Vier Fraktionen sprechen sich für Thaler aus

Eching - Das hat es auf der lokalpolitischen Bühne in Eching noch nicht gegeben: Mit der SPD, den Bürgern für Eching, den Grünen und der Echinger Mitte haben sich vier der sechs im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen für die Bürgermeisterwahlen am 3. Juli auf den jungen, parteilosen Sebastian Thaler verständigt. Ein Kandidat, der noch dazu nicht aus Eching kommt.

In neun Wochen ist es soweit: Dann entscheiden die Wähler, ob sie ihre Kreuzerl für Sebastian Thaler, 29 Jahre, Betriebswirt und Diplom-Kaufmann, machen oder beim kürzlich nominierten CSU-Kandidaten Thomas Kellerbauer. Er sei, sagte Thaler bei seiner Vorstellung am Donnerstag im Bürgerhaus, dankbar für die breite Zustimmung, die nun über die SPD-Grenzen hinausgeht. Der gebürtige Oberpfälzer versicherte, als „Bürgermeister für alle“ auch für CSU und Freie Wähler offen zu sein. Die inhaltliche Übereinstimmung der Allianz von SPD, BfE, Grünen und Echinger Mitte bezeichnete er als gute Basis, um sich zum Wohle der Gemeinde einzusetzen.

Mit Plädoyers warben alle Unterstützer für den Kandidaten. „Er kann’s“, lautete das knappe Resümee des SPD-Ortschefs Carsten Seiffert bei seiner Begrüßung der gut 200 Besucher im Bürgerhaus. BfE-Vorsitzende Sylvia Jung ist sich sicher: „Er bringt Führungsqualitäten mit und weiß von Berufs wegen, wie wichtig gute Berater im Team sind. Die Fortsetzung der schwarzen Verhinderer-Politik wollen wir nicht weiter verantworten.“

Auch Axel Reis (Grüne) bedauerte die „geistige und politische Verengung“ in Eching mit einer Ausrichtung ausschließlich auf den Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Parteikollegin Siglinde Lebich: „Was es außer Plänen und Bauwerken noch gibt, ist nicht nur ein politisches Gebilde, sondern ein Ort wo man liebt, lebt und streitet.“ Die freiwilligen Leistungen seien es, die das Leben bereichern, so Lebich. Und dazu habe sich Sebastian Thaler klar bekannt. Bertram Böhm (Echinger Mitte), der selbst mit dem Gedanken gespielt hatte, zu kandidieren, kam zu dem Ergebnis: „Sebastian ist besser.“ Deshalb sein Appell: „Geht zur Wahl!“

Für den Kandidaten galt es bei seinem ersten öffentlichen Auftritt „Werbung in eigener Sache zu machen“. Er bringe eine große Motivation für die reizvolle Aufgabe mit, versicherte Thaler, wolle die Gemeinde aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. Denn Eching sei prinzipiell eine familienfreundliche, gesunde, Gemeinde mit beispielhaften Einrichtungen und einem regen Vereinsleben. Aber: „Wo ist in den letzten Jahren die Entwicklung geblieben?“ lautete seine Frage, gefolgt von der Einladung: „Lassen sie uns Eching gemeinsam entwickeln!“

Für dieses Ziel betrachtet er es eher als Vorteil, „unvoreingenommen“ an die Aufgaben heranzugehen, weil er „nicht im örtlichen Geflecht verhaftet“ sei. Entwickelt habe sich allerdings nach seiner Wahrnehmung „viel Unzufriedenheit“ in der Gemeinde. Der Grund: Es werde mehr verwaltet als gestaltet. Dazu nannte Thaler eine Handvoll Handlungsfelder mit Verbesserungspotential - zum Beispiel die Akzeptanz von Bürgerplatz und Bürgerhaus oder die im Vergleich zu Nachbargemeinden hohen Kosten für Saal- und Hallenmiete. In punkto Rathausumbau zog er Vergleiche zu anderen Kommunen, die mit Neubauten anstelle von Sanierungen günstiger gelegen seien.

Thalers vorrangiges Thema lautet „bezahlbares Wohnen“. Eine wichtige Zukunftsaufgabe sieht er parallel zu einer planvollen Bodenvorratspolitik zur Schaffung erschwinglichen Wohnraums darin, durch die Ansiedlung hochwertigen Gewerbes qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen.

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