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Der Fliegerhorst aus der Vogelperspektive: Die Stadt beabsichtigt, die Sternbauten nördlich der Zenettistraße zu kaufen (im Bild oben links).

Auch Wohnungen für sozial Schwache geplant

Stadt will Sternbauten kaufen

Fürstenfeldbruck - Die Stadt plant, die Sternbauten am Fliegerhorst zu kaufen. Zehn Millionen Euro sind dafür eingeplant. Dort könnten auch Sozialwohnungen entstehen. Ob die Bundeswehr sie tatsächlich frei gibt, ist aber noch nicht klar.

Fürstenfeldbruck braucht Wohnungen. Dringend. Auch, wenn das Rathaus 2016 finanziell nicht gut aufgestellt ist und voraussichtlich Schulden in Höhe von 15,6 Millionen Euro aufnehmen muss, wird investiert.

Eine neue Option hat sich nun am Fliegerhorst aufgetan. Brigadegeneral Bernhardt Schlaak kam auf die Stadt zu und hat anklingen lassen, dass die Bundeswehr die Sternbauten nördlich der Zenettistraße (sprich zwischen Sparkasse und Hauptwache) in absehbarer Zeit wohl nicht mehr braucht. Daraufhin unternahm der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) einen ersten Vorstoß. Er bekundete das Interesse der Stadt gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der das Areal gehört.

Das Anliegen wurde auch politisch gesehen bereits in die oberen Etagen getragen. Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern, informierte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Zehn Millionen Euro sollen nun in den Brucker Haushalt eingestellt werden. „Wir wissen aber noch nicht, ob das zu viel oder zu wenig ist – auch über die Größe des Areals können wir noch nichts sagen“, so Raff.

Die Vorzüge der Fläche stellten die Mitglieder des Finanzausschusses schon einmal heraus. Im Sitzungssaal wurde auch zum ersten Mal öffentlich über das Thema gesprochen – entschieden ist aber noch nichts.

"Die Fläche ist gut geeignet"

In punkto Areal sind sich die Kommunalpolitiker einig: Die Fläche ist gut. Stadtbaumeister Martin Kornacher erklärte etwa: „Das Areal liegt recht nah an der bestehenden Bebauung. Der Restrand des Fliegerhorstes ist der Ort, wo wir mit der Konversion am besten anfangen können.“ Weil dort schon Gebäude stünden, sei die Frage, ob es sich um Bauland handle, klar. CSU-Stadtrat Andreas Lohde ergänzte: „Auch wenn die Bundeswehr doch erst später geht, könnten wir dann schon auf dem Areal planen.“ Außerdem hätte die Stadt dort eine Vorratsfläche.

Etwa hundert Wohnungen – unter ihnen einige für sozial Schwache – könnten dort entstehen, so Kornacher. Momentan sind in den Räumen überwiegend Büros. Einige Wohnungen sind noch belegt. Doch da die Sternbauten früher schon als Wohnhäuser genutzt wurden, sei der Rückbau nicht kompliziert. Dafür gebe es auch Zuschüsse, so Kornacher. 25 000 Euro pro Wohnung, die sozial Schwachen zur Verfügung gestellt wird.

Noch keine Entscheidung

Erstmal heißt es nun aber abwarten. „Wir haben schon ein zweites Mal nachgefragt, aber bisher noch keine Antwort bekommen“, erzählt Erich Raff. Spätestens im Februar aber erwarten die Verantwortlichen ein Signal von Seiten der Bundeswehr. „Ich hoffe, dass wir ein Zeichen bekommen, bevor der Haushalt endgültig im Stadtrat beschlossen wird“, so der amtierende Rathauschef. Danach soll in den verschiedenen Gremien beraten werden. Martin Kornacher sagt: „Es ist wichtig, im Stadtrat darüber nachzudenken. Allen ist der erhebliche Wohnungsbedarf bewusst.

Weitere Sozialwohnungen

Schon beim Neujahrsempfang hat der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) es anklingen lassen: 2016 ist das Jahr des Wohnungsbaus. Die Stadt ist sich darüber bewusst, dass dringend bezahlbarer Wohnraum – auch für sozial schwache und obdachlose Menschen – geschaffen werden muss.

Zwei Projekte, die bereits abgesegnet sind und in diesem Jahr verwirklicht werden sollen, sind der Neubau an der Parsevalstraße und der am Sulzbogen. Hier entstehen Sozialwohnungen, in denen Mieter deutlich weniger zahlen, als auf dem freien Wohnungsmarkt. Damit das Gebäude an der Parsevalstraße errichtet werden kann, muss ein bestehendes Haus abgerissen werden. Dieses kann nicht mehr saniert werden.

Zusätzlich könnte ein Gebäude in der Nähe der Polizeiinspektion entstehen. Dort besitzt die Stadt ein kleines Areal. Für die Planungen, die 2016 starten sollen, sind im Haushalt 100 000 Euro eingestellt.

Auch für Obdachlose sowie anerkannte Asylbewerber braucht man eigene Unterkünfte. Momentan müssen Zimmer für viel Geld im Hotel am Horst an der Maisacher Straße gemietet werden. Die Fachstellen haben deshalb dringenden Bedarf an Wohnraum gemeldet. Für den Bau einer Unterkunft werden in diesem Jahr rund zwei Millionen Euro in den Haushalt eingestellt.

V erena Usleber

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