Sie wollen Unterschweinbach drei Tage lang rocken: Die Blaskapelle feiert eine riesige Geburtstagsparty. Foto: tb

Große Party

Blaskapelle feiert Zehnjähriges, obwohl sie 98 Jahre alt ist

Unterschweinbach – Am Freitag, 6. Mai,  startet eine der größten Geburtstags-Partys, die das Dorf in den vergangenen Jahren gesehen hat:

Die Blaskapelle Unterschweinbach feiert vom heutigen Freitag bis zum Sonntag ihr Zehnjähriges. Wenn man der Programmankündigung glauben darf, wird der 900-Seelen-Ort richtig gerockt. Denn die Blaskapelle liebt fetzigen Sound, bayerisch und international, swingend und zünftig. „Höhepunkt ist der große Festumzug am Sonntag“, verspricht Uschi Hackl, Vorsitzende des Musikvereins Egenhofen, bei dem die Blaskapelle eine Abteilung ist.

In einem Raum der Sportgaststätte Oberweikertshofen erblickte die Gruppe das Licht der Welt. Dort probte am 16. Oktober 2006 Dirigent Bernhard Breitsameter die ersten Stücke mit einigen jungen Musikanten. Vermutlich waren es 17, so genau weiß das keiner der Beteiligten mehr. Gesichert ist indes, dass viele von ihnen schon musikalische Erfahrungen in der Bläserklasse der Maisacher Realschule gesammelt hatten. Breitsameter war zu diesem Zeitpunkt bereits in fünf Gruppen aktiv: „Da kam es auf eine sechste auch nicht mehr an“, berichtet er mit einem Augenzwinkern.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Beitritt zum Musikverein Egenhofen, Umzug ins Unterschweinbacher Rathaus, später ins Feuerwehrhaus und schon am 24. Juni 2007 musizierte die Blaskapelle das erste Mal vor großem Publikum, beim Aufkirchner Dorffest. Mittlerweile ist die Gruppe sogar zum nationalen und internationalen Werbeträger für Unterschweinbach geworden: So unterhielten Breitsameter und seine Truppe schon die Besucher des Europaparks in Rust – „unser bestbezahlter Auftritt“, scherzt der Dirigent, da den Musikern der Eintritt erlassen wurde. Beim Düsseldorfer Rosenmontagsumzug sind die Unterschweinbacher regelmäßig dabei. Und 2011 tourte man durch Nordamerika und brachte US-Präsident Barack Obama vor dem Weißen Haus ein Ständchen.

Noch ungewöhnlicher ist die Vorgeschichte der Blaskapelle. Denn wenn man es genau nimmt, wird die Gruppe heuer 98 Jahre alt. Denn 1918 gründete Ludwig Breitsameter, der Urgroßvater des heutigen Dirigenten, mit sechs Handwerkerkollegen die erste Unterschweinbacher Blaskapelle. Sohn Franz-Xaver führte die Formation weiter, sie war bis zum Zweiten Weltkrieg aktiv.

Der heutige Orchesterchef koordiniert mehr als 60 Instrumentalisten: 40 Bläser und 21 Mitglieder des Trommlerzugs. Die 17 Musikanten der Jugendblaskapelle, die Alexandra Hackl und Mathias Heigl seit 2012 leiten, kommen noch dazu.

Breitsameter als Herz und Hirn des musikalischen Unternehmens zu bezeichnen, ist nicht untertrieben. Der Vollblutmusiker weist indes besonders auf die wichtige Rolle dreier Personen hin, die an der Wiege der neuen Blaskapelle standen: Abteilungsleiterin Sabine Wilhelm, Uschi Hackl und Bürgermeister Josef Nefele, bekennender Fan der Band. horst Kramer

Das Programm

Freitag, 6. Mai: 19 Uhr Einlass zu „Schoamba rockt“, 21 Uhr Feierdog. Samstag, 7. Mai: 17.30 Uhr Standkonzert am Maibaum, 18 Uhr Einzug zur Festhalle, 18.30 Uhr Bieranstich mit der Blaskapelle Unterschweinbach, 20.30 Uhr Musikkabarett mit Roland Hefter. Sonntag, 8. Mai: 8 Uhr Einzug der Vereine, Weißwurstfrühstück, 10 Uhr Gottesdienst, dann Unterhaltung mit Musikgruppen, 14 Uhr Festumzug, Ausklang mit Pipinsrieder Musikanten.

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