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Da geht’s lang: Aushilfs-Dirigent Julio Miròn probt mit der Chorgemeinschaft die Opern-Gala. Vereinsvorsitzende Helga Lindner sagt: „Streng ist er. Aber er weiß eben, wo er hin will.“

chorleiter noch immer krank

Aushilfs-Dirigent: Brucker Chorgemeinschaft probt wieder

Die gute Nachricht zuerst: Die Brucker Chorgemeinschaft singt wieder. Ein Dirigent aus München hat vorerst die Leitung des Ensembles übernommen.

Die schlechte Nachricht: Dem eigentlichen Chorleiter Klaus Linkel, der im Dezember einen Hörsturz erlitten hatte, geht es noch immer nicht besser.

Fürstenfeldbruck – Schweren Herzens musste die Brucker Chorgemeinschaft ihr beliebtes Neujahrskonzert im Stadtsaal und ein zusätzliches in Freising absagen. Und das nur zwei Wochen vor den Auftritten – nachdem die Sänger bereits monatelang geprobt hatten und schon 1500 Karten verkauft waren. Der Grund war tragisch: Dirigent Klaus Linkel (68) hatte mitten in der heißen Vorbereitungsphase einen schweren Hörsturz erlitten.

Nun schwindet die Hoffnung, dass er überhaupt zurückkehren kann. „Es geht ihm noch nicht wirklich besser“, erzählt Vereinsvorsitzende Helga Lindner traurig. Und das trotz diverser Behandlungsversuche. „Auf dem einen Ohr hört er weiterhin gar nichts“, sagt sie. Mit dem zweiten vernehme Linkel gerade so viel, dass er eine Unterhaltung führen könne.

Erst kürzlich hat Lindner dem 68-Jährigen, der mit seiner Frau bei Freising lebt, einen Krankenbesuch abgestattet. Linkel gebe sich stark, erklärt Lindner. „Und er sagt immer, ,es hilft ja nix‘“, berichtet die Vorsitzende. Um den Genesungsdruck von den Schultern des Dirigenten zu nehmen, hat sich das Ensemble für die noch von Linkel geplante und bereits teilweise vorbereitete Opern-Gala im Juni einen Aushilfs-Dirigenten gesucht: Julio Miròn wird bis auf Weiteres die Probenarbeit übernehmen.

Das große Konzert mit Chören und Arien aus italienischen und deutschen Opern wäre ohnehin in Zusammenarbeit mit dem gebürtigen Puerto Ricaner über die Bühne gegangen. Miròn leitet den Chor der Bürger Sänger Zunft München. Eigentlich wäre es so abgelaufen: Linkel hätte die Stücke mit den Bruckern eingeübt, Miròn mit den Münchnern. Am Ende, in einer letzten großen Probe, hätten die beiden Dirigenten alle Sänger zu einem großen Opern-Chor mit über 100 Stimmen zusammengeführt.

Nun muss es anders gehen. Miròn wird die Stücke mit beiden Chören einstudieren. „Er hat auf unsere Anfrage sofort zugesagt“, erzählt Lindner. Anfang der Woche probt er mit seiner Zunft und jeden Freitagabend kommt er dann nach Bruck und dirigiert die Sänger der Chorgemeinschaft.

„Es klappt ganz gut“, sagt Lindner. „Streng ist er. Aber er weiß eben, wo er hin will.“ Jedenfalls säßen neuerdings alle Sänger ganz brav auf ihren Stühlen. „Wir sind eben noch in der Kennenlernphase.“ Für viele der Brucker ist der Mann aber kein ganz Unbekannter.

Miròn leitete bereits die Germeringer Stadtkapelle. Außerdem wirkte er bei der Chorgemeinschaft schon häufiger als Korrepetitor mit und studierte mit Solisten Gesangspartien ein. Miròn studierte in New York Dirigat, Komposition und Klavier. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in München.

Wie es nach dem Gala-Abend im Stadtsaal am Sonntag, 26. Juni, bei dem außerdem internationale Solisten und ein großes Sinfonieorchester mitwirken, in Sachen Chorleitung weitergehen wird, ist noch völlig unklar. „Dann werden wir die Karten neu mischen. Julio Miròn ist lediglich vorübergehender Leiter“, betont Lindner. „Erst einmal wollen wir das Ganze so auf die Bühne bringen, wie es das Publikum von uns gewohnt ist“, so Lindner. „Das sind wir auch Klaus Linkel schuldig.“

Noch hoffen die Fürstenfeldbrucker Sänger ganz fest, dass ihr Klaus Linkel, der bereits über 30 Jahre ihr Dirigent war, wieder gesund wird.

Sänger willkommen

Wer bei der Opern-Gala am Sonntag, 26. Juni, um 19 Uhr mitsingen will, kann jederzeit zu einer Probe kommen. Die Chorgemeinschaft freut sich auf Unterstützung. Geprobt wird immer freitags ab 19 Uhr im Vereinsheim auf dem Volksfestplatz.

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