Wie im Action-Film

Verfolgungsjagd in Hallbergmoos: Autoknacker gerät an die Falschen

Hallbergmoos - Szenen wie aus einem Action-Film haben sich am Samstag in Hallbergmoos abgespielt: Der Einbruch in ein Auto führte zunächst zu einer Verfolgungsjagd und schließlich zu einem Showdown auf einem von der Polizei umstellten Maisfeld.

Alles begann mit einem lauten Geräusch: Am Samstag in den frühen Morgenstunden hörte die 49-jährige Bewohnerin eines einsam gelegenen, ehemals landwirtschaftlich genutzten Anwesens in Hallbergmoos plötzlich lautes Türknallen. Ihr war sofort klar, dass es sich dabei um ihr Auto handeln musste, das im Innenhof abgestellt war. Wie die Polizei Neufahrn mitteilt, stürmte die mutige Frau sofort nach draußen und stieß auf einen dunkel gekleideten Mann, der gerade dabei war den Innenraum des Familienautos zu durchwühlen. Als sie den Täter zur Rede stellen wollte, flüchtete dieser über die Felder in Richtung S-Bahn Hallbergmoos.

„Die Frau reagierte absolut richtig“, schreibt Hauptkommissar Thomas Wiedmann. Sie rief sofort nach ihrem Mann und wählte parallel dazu den Notruf, um die Polizei zu informieren. Während sie eine detaillierte Beschreibung des Täters ablieferte, nahm ihr Ehemann (47) im Auto die Verfolgung des Täters auf – und trieb diesen in ein Maisfeld, das von den eintreffenden Polizeibeamten sofort umstellt wurde.

Eine Streifenbesatzung der PI Neufahrn wollte sich allerdings nicht darauf verlassen, dass der Täter das Feld nicht bereits verlassen hatte, und bezog auch das nähere Umfeld in ihre Fahndungsmaßnahmen ein, wie Wiedmann mitteilt. „Dies stellte sich als richtig heraus, da der Täter sich bereits in ein nebenliegendes Maisfeld durchgeschlagen hatte.“ Er wurde von den Einsatzkräften dabei beobachtet, wie er immer wieder aus dem Feld kam, um sich nach potenziellen Verfolgern umzusehen. Anschließend verschwand er wieder und verbarg sich im dichten Bewuchs.

Die Polizeikräfte umzingelten auch dieses Feld – und zogen dann eine Trumpfkarte, mit der der Autoknacker nicht rechnete: Sie setzten einen aus Erding angeforderten Polizeihund ein – mit Erfolg, wie Wiedmann schreibt: „Offensichtlich hatte bereits das martialische Bellen des Hundes dazu geführt, dass der Täter freiwillig das Feld verließ und von Polizeikräften festgenommen werden konnte.“

Bei dem Autoknacker handelt es sich um einen 20-jährigen Mann aus München. Diesen erwartet nun ein Strafverfahren wegen eines besonders schweren Falles von Diebstahl. Das Fazit des Polizeihauptkommissars: Auch in Zeiten der Internet-Fahndung können eine aufmerksame Wohnbevölkerung und auf Seiten der Polizei gut ausgebildete Manpower ausschlaggebend sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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