In Bruck

Ein Badestrand an der Amper

Fürstenfeldbruck – Ein alter Wunsch vieler Brucker ist zur Zeit wieder im Gespräch: die Wiederbelebung des Amperbades. Die Kommunalpolitiker sind sich bei diesem Thema sogar mal einig. Ein offizielles Flussbad soll es zwar nicht mehr geben, aber vielleicht einen öffentlichen Badeplatz.

Ein öffentliches Flussbad, wie es bis in die 1980er-Jahren existierte, wird zwischen AmperOase und Klosterinsel wohl nicht mehr entstehen. Denn die Vorgaben und die Wasserwerte liegen in der Amper einfach zu weit auseinander. „Ein EU-Badegewässer wird es nie werden“, sagt Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler, die zum Thema Amperbad einen Arbeitskreis leitet.

Doch die Werte sind auch in keinster Weise gefährlich oder schädlich, viele Brucker baden ja auch bereits in ihrem Fluss, betont Geißler: „Es gibt aktuell kein Badeverbot. Es wird ja gebadet, das ist ein Fakt.“ Der Arbeitskreis habe im vergangenen Jahr selbst zweimal gemessen, mit recht guten Wasserwerten als Ergebnis. Neue amtliche Messungen gibt es aber nicht, das Landratsamt, das dafür zuständig ist, sieht dafür keinen Bedarf. Doch Geißler will die Kreisbehörde nicht auskommen lassen: „So einfach kann es sich das Landratsamt nicht machen.“

Bau von Einstiegshilfen

Ein richtiges Flussbad mit Betreiber und Eintritt dürfte trotzdem schwierig einzurichten sein – denn ein öffentliches Bad hat viel striktere Vorgaben bezüglich der Wasserqualität. Die meisten Kommunalpolitiker favorisieren deswegen auch eher eine moderate Lösung. Die Alternative sähe so aus: Man ertüchtigt die Ufer und die Brücke zwischen Klosterinsel und Stadtufer, baut vielleicht ein paar Einstiegshilfen oder renoviert bestehende Stufen im Wasser – und schafft so für die Badewilligen einen schönen Platz mit Aufenthaltscharakter, bei dem auf eigene Gefahr geschwommen wird. Dass beim Amperbad etwas vorangehen soll, ist Konsens bei den Brucker Kommunalpolitikern. Vor einigen Jahren gab es dazu schon Anträge von der Brucker Bürgervereinigung (BBV), die das Thema zudem wieder im letzten Wahlkampf aufgriff.

OB Klaus Pleil wollte die Geschichte vor seinem Herzinfarkt auch vorantreiben, sagt Geißler. Und nun haben auch die Freien Wähler wieder einen Antrag bei der Stadt gestellt. „Das war eine grundsätzliche Sache, um es voranzubringen“, sagt Stefan Weinberger, der Kreisvorsitzende der Jungen Freien Wähler. Neben BBV, Grünen und Freien Wählern stehen auch SPD und die CSU der Thematik positiv gegenüber. Seine Partei wolle das Amperbad definitiv in irgendeiner Form wieder aufleben lassen, bekräftigt SPD-Fraktionssprecher Philipp Heimerl.

Stadtwerke mit im Boot

Und der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) sagt: „Grundsätzlich steht die CSU dem positiv gegenüber.“ Raff könnte sich auch vorstellen, eine Verbindung zwischen AmperOase und dem Fluss selbst zu schaffen – zur Zeit trennt noch ein Zaun das Freibad vom Flussufer. Bei soviel Unterstützung könnte das Projekt rasch vorangehen. Antragssteller Weinberger freut sich schon mal, dass die Stadt nun schnell reagiert hat.

Denn im Juni gab es bereits eine Begehung des Geländes mit allen Beteiligten. Ebenfalls mit dabei: Die Stadtwerke, die immerhin in nächster Nähe das Hallen- und Freibad betreiben. Dabei werden für den Herbst nützliche Infos von dem Unternehmen erwartet – denn zurzeit läuft mit professioneller Hilfe eine Studie, die mit einer Analyse und einem Zukunfts-Ausblick für den Verbundbetrieb von Bad und Eisstadion aufwartet. Diese Studie soll dann auch Konkretes zum Amperbad sagen können. „Wir werden dann dazu eine Aussage treffen können und unsere Sicht bekanntgeben“, sagt Volker Siegel, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Die Stadtwerke werden sich wegen der Vorgaben bei einem öffentlichen Betrieb aber wohl als möglicher Betreiber zurückhalten, vermuten die anderen Beteiligten. (Fabian Dilger)

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