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Bildhauer Hans-Jürgen Vogel kam zufällig bei der Animuc vorbei. "Die Präzision, mit der einige Kostüme gemacht sind, ist beeindruckend", lobte er auch Cosplayerin Julia (18). 
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Tabitha aus Dachau freute sich über die Komplimente von  Rolf Steingräber aus Fürstenfeldbruck. Er befand: "Die Kostüme sind sehr einfallsreich."
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Der Eiskönig (Kevin), Prinzessin Bubble Gum (Sabrina) und Herbert Volkmann hatten Spaß bei der Animuc.

Grosse Convention im Kloster

Animuc: Brucker sind neugierig auf die Fantasie-Figuren

Fürstenfeldbruck - In ihren Kostümen sehen sie ihren Vorbildern aus Comics, Videospielen und Trickfilmen unglaublich ähnlich. Und wenn sie so durchs Kloster Fürstenfeld laufen, sind sie ein echter Hingucker. Und viele Brucker schauen bei der jährlichen Animuc-Messe gerne hin.

Son Goku und seine Freunde schmeißen sich vor dem Kloster in Pose. Die Sonne scheint und ein Bild vor der barocken Kulisse ist beliebt bei den Cosplayern, die sich wie ihre Lieblings-Charaktere aus Zeichentricks und Filmen verkleiden.

Unter die so genannten Cosplayer (costume und play) mischen sich auch ganz normale Passanten, wie der 40-jährige Rolf Steingräber aus Fürstenfeldbruck. Er sei mit seiner Familie „völlig unvoreingenommen“ zu der diesjährigen Animuc gekommen. „Wir wollten schon letztes Jahr vorbeischauen. Ich finde das super interessant“, meint Steingräber. Ihm gegenüber steht Jeanne die Kamikaze Diebin, die im wirklichen Leben auf den Namen Tabitha hört und aus Dachau kommt. Die 22-Jährige ist seit 2009 in dieser Szene dabei und seitdem hin und weg. Sie schätze die starke Gemeinschaft und freue sich, einen Charakter gefunden zu haben, der zu ihr passe. „Die Kostüme sind wirklich sehr einfallsreich“, sagt Steingräber zu ihr.

Oft kommen abschätzige Kommentare

Der Eiskönig (Kevin), Prinzessin Bubble Gum (Sabrina) und Herbert Volkmann hatten Spaß bei der Animuc.

Die Cosplayer freuen sich über derartiges Lob. Denn oft schlagen ihnen auch abschätzige Kommentare entgegen. In der Realität würde man das Hobby eher belächeln und als „Fasching“ bezeichnen. „Es sind meistens die Jugendlichen, die schlecht darüber reden. Die Älteren fragen eher nach, was ich denn so mache“, erzählt Tabitha. Es gebe auch das Vorurteil, dass man „unbedingt angeschaut werden möchte“. Die meisten Cosplayer würden dem Hobby aber einfach aus eigenem Interesse nachgehen.

Der 62-jährige Herbert Volkmann aus Fürstenfeldbruck lobt den Mut der jungen Menschen. Es gehöre einiges dazu, sich so klar von der Masse abzusetzen und das zu machen, was für einen selber wichtig ist. Er war bis jetzt jedes Jahr dabei und schaut sich immer wieder gerne die kuriosen Kostüme an. „Es dauert gut einen Monat bis so ein Kostüm fertig ist“, erzählt die 22-jährige Sabrina ihm. Sie ist mit ihrem Freund Kevin extra aus Wien angereist. Ihre Oma habe ihr das Nähen beigebracht und sei auch heute noch mit vollem Elan dabei. „Meine Oma näht mir und meinen Freunden öfters mal ein Kostüm. Sie ist total begeistert“, berichtet Sabrina. Sie und ihr Freund sind Teil der Showgruppe, an Ständen, mit Workshops und Wettbewerben vetreten sind.

Der Eiskönig und seine Prinzessin

Der 23-jährige Eiskönig Kevin ist erst seit diesem Jahr aktiv dabei. Dadurch, dass er und seine Begleitung „Prinzessin Bubble Gum“ zwei sehr berühmte Charaktere imitieren, sei der Ansturm auf die beiden Wiener immens. „Man kassiert manchmal aber schon schräge Blicke von anderen Cosplayern“, erzählt Sabrina und spricht damit ein großes Problem dieser Szene an. Der Konkurrenzkampf habe sich in den letzten Jahren ausgeweitet. In der heutigen Zeit komme es nicht mehr auf die eigentliche Schönheit der Kostüme, sondern auf die Extravaganz an. Je verrückter, desto besser.

Bildhauer Hans-Jürgen Vogel kam zufällig bei der Animuc vorbei. "Die Präzision, mit der einige Kostüme gemacht sind, ist beeindruckend", lobte er auch Cosplayerin Julia (18). 

Der 70-jährige Hans-Jürgen Vogel lässt sich von so viel ausgefallenen Kostümen nicht beirren. Der Bildhauer aus Bruck kommt gerade aus seinem Atelier und schlendert durch Zufall an den Anime-Fans vorbei. „Die Präzision und die Gestaltung von manchen Kostümen ist wirklich bemerkenswert“, schwärmt Vogel und bewundert das farbenfrohe Kostüm der 18-jährigen Julia aus München.

Die Gymnasiastin ist in China aufgewachsen. „Dort ist dieses Genre fast schon in die Gesellschaft eingebrannt“, erzählt sie. Es gebe Fangemeinden und man könne als „Anime-Promi“ richtig Geld verdienen. Die 18-Jährige wolle aber nun erstmal ihr Abitur machen. Danach habe sie im Sinn, größere Projekte zu starten und möglicherweise auch als Anime-Model bekannt zu werden. Der Markt dafür ist auf jeden Fall da, denn seitdem die Animuc 2009 in der Großen Kreisstadt gestartet ist, freut sich das Team rund um Anita Lewinsky von Verein Animexx über immer mehr Besucher.

Tim Grübl

Alle Fotos von der Animuc

Animuc in Fürstenfeld: Das sind die Bilder der Convention

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