatten wir es ja nicht eilig.“ Jubelstürme gab es bei Popp dann im Juni: Endlich war die Baugenehmigung da, ein Meilenstein in der Geschichte des Tierschutzvereins. Zweieinhalb Monate später jedoch hat die Euphorie großer Ernüchterung Platz gemacht. Denn noch immer fehlen die rechtlichen Voraussetzungen für die Zufahrt seitens des Bauamts. Von den Mitarbeitern dort fühlt sich der Vorsitzende des Tierschutzvereins hingehalten: Sachbearbeiter krank, im Urlaub – „das ist inakzeptabel“, sagt Popp. Er werde sich rechtliche Schritte vorbehalten. Auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde schloss er nicht aus.

Dafür lag schon eine Rechnung des Bauamts im Briefkasten: 13 800 Euro für Umzeichnungsarbeiten auf der Straße, Ablösesumme und Verwaltungskosten. Unklar ist auch, ob eine Bürgschaft für die Summe hinterlegt oder direkt bezahlt werden soll – auf eine entsprechende Anfrage hat Popp noch keine Antwort erhalten.

„Was sollen wir tun?“, fragt sich der Vorsitzende. Momentan geht nichts – dabei war geplant, im Oktober loszulegen. Allerdings kann man ohne die rechtlichen Voraussetzungen auch nicht ausschreiben – und die Baufirmen sind derzeit ausgelastet. Und die Verzögerungen bringen Probleme mit sich. Das größte: die Mehrkosten. Eine genaue Summe will Popp nicht öffentlich machen, aber: „Sie können davon ausgehen, dass es bei einem Millionendarlehen nicht unerheblich ist.“ Er ist besorgt: „Die Leute halten uns mittlerweile schon für blöd, weil da gar nichts vorangeht.“ Popp betont aber, dass keine der Verzögerungen am Tierschutzverein liege. Und jetzt läuft langsam, aber sicher die Zeit davon.

Denn: Der Baubeginn wird sich auf März verschieben. Nur die Erschließung sollte heuer noch gemacht werden. Aber auch hier ist das Problem, kurzfristig eine Firma zu finden, die das erledigt. „Wir hoffen, dass wir bei einem Unternehmen noch irgendwie reinrutschen.“ Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass die entsprechende Vereinbarung mit dem Bauamt zeitig getroffen wird.

Bis es soweit ist, kann Popp nur weiter „betteln, bitten, schimpfen, randalieren“, wie er mit Galgenhumor sagt. Er hofft, dass bald alle im Bauamt aus dem Urlaub kommen, um die Vereinbarung endlich fix zu machen. Demnächst wird zumindest auf dem Grundstück der Bau mit einem Vermessungsingenieur abgesteckt – dann könne man sehen, wo das Gebäude letztlich stehen wird. Außerdem wird der Tierschutzverein im Herbst eine großangelegte Spendenaktion starten – um einen Teil der Mehrkosten zu decken, die durch die erneuten Verzögerungen entstehen. Dazu werden rund 1800 Firmen aus dem Landkreis vom Tierschutzverein angeschrieben.

Rubriklistenbild: © dpa

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