Alling

Haushalt: Fast eine Million Überschuss erwirtschaftet

Alling – Über die Haushaltsberatungen eines Kommunalparlaments wird immer ausführlich berichtet. Im Grunde aufschlussreicher ist aber, was sich von den Prognosen zu Jahresbeginn schließlich bewahrheitet hat. Die Jahresrechnung zeigt rund 18 Monate später, wo ein Kämmerer mit seinen Kennzahlen richtig oder eben daneben lag. In Alling hat sich Finanz-Chef Rainer Kempka wenn überhaupt dann nur zu Gunsten der Gemeinde verrechnet.

Die Steuereinnahmen flossen üppiger als (vorsichtig) kalkuliert, die Ausgaben blieben im Rahmen. Ergebnis: Fast eine Million Euro, doppelt soviel wie veranschlagt, wurden aus dem laufenden Geschäft als Überschuss erwirtschaftet, der bisher zweithöchste Betrag in diesem Jahrtausend. Netto bleibt eine sogenannte „freie Finanzspitze“ von über 700 000 Euro für künftige Investitionen.

Woher das Plus kommt, zeigt auch ein Vergleich über die letzten zehn Jahre. Der Einkommensteuer-Anteil, der an die Kommune fließt (über 2,7 Millionen Euro), ist doppelt so hoch wie im Jahr 2005, was nur zu einem kleineren Teil am Bevölkerungszuwachs liegt. Denn pro Einwohner erhält die Kämmerei heute 749 Euro anstatt 417 zehn Jahre zuvor.

Die auch konjunkturellen Schwankungen unterliegen den Gewerbesteuer-Einnahmen von den örtlichen Unternehmen waren zwar schon mal größer (2010 und 2011), sind aber vier Mal so hoch wie eine Dekade zuvor. Damals erhielt Alling zum vorerst letzten Mal staatliche Schlüsselzuweisungen als Finanzhilfe. Inzwischen streitet es mit den Nachbarn in Puchheim um den Landkreis-Spitzenplatz in der Steuerkraft-Statistik.

Das viele Geld wird aber auch gebraucht. Kämmerer Kempka warnte in seinem Bericht vor steigenden Unterhaltskosten für die öffentlichen Gebäude. Ob Wartung von Blitzschutz- und Brandmeldeanlagen, von Aufzügen und Heizung oder Reinigung und Versicherungen – die Ausgaben werden nicht geringer. Und wenngleich eine sinnvolle Investition, kostet auch die Kinderbetreuung. Abzüglich Landeszuschüssen und Elternbeiträgen schlugen die Kitas mit über 440 000 Euro zu Buche, mehr als doppelt so viel wie noch 2007.

Immerhin überstiegen die Rücklagen Ende 2015 wieder die Schulden, die zuvor durch den Kredit für den Bau der Allinger Kinderkrippe von praktisch Null auf über 1,5 Millionen Euro angewachsen waren. Aber eine notwendige zweite Krippe wird auch nur durch Darlehen finanziert werden können, ebenso wie die Sanierung des Wassernetzes. Die Kredittilgung werde in den nächsten zehn Jahren erhebliche Mittel beanspruchen, schrieb Kempka in seinem Bericht. Ziel der Gemeinde müsse daher eine „verantwortungsvolle Investitionspolitik“ sein, mit der in den Rücklagen auch wieder ein finanzielles Polster geschaffen werden könne. (op)

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