Neuralgischer Punkt ist das städtische Grundstück an der Ecke Giggenhauser Straße/Am Mitterfeld. Hier wird in zwei Wochen die Probeabsenkung gestartet. Foto_ lehmann

Den Vöttingern wird das Wasser abgegraben

Freising - In zwei Wochen geht es los, laufen die Pumpen an, wird das Grundwasser in Vötting innerhalb von fünf Wochen um maximal acht Meter abgesenkt.

Man stand an einem „neuralgischen Punkt“, klärte Referatsleiter Franz Piller auf: Unter dem städtischen Grundstück an der Ecke Giggenhauser Straße/Am Mitterfeld ist nämlich der Punkt, an dem das Grundwasser am meisten abgesenkt wird: acht Meter, so Severin Hotop (Ingenieurbüro Eder). Denn bis zu dieser Stelle wird der künftige Tunnel von Norden her kommend in bergmännischer Bauweise vorgetrieben werden. Länge: 461 Meter. Ab dieser Stelle wird der Tunnel später in offener Bauweise erstellt. Will heißen: Die Decke wird gegossen, dann wird unter der Decke der Tunnel gebaut. Länge: 213 Meter.

Bergmännisch wird da gebaut, so Emanuel Birle (Zentrum Geotechnik der TUM), wo man im nahezu wasserundurchlässigen tertiären Hügelland baut. Dort wird dann beim Bau das Grundwasser abgesenkt, weil der Vortrieb nur in trockenem Erdreich stattfinden kann. Um das zu simulieren und um zu sehen, wie die Häuser im Umkreis von 200 Meter auf die Grundwasserabsenkung reagieren, startet man jetzt den Probeabsenkversuch. 481 Höhenbolzen hat man zuvor an den Häusern angebracht, so Rainer Seidl (Vermessungsbüro Seidl): Diese ermöglichten es zu jedem Zeitpunkt, millimetergenau zu beobachten, ob sich Häuser setzten. Das werde auch während des Tunnelbaus so erfolgen.

Das abgepumpte Wasser wird über Rohre und ein kleines Absetzbecken in einen Kanal und weiter in die Moosach abgeleitet, erklärte Wolfgang Kovar (Hölscher Wasserbau GmbH). Maximal dürfen 32 Liter pro Sekunde aus den vier, jeweils 27 Meter tiefen Brunnen abgepumpt werden. Wie Piller und OB Tobias Eschenbacher betonten, hätte man auf die Pumpversuche auch verzichten und die Wassermengen, die man abtransportieren müsse, berechnen können. Aber man wolle im Sinne der Anwohner und mit Blick auf die Ausschreibungen auf Nummer sicher gehen, habe „weit mehr draufgepackt als gesetzlich vorgeschrieben“, so der OB.

Für den Abschnitt mit offener Bauweise findet keine Probeabsenkung statt. Dort wird wegen des durchlässigen Kies- und Torfbodens das Wasser mittels Spuntwänden zurückgehalten und mit Dükern unter dem Tunnel hindurchgeleitet. Laut Aussage aller Experten sei mit größter Wahrscheinlichkeit mit Gebäudeschäden nicht zu rechnen, betonte Piller.

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