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Bauernpräsident Walter Heidl (2.v.r.) gratulierte Landwirtschaftsmeister Johannes Kirmair aus Germering (r.) zur bestandenen Meisterprüfung. Mit auf dem Foto: Kreisbäuerin Gabi Waldleitner und Johann Wörle (stellvertretender Kreisobmann).

kreisbauerntag

Bauernpräsident gibt sich kämpferisch

Mammendorf – Walter Heidl, der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, war der Festredner beim Kreisbauerntag im Bürgerhaus. Er sagte: „Preise, Auflagen und Klimawandel stellen uns vor große Herausforderungen.“ Die optimistische Grundstimmung habe sich in den vergangenen zwei Jahren wegen der abgesackten Preise für Milch, Fleisch und Getreide (nach vier Rekordernten in Folge) ins Gegenteil verdreht. Zudem sorgten immer neue Auflagen auch bei den 610 Höfen im Brucker Landkreis für weitere Probleme.

Damit nahm er explizit auf kontroverse Diskussionen über die Arbeit auf den Feldern und im Stall Bezug und auf den ersten Entwurf des Klimaschutzplanes durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „Sie wollte die Tierbestände bis 2050 halbieren, wir dürfen nicht zulassen, dass die Landwirtschaft ans Messer geliefert wird“, sagte Heidl. Denn: „76 Prozent der Einkommen auf bayerischen Höfen stammen aus der Tierhaltung; wenn sie sich durchgesetzt hätte, wäre auf unzähligen Bauernhöfen in der Region das Licht ausgegangen.“

Dem Bauernverband sei es gelungen, dass diese Passage gestrichen wurde. An diesem Beispiel zeige sich, wie wichtig es sei, dass sich der Bauernverband in politische Diskussionen einmische. Hinsichtlich Stallgröße und Technik auf den Feldern müsse schon an der Basis mehr Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden.

Der Kreisbauerntag war keine letzte große Bühne für den scheidenden Kreisobmann Johann Drexl: „Weil er krank ist, muss ich unseren Obmann vertreten“, sagte Stellvertreter Johann Wörle. Neben Festredner Heidl begrüßte Wörle zahlreiche politische Vertreter. Landrat Thomas Karmasin meinte im Hinblick auf Heidl und die anstehenden bäuerlichen Themen: „Wenn der Kuchen spricht, schweigt der Brösel.“

Karmasin sprach dem scheidenden Kreisobmann Drexl Dank für seine zehnjährige Amtszeit aus. „Mit seinen herzhaften Formulierungen und seiner aufrichtigen Art war er ein angenehmer Gesprächspartner“, betonte er. Bezirkspräsident und Landtagsabgeordneter Anton Kreitmair trat als CSU-Vertreter ans Mikrofon: „Wir Bauern müssen klar formulieren, wo wir stehen und was uns wichtig ist – wir haben das Recht dazu.“ Insbesondere in Sachen Tierhaltung sollten sich die Bauern nicht scheuen, auf Politiker zuzugehen und offen zu diskutieren. „Ihr habt die Zukunft in der Hand, bringt Euch ein“, forderte Kreitmair auf.

Dem stimmte SPD-Landtagsabgeordneter Herbert Kränzlein zu: „Märkte, Politik und Gesellschaft – das Thema von Heidls Festrede – geht nicht an der Landwirtschaft vorbei, es bewegt die Menschen. Die Bauern sind regional und global unterwegs. Politik muss Probleme abfedern, auch wenn die Mittel des Staates endlich sind.“ Freie-Wähler-Kreischef Michael Leonbacher betonte, dass seine Partei klar Position beim Thema Flächenfraß/Gewerbegebiete bezogen habe und man nicht gut beraten sei, den von Minister Markus Söder vorgeschlagenen Weg zu gehen.

Obmann Wörle hofft hinsichtlich der Niedrigpreise bei Getreide, Milch und Fleisch auf ein „Miteinander durch schwere Zeiten“. Zwar habe man vieles auf den Weg gebracht. „Aber ein Pflanzenschutzverbot bei Leguminosen oder eine Erbschaftssteuer zum Verkehrswert – das überlebt kaum ein Hof.“(akk)

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