Klaus Quinten übernimmt die Führung der Brucker Bürgervereinigung.

Nach Erkrankung des OB

BBV: Das Prinzip Hoffnung bröckelt

Fürstenfeldbruck – Im Jahr eins nach dem Herzinfarkt von Klaus Pleil, muss sich die Brucker Bürgervereinigung (BBV) neu positionieren. Die Hoffnung, dass der Stadtchef schnell wieder auf seinen Rathaussessel zurückkehrt, teilen aber nicht alle bei der Gruppierung des OB.

Dass sich unter den rund 40 BBV-Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung auch der immer noch nicht komplett genesene Klaus Pleil befand, nahm der bisherige Vorsitzende Fred Härtl, der sich anschließend nicht mehr zur Wahl stellte, erfreut zur Kenntnis. Schließlich habe „uns die Nachricht von der schweren Erkrankung des OB wie ein Blitz getroffen“.

Härtls Wunsch, dass Pleil schnell genesen und auf seinen Posten zurückkehren möge, schlossen sich deshalb wohl alle Anwesenden an. Alleine die Hoffnung scheint bei Stadtrat Klaus Quinten zu bröckeln. Er, der anschließend zu Härtls Nachfolger gewählt wurde, sagte offen: „Leider teile ich den Optimismus von Fred Härtl nicht ganz.“ In vielen Kontakten habe er gesehen, dass Pleil noch einen langen Weg vor sich habe. „Es geht jetzt auch nicht so sehr um den Politiker, sondern um den Menschen“, betonte Quinten.

Gleichwohl befinde man sich durch die „Hängepartie beim OB“, aber auch durch Härtls Entscheidung, sich nicht mehr als BBV-Vorsitzender zur Verfügung zu stellen, in einer Situation, die für alle schwierig sei. „Auch für den politischen Gegner“, wie Quinten betonte.

Allerdings stellt der neue Vorsitzende nach dem anfänglichen Schock, den Pleils Herzinfarkt ausgelöst hatte, eine neue Situation fest. „Zunächst war der Umgangston im Stadtrat sehr sachlich.“ Doch das wandle sich nun. Vor allem Pleil-Vertreter Erich Raff (CSU) warf Quinten einen zuletzt „nicht mehr sachlichen“ Ton vor. Das neue Gebahren im Gremium sei zudem auch an der Auseinandersetzung zwischen Raff und SPD-Rat Axel Lämmle in der Frage um den Zirkus Knie deutlich geworden. „Ob man sowas unbedingt auf Facebook austragen muss...“, sagte Quinten, ließ den Satz unbeendet und winkte ab.

Die Situation für die Stadt, aber auch für die BBV werde kompliziert: „Ich rechne mit einem schwierigen Jahr.“ Gerade deshalb habe er sich trotz seiner 70 Jahre noch einmal bereit erklärt, für den Vorsitz zu kandidieren. Für einen Neuling sei die Situation nicht zumutbar. Ob Quinten die volle Wahlperiode von zwei Jahren an vorderster Front steht, ließ er offen. Schließlich müsse sich die BBV verjüngen, sagte er mit Blick auf seine künftige Stellvertreterin Julia Schilling. „Wenn sie sich nach einem Jahr dazu in der Lage fühlt, das Steuer zu übernehmen, dann gehe ich auch gerne in die zweite Reihe zurück.“

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