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Eine Frau, die existenziell für die Menschheitsgeschichte sei und das Leben auf den Punkt bringe wollte Künstlerin Lioba Leibl (r.) für den Zollinger Kirchenvorplatz schaffen: Mit ihrer außergewöhnlichen Marienfigur ist ihr das gelungen.

Marienfigur auf dem Kirchenvorplatz in Zolling

Die starke Gottesmutter

Maria mit dem Kind: Eine ganz besondere Darstellung der Gottesmutter ist der Künstlerin Lioba Leibl gelungen. Das Kunstwerk steht nun auf dem Kirchenvorplatz in Zolling. Mit der Segnung der Figur wurde der neu gestaltete Platz am Pfingstsonntag offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Dass manche Erlebnisse alleine schon durch die Phase der Vorfreude ihren ganz besonderen Glanz bekämen, daran erinnert Bürgermeister Max Riegler zu Beginn der kleinen Feierstunde. Der endgültigen Fertigstellung des Platzes vor der Zollinger Pfarrkirche St. Johannes seien nämlich viele Etappenziele in den vergangenen Jahren vorausgegangen. Mit dem Neubau des Pfarrkindergartens in unmittelbarer Nachbarschaft wurde im Jahr 2012 die Maßnahme eingeläutet. Damals konnte die Fläche zwischen Kindergarten und Roiderstraße in Erbpacht genommen werden, erinnerte Riegler.

Nach einem positiven Beschluss des Gemeinderats, diesen Platz neu zu gestalten, sei auch bald eine Zusage durch die Städtebauförderung erfolgt: Die Baumaßnahme wurde mit 60 Prozent der förderfähigen Baukosten bezuschusst. Brunnen, Altar und Sitzbänke wurden installiert. Die vierte Komponente, die dem Platz sein ganz eigenes Leben einhauchen sollte: eine Marienfigur. Und dass es mit dieser Figur eine ganz besondere Bewandtnis habe, auch das stellte Riegler heraus. Ein anonymer Spender hatte sich bereit erklärt, die Kosten für die Kunstfigur zu übernehmen.

Nach längerer Anlaufphase fand man in der Hebertshausener Künstlerin Lioba Leibl die richtige Partnerin für dieses Projekt. Es sei der besondere Platz zwischen Seniorenheim, Kindergarten und Kirche, die sie zur Gestaltung der Figur inspiriert habe, verriet die Künstlerin im Anschluss. Maria als kraftvolle Frau darzustellen, die existentiell für die Menschheitsgeschichte sei und das „Leben auf den Punkt“ bringe: Das habe sie darstellen wollen. Und dass sich die Maria bei ihr nicht als „harmonisch nette Maria“ herauskristallisiert habe, sondern als eine, die als Mutter „mitten im Leben“ stehe, sei schlüssig. Denn Muttersein heiße nun mal auch, wegstecken zu können und die Kinder in die Welt gehen zu lassen. Die Bronzeskulptur zeige dies in ihrer besonderen Art der Bearbeitung. Die teils zerklüftete Oberfläche stehe auch für Schmerz und Trauer. Den Betrachtern wünschte Leibll, mit der Figur „in Dialog“ zu treten. Denn je öfter man ein Kunstwerk betrachte, desto häufiger wechsele auch die Betrachtungsweise: „Man wächst damit. Oft ist es auch die eigenen Stimmung, die den Ausschlag gibt, was ich beim Betrachten sehe“, so die Künstlerin.

Kirchenpfleger Hans Seibold lobte die Marienfigur als „hervorragend gelungenes“ Werk; ein „kleines Juwel“, an dem man lange Freude haben werde. Im Anschluss an die Maiandacht, die Pater Ignatius Kullu zelebrierte, durften sich die Gäste an einem üppigen Buffet erfreuen. Die Zollinger Frauen von St. Johannes hatten schmackhafte Häppchen vorbereitet, die dankbare Abnehmer fanden.

Maria Martin

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