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Gus Backus ist kürzlich 79 Jahre alt geworden. Müde ist die Schlager-Legende aber noch längst nicht.

Interview-Termin mit einer Schlager-Legende

Gus Backus tourt im Oldie-Bus auf den Spuren von Johnny Cash 

Germering - Er war mit Peter Kraus, Rex Gildo und Udo Jürgens einer der ganz Großen im Schlagerhimmel der goldenen 1960er-Jahre. Jetzt, gerade erst 79 geworden, steht Gus Backus zwar nicht mehr auf der Bühne. Stattdessen tourt er demnächst im Oldie-Bus auf den Spuren von Johnny Cash.

Eine Wiener Wirtin ist schuld, dass er hierzulande so heißt, wie sein Name gelesen wird. Hätte er keinen Auftritt in dem Heurigen-Lokal gehabt, wäre der spätere Ohrwurm-Interpret von Dieter-Thomas Heck in der legendären ZDF-Hitparade phonetisch so vorgestellt worden: „Von Null auf Eins: Hier ist Gaes Bäckaes mit seiner Sauerkrautpolka.“ Zunächst war Gus Backus irritiert, wenn er so angesagt wurde. Ein halbes Jahrhundert später, spricht "der alte Häuptling der Indianer“ (der Titel seines Top-Hits) jetzt davon, dass er sich an seinen eingedeutschten Namen gewöhnt habe. Genauso wie sich die Germeringer daran gewöhnt haben, dass neben ihnen an der Supermarktkasse ein jüngst 79 Jahre alt gewordener Schlagerstar den Geldbeutel zückt.

Gus Backus lebt mit seiner deutschen Gattin Heidelore („Die schönste Frau, die ich je gesehen habe“) seit vier Jahrzehnten im höchsten Wohnhaus der Münchner Vorstadt, genießt neben Ausblick und Ruhestand, dass „jetzt gleich unter uns Einkaufszentrum, Baumarkt und Kino gebaut wurden.“ Vor zwei Jahren stand Gus Backus zum letzten Mal auf der Bühne – bei einem Benefizkonzert in einem Kindergarten am Starnberger See. Ein Kind aus der Nachbarschaft in Germering war es vor einem halben Jahr auch mitbeteiligt daran, dass er mit seiner einzigen sportlichen Betätigung, dem Radlfahren, etwas kürzer treten muss. Beim Zusammenprall erlitt der 79-Jährige eine Sprunggelenksverletzung, die ihm immer noch zu schaffen macht.

Das Singen hat Gus Backus komplett aufgegeben, obwohl er „maßlos stolz“ darauf ist, dass sein Name in der „Rock and Roll Halle of Fame“ in Cleveland gleich neben Chuck Berry oder Bill Haley steht. Denn als 20-Jähriger hatte er unter seinem richtigen Vornamen Donald Edgar für eine Revolution in der US-Musikszene gesorgt: Er war Mitglied der ersten mit schwarzen und weißen Musikern besetzten Band, der in den Staaten eine Top-Notierung in den Charts gelungen war. Mit The Del-Vikings landete Backus zwei Hits, ehe er als GI in der Nähe von Frankfurt stationiert war. Gleich nebenan in Heidelberg leistete zur gleichen Zeit ein gewisser Elvis Presley seinen Wehrdienst ab. Der war schon ein Weltstar, weshalb Backus sofort wusste, welche Stimme da am Apparat war, als eines abends das Telefon klingelte. So kam es, dass er auf der Rückbank saß, als Elvis zum ersten Mal nach bestandener Führerscheinprüfung in seinem BMW 507 (das Original wurde gerade erst versteigert) über deutsche Autobahnen bretterte.

In Deutschland hatte Gus Backus dann seinen Durchbruch. Hits wie „Bohnen in die Ohr’n“, „Brauner Bär“ oder „Weiße Taube“ und 31 Kinofilme (darunter „Die tollen Tanten“) machten ihn zum Star, der in einem Atemzug mit Peter Kraus und Rex Gildo genannt wurde. Auch, weil sein breiter Kaugummi-Akzent (den hat er noch immer) vor allem bei weiblichen Fans so sexy rüberkam. Doch hätte er damals schon Deutsch verstanden und die Song-Inhalte nicht im Wortlaut ablesen müssen, wären Hits wie die „Sauerkrautpolka“ wohl nie zustande gekommen. „Dieser Text ist mir heute noch peinlich.“

1973 trennte sich Backus von Deutschland und seiner Heidelore – vorläufig. Denn nachdem seine in den USA geheiratete zweite Frau gestorben war, kehrte er zurück, ehelichte Heidelore zum zweiten Mal und ist ihr und München („Ich bin ein stolzer Bayer“) treu geblieben. Auf Ölfeldern in Texas hat er in der Zeit, als er in Deutschland für verschollen galt und sogar schon totgesagt wurde, gutes Geld verdient. Von dem Ersparten bestreitet er heute seinen Lebensunterhalt. Seine vier Söhne leben mittlerweile in der Umgebung. Jeffrey Backus – der IT-Techniker tritt auch als Countrysänger auf – ganz nah sogar in Fürstenfeldbruck.

Am 22. Oktober fährt Gus Backus als Stargast in einem Oldtimer-Bus mit und begibt sich mit Rock’n’Roll-Fans auf die Spuren, die Johnny Cash während seiner GI-Zeit rund um Landsberg hinterlassen hat. Abfahr ist am Germeringer Bahnhof. Platz im Bus ist aber nur für knapp 40 Mitreisende. Infos unter www.rocknrolltour.de

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