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Auch auf dem Weg zum Naturbeobachtungsturm am Ampermoos in Kottgeisering steht eine Informationstafel.

Informationstafeln in zehn Gemeinden

Der Ammerseepfad ist fertig

Kottgeisering – Als Naherholungsziel ist der Ammersee bestens bekannt. Dass die Region auch über eine enorme Bandbreite an Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren verfügt, das soll ein Pfad mit Informationstafeln rund um den See zeigen. Nächste Woche wird er offiziell eröffnet.

Sommer- und Herbst-Drehwurz, Goldscheckenfalter, Ameisenbläuling, Triel, Sumpf- und Waldläusekraut – oft kann man anhand der ausgefallenen Namen nicht zuordnen, ob es sich um eine Pflanze oder ein Tier handelt. Wenn da nicht die meist großformatigen Fotos auf den großen Tafeln wären. Noch etwas fällt angenehm auf: Statt der sonst weit verbreiteten Amsel-Drossel-Fink-und-Star-Plakate, die sämtliche Tiere und Pflanzen abbilden, die es in Deutschland gibt, zeigen die Tafeln des Ammerseepfades nur ausgewählte Exemplare. Solche, die es gerade in den Moor- und Feuchtgebieten nördlich und südlich des Sees gibt, oder im Seeholz im Westen – oder im See selber. Sie stehen unter nationalem und internationalem Schutz und zeichnen die Ammerseeregion besonders aus.

Gleichwohl ist der Ammerseepfad kein Lehrpfad für Botaniker und Zoologen, weil die gut gestalteten Tafeln auch ökologische Zusammenhänge, Besonderheiten und geschichtliche Entstehung der Region seit der Eiszeit darstellen. „Ziel ist es, auf die Schönheit und Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt im und rund um den Ammersee hinzuweisen“, erklärt Projektleiter Markus Blacek von der Mobilen Umweltschule in Pähl.

Bisher gebe es am Ammersee noch kein vergleichbares Informationsangebot für Gäste und Einheimische. „Wichtiges Anliegen ist auch, für den schonenden Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen zu werben“, sagt Markus Blacek.

Seit dem Projektstart im Jahr 2014 dabei war auch der Gebietsbetreuer Ammersee, Christian Niederbichler. Jahrelang in Sachen Führungen rund um den Ammersee unterwegs, konnte Niederbichler örtliche Akteure wie den Vogelturm-Arbeitskreis von Kottgeisering mit dem Projektleiter Blacek vernetzen – und die fachliche Richtigkeit der Informationen sicherstellen. „Durch den Kontakt mit den Bürgern tauchten beispielsweise auch historische Fotos zur Nutzung des Ampermooses auf, die wir auf den Schildern dann verwendet haben“, freut sich Niederbichler. „Durch das Einbeziehen der Tafeln bei den Führungen kann ich die Zusammenhänge in der Natur anschaulich erklären und für deren Schutz werben.“

Die Schilder thematisieren auch Funktionen, die besondere Bäume, Wälder und Lebewesen in natürlich und menschlich geformten Lebens- und Landschaftsräumen rund um den See einnehmen. Wichtig war Markus Blacek aber auch der interaktive Charakter des Pfades. So konnte er zum Beispiel die Schulleitung der Dießner Mädchenrealschule für ein Projekt im Rahmen des Kunstunterrichts gewinnen. Dabei entwarfen die Achtklässler im Rahmen eines Wettbewerbes Objekte, die sich explizit mit dem jeweiligen Aufstellungsort auseinandersetzen. In Kottgeisering entstand so die „Schilfröhre“, eine begehbare Stahlgitterkonstruktion, die mit geschnittenen Schilfhalmen verkleidet ist. Gebaut haben sie Schüler der Cäcilienschule der Stifung Kinderhilfe in Fürstenfeldbruck.

Kottgeisering als Vorreiter im Landkreis und in der ganzen Region

Als einzige Kommune des Brucker Landkreises  ist Kottgeisering am Ammerseepfad beteiligt. Obwohl der Ampermoos- Ort am weitesten vom See entfernt ist, war er der erste von zehn Orten, in dem die Schilder aufgestellt wurden. Die vier Tafeln zur Entstehungsgeschichte, Flora und Fauna des Ampermooses befinden sich auf dem Weg zum und im Kottgeiseringer Naturbeobachtungsturm. Eine Hinweistafel an der Ortsverbindungsstraße Grafrath – Kottgeisering weist den Weg zum Turm.

Weitere Ammerseepfad-Tafeln stehen in den Gemeinden Eching, Schondorf, Utting, Riederau, Raisting, Fischen, Aidenried, Herrsching und Breitbrunn. Projektträger ist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Bayern. Zahlreiche Vereine, Institutionen, Schulen, Ämter und Gemeinden trugen zur Finanzierung bei. Hauptförderer ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Informationen zu den genauen Standorten und einen Flyer gibt es im Internet auf www.ammerseepfad.de. Der Pfad wird am Montag, 19. September, von Christoph Goppel, Referatsleiter für Umweltbildung im Bayerischen Umweltministerium in Raisting (Landkreis Weilheim- Schongau) offiziell eröffnet.

von Max-Joseph Kronenbitter

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