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Den Ernstfall proben die Feuerwehrfrauen und -männer in der Brandsimulations- und Löschtrainingsanlage. Hier herrschen extreme Bedingungen. 

25 Jahre Feuerwehr-Ausbildungszentrum Zolling

Hier gehen Frauen und Männer ins Feuer

Zolling - Für die Landkreis-Feuerwehren ist das Ausbildungszentrum in Zolling eine unverzichtbare Einrichtung: In der dortigen Atemschutzübungsanlage werden die Floriansjünger auf den Ernstfall vorbereitet – und das seit 25 Jahren. Und mit der neuen Containerübungsanlage hat der Landkreis eine Vorreiterrolle übernommen. Am Sonntag, 16. Oktober, wird der Geburtstag des Ausbildungszentrums gefeiert.

Bereits in den 1980er Jahren reifte bei den Feuerwehren im Landkreis Freising der Gedanke, eine zentrale Ausbildungsstelle zu errichten. Einige Standorte wurden von Politikern und Feuerwehr-Vertretern damals unter die Lupe genommen – unter anderem die BayWa-Lagerhäuser in Moosburg und Freising sowie der Landkreisbauhof in Zolling. Die Wahl fiel 1987 schließlich auf Zolling. Es dauerte zwei Jahre, bis im Mai 1989 mit dem Bau begonnen werden konnte. Am 22. September 1989 wurde Richtfest gefeiert. Obwohl die Einrichtung am 2. Januar 1991 an den Start ging, wurde sie erst am 15. Juni 1991 vom damaligen Landrat Ludwig Schrittenloher offiziell eingeweiht. Das Ganze ist nun 25 Jahre her.

Schon damals gab es rund 700 Atemschutzgeräteträger, denen 300 Geräte zur Verfügung standen. Sie alle schätzten die Ausbildung in der neuen Übungsanlage. Heute sind im Landkreis Freising rund 840 Atemschutzgeräteträger im Einsatz (und etwa 500 Geräte auf 83 Feuerwehren und drei Werkfeuerwehren verteilt). Sie alle wurden in der Ausbildungsstelle in Zolling auf den Ernstfall vorbereitet.

Im „Käfig“ geht’s ans Eingemachte

Die Trainingsanlage im Erdgeschoß des Gebäudes ist das Herzstück der Einrichtung. Alle potenziellen Atemschutzgeräteträger müssen den Fitnessraum und die Kriechstrecke durchlaufen – in Schutzkleidung und mit einem zirka 30 Kilogramm schweren Atemschutzgerät auf dem Rücken. „Hier geht’s ans Eingemachte“, weiß Kreisbrandrat Heinz Fischer. Die Kameraden werden quasi auf Herz und Nieren getestet, ob sie für den Dienst geeignet sind. „Die einen schaffen den Parcours locker“, weiß Fischer. „Es gibt aber auch Kameraden, die müssen nochmal antreten – zur eigenen Sicherheit.“

Landkreis investiert in Übungsanlage

Regelmäßig ist die Übungsanlage belegt – meist am Abend und am Wochenende. Auch die Schulungsräume im ersten und zweiten Obergeschoß sind restlos ausgebucht. Ursprünglich war im obersten Stockwerk das Feuerwehrmuseum untergebracht. Doch vor vier Jahren musste dieses aus Platzgründen ausgelagert werden. Die Raritäten aus längst vergangenen Tagen können nun bei der Feuerwehr Au besichtigt werden. Seit August ist das Ausbildungszentrum um eine Attraktion reicher: Eine multifunktionale Containerübungsanlage wurde auf dem Gelände aufgebaut. Da es bislang nicht möglich war, Brandeinsätze zu simulieren und das Arbeiten unter Hitze und Rauch zu üben, investierte der Landkreis in die Brandsimulations- und Löschtrainingsanlage – zumal gemäß einer Neuregelung der Atemschutzausbildung mittlerweile zehn Stunden Ausbildung unter extremen Bedingungen gefordert werden. Bisher wurden solche Übungsanlagen angemietet oder die Aktiven auf Lehrgänge nach Ingolstadt geschickt. Nun hat der Landkreis rund 350 000 Euro in eine eigene Anlage investiert. Ab sofort können Zimmerbrände unter realen Bedingungen simuliert werden – bei Temperaturen bis zu 400 Grad. „Mit dieser Anlage sind wir deutschlandweit Vorreiter“, sagt Kreisbrandmeister Stephan Steinberger.

Neues Zentrum im Visier 

Auf dem Gelände in Zolling wird es langsam eng für die Feuerwehr. Deshalb macht sich Kreisbrandrat Heinz Fischer bereits Gedanken über einen neuen Standort: „Wir brauchen ein größeres Ausbildungszentrum“, sagt er und hat auch schon ein Gelände im Westen von Zolling im Visier. Auch Ausbildungsleiter Christian Riedl betont: „Wir stoßen an die Kapazitätsgrenzen.“ Insgesamt 32 Lehrgänge finden in diesem Jahr in Zolling statt. Hinzu kommen zahlreiche Fortbildungen für Führungskräfte und Atemschutzträger. „Wir sind restlos ausgebucht“, unterstreicht Fischer seinen Wunsch nach einer Zentrale, in der alles vereint ist: eine große Übungshalle, in der man auch im Winter arbeiten kann, eine Kleiderkammer, Räume für die Reinigung von Kleidung und Geräten sowie eine Werkstatt und Sanitärräume. „Aber das sind Zukunftsvisionen – da sind wir noch ganz weit entfernt davon.“

Tag der offenen Tür am Sonntag

Jetzt wird erst einmal der 25. Geburtstag des Kreisausbildungszentrums gefeiert, und zwar am Sonntag, 16. Oktober. Los geht’s um 10 Uhr mit Reden und Grußworten von Kreisbrandrat Heinz Fischer und Landrat Josef Hauner. Gegen 10.45 Uhr wird die neue Containerübungsanlage von den geladenen Gästen besichtigt, ehe diese geweiht wird. Im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten wird die Ausbildungsübungsanlage (AÜA) in Feuerwehr-Ausbildungszentrum (FAZ) umbenannt. Alle Bürger haben schließlich von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit, das Ausbildungszentrum zu besichtigen. Darüber hinaus finden zahlreiche Vorführungen statt. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Feuerwehrbeilage

Beim Tag der offenen Tür am 16. Oktober wird auch die Feuerwehr-Beilage des Freisinger Tagblatts ausgelegt. Auf 80 Seiten würdigt das FT darin die Verdienste der Ehrenamtlichen.

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