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Bei der Müllverbrennung wird viel Energie frei. Bisher kann jedoch nur eine Teil der in der GfA in Geiselbullach gewonnenen Energie als Fernwärme genutzt werden. Doch es gibt weitaus mehr Möglichkeiten.

200 000 Megawattstunden sind ungenutzt

Olching - Die Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach erzeugt so viel Energie, dass damit seit Jahren ein Fernwärmenetz in und rund um die Stadt Olching betrieben werden kann.

Thomas König, der Vorstand des gemeinsamen Kommunalunternehmens für Abfallwirtschaft (GfA) der Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau, das die Anlage betreibt, spricht deshalb lieber vom Kraftwerk als von der Müllverbrennungsanlage.

Das machte er jetzt auch beim CSU-Stammtisch deutlich. Die Christsozialen hatten König eingeladen, damit er nicht nur über die Anlage an sich, sondern auch über die Möglichkeiten informiert, die bei der Müllverbrennung gewonnene Energie über die Fernwärme hinaus zu nutzen.

Denn ein Teil der erzeugten Wärme, genauer gesagt die bei der Umwandlung von Wasserdampf in Wasser ausgesetzte Kondensationswärme, kann momentan nicht verwertet werden. „Restwärme sucht Energie“ lautete deshalb der Arbeitstitel der Präsentation, die König den knapp 20 anwesenden CSU-Mitgliedern und interessierten Bürgern im Kolpingheim zeigte.

231 110 Megawattstunden der in der GfA-Anlage erzeugten Energie bleiben derzeit ungenutzt. Und nicht nur die Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach produziert Wärme, die man weiter verwerten könnte. Auch in vielen anderen Anlagen im Bundesgebiet könnte derartige Energie verwertet werden. Gleichzeitig gebe es einen riesigen Bedarf der Industrie an Wärme. „Wir haben bundesweit ein gigantisches Potenzial an Abwärmenutzung“, betonte König. Deshalb brauche es Projekte, um die vorhandene Energie sinnvoll an den Mann zu bringen.

Gewächshäuser abgelehnt

So ein Projekt war vor fünf Jahren bereits einmal in Olching im Gespräch. Ein Gemüsebauer aus Dachau wollte in Kooperation mit einem niederländischen Unternehmen in direkter Nachbarschaft zur GfA zwei riesige Gewächshäuser errichten und darin Tomaten anbauen. Die Gewächshäuser hätten durch die Kondensationswärme der Müllverbrennungsanlage beheizt werden können. Doch die Mehrheit im Stadtrat sprach sich gegen die Errichtung der Gewächshäuser aus. Auf Beschluss des Gremiums verhängte die Stadtverwaltung sogar eine Veränderungssperre für das Areal. Somit durfte auf dem Gelände nichts verändert, schon gar nichts gebaut werden.

Die Veränderungssperre ist allerdings mittlerweile abgelaufen und das Thema Gewächshaus ist laut König genauso aktuell wie vor fünf Jahren. Auch wenn die Niederländer das Projekt mittlerweile an einem anderen Ort verwirklicht haben und dem GfA-Vorstand zufolge auch keine anderen Investoren mit den Füßen scharren. Er glaubt aber nicht, dass es an Interessenten mangelt, wenn man ihnen die richtigen Rahmenbedingungen liefert. Sprich: Der Bebauungsplan für das Areal im Graßlfinger Moos müsste so geändert werden, dass Gewächshäuser oder andere derartige Betriebe zulässig sind. Denn eine kohlendioxidarme Energieversorgung, wie sie durch die GfA möglich sei, sei ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, wenn es um die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie geht.

„Ich kann nicht mehr machen, als die Energie zur Verfügung stellen“, stellte König klar. In Aktion müssten die Verantwortlichen in den Kommunen treten. Die CSU-Ortsvorsitzende und Stadträtin Martina Drechsler ist da guten Mutes. „Da lässt sich sicher einiges Sinnvolles verwirklichen“, sagte sie. Neben dem Anbau von Obst und Gemüse sei auch eine Fischzucht vorstellbar. Die könnte ebenfalls die Restwärme aus der Müllverbrennungsanlage nutzen. Die CSU will deshalb den Bebauungsplan ändern und einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einbringen.

„Es bleibt abzuwarten, was die Gegner von damals sagen“, ergänze die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Maria Hartl. Sie könnte sich vorstellen, dass beispielsweise örtliche Landwirte eine Genossenschaft gründen, um die Kondensationswärme zu nutzen. „Für mich ist es jedenfalls eine Sünde, wenn man so viel Restwärme ungenutzt lässt.“

Stefan Weinzierl

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