Das war’s dann mit der Beschaulichkeit in Günzenhausen – allerdings nur, was Internet-Tempo betrifft. Bald sind im GOD-Bereich bis zu 200 Mbit/s möglich. Foto: wilms

Auf der Überholspur ins Internet

Günzenhausen - Internet-Revolution im nördlichen Echinger Gemeindegebiet: Günzenhausen und Co. werden ab September äußerst flott ans Netz der Netze angeschlossen. Die Telekom macht’s möglich.

Derzeit hinken Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen hinsichtlich eines schnellen Internetzugangs noch deutlich hinter modernen Standards her. Doch das wird bald besser - und zwar viel besser. Im Echinger Gemeinderat wurde am Dienstag einstimmig beschlossen, dass die nördlichen Gemeindeteile nun eines der modernsten Telekommunikations-Netze der Kommune erhalten - bis zu 200 Mbit/s im Download und 100 Mbit/s im Upload. Konkret besteht dann für jedes einzelne Haus die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu bekommen, der die hohen Datenzugangsraten für alle Dienste wie Sprache, Internet oder auch Video beinhaltet.

Heute sind die 353 Grundstücksanschlüsse mit insgesamt 633 Haushalten lediglich über Zweidrahtanschlüsse angebunden, wie sie in der Regel für normale Sprachtelefonie genutzt werden. Die einzige Möglichkeit, einigermaßen schnell im Internet unterwegs zu sein, besteht über Mobilfunkgeräte, bei denen die LTE-Technologie (Long Term Evolution = schnelles mobiles Internet) zur Anwendung kommt. Diese Technologie steht im Normalfall für gängige PCs nicht zur Verfügung. Im Echinger Norden eingesetzt wird nun ein NGA (Next Generation Access = neueste Generation des Netzwerkzugangs bis ins Haus).

Untersucht wurde im Auftrag des Rathauses der bisherige Status quo vom Telekommunikations-Beratungsunternehmen Corwese Gmbh aus Seefeld. Karl Kolbinger, Experte und Ansprechpartner von Corwese, stand in der Gemeinderatssitzung für Fragen und weitere Erläuterungen zur Verfügung, nachdem Bürgermeister Josef Riemensberger im Vorfeld schon fachmännisch und detailliert ins Thema „schnelles Internet“ eingeführt hatte.

Das einzige Angebot, die entsprechende Netzinfrastruktur aufzubauen, kam von der Deutschen Telekom und lag nach Nachverhandlung bei knapp 900 000 Euro. Die Verwaltung hatte ursprünglich mit 650 000 Euro kalkuliert. Auf Rückfrage von Sieglinde Lebich (Grüne), warum es nur einen Anbieter gab, antwortete der Bürgermeister: „Es wurden vier Telekommunikationsanbieter angefragt, aber nur die Telekom gab ein nachvollziehbares Angebot ab.“ Bei der Gesamtfinanzierung werden 60 Prozent über ein öffentliches Förderprogramm abgedeckt. In der Gemeinde verbleiben Kosten von 363 799 Euro.

Die Anschlusskosten pro Haus sollen sich aber dennoch nur auf 600 Euro belaufen. Ursprünglich waren sie mit stolzen 1800 Euro angesetzt. Diese Differenz geht zu Lasten der Gemeinde Eching, die den Bürgern damit einen günstigen Einstieg ermöglichen will. Im September soll der Auftrag an die Telekom vergeben werden, die bereits angekündigt hat, das Vorhaben innerhalb von zwölf Monaten zu realisieren.

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