Nach Zwangspause

Braumillers Hofladen macht wieder auf

Biburg - Nach der selbst auferlegten Pause und nach den Betriebsferien ist es nun soweit: Der Hofladen der Braumillers öffnet seine Pforten wieder. Allerdings gibt es ein paar Änderungen.

Nach dem Skandal in einer Geretsrieder Großmetzgerei schlug die Nachricht Ende Juni ein wie eine Bombe: Beim hauseigenen Qualitätsmanagement tauchten Listerien in Braumiller-Waren auf. Die Familie informierte das Landratsamt– und die Kreisbehörde untersagte der Familie im Rahmen des vorbeugenden Verbraucherschutzes, verzehrfertige Wurstwaren in den Verkauf zu bringen.

Schon früh war klar, dass es sich um Prinzip um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelte. Die Braumillers schlossen den Laden ganz, um alle Eventualitäten auszuschließen. Dann folgten die Sommer-Betriebsferien – und jetzt geht es weiter, nachdem das Landratsamt das Verbot aufgehoben hat. Sprich: Es gibt keine erhöhten Listerien-Werte in Braumiller-Waren mehr, die Bedenken sind ausgeräumt.

Die Familie hat ihre Kunden mit einem Schreiben entsprechend informiert. Darin bedanken sich die Braumillers für die „zahlreichen Emails. Anrufe, Besuche und Briefe“. „Die ganze Angelegenheit war und ist wirklich eine Grenzbelastung für unsere Kräfte und vor allem Nerven“, heißt es. Die Familie selbst habe nicht genau gewusst, ob und wie sie ihre Metzgerei weiter führen sollten, daher habe es eine Weile gedauert bis zur Entscheidung jetzt. Direkt an die Kunden gewandt heißt es: „Ohne Ihren Zuspruch hätten wir nicht wieder eröffnet.“

Neue Öffnungszeiten

Die Braumillers betonen, dass ihre Angelegenheit vielleicht etwas sehr heiß gekocht worden sei. „Es hat sich bei zum heutigen Tage niemand (weder bei uns noch beim Gesundheitsamt) gemeldet, der irgendwelche Beschwerden hätte.“ Neu sind nun die Öffnungszeiten: Der Donnerstag entfällt, am Freitag kann man von 8 bis 18 Uhr einkaufen, am Samstag von 8 bis 13 Uhr. Die Familie begründet diese Reduzierung auch damit, dass die Kinder derzeit Lehren (Landwirt, Metzgerin) in anderen Landkreisen absolvierten. Zudem sei es schwierig, in der Metzgereibranche Nachwuchs zu finden. „Wir werden uns derzeit vorrangig auf Fleischverkauf konzentrieren und das Wurstsortiment verkleinern.“ Der Fleisch- und Wurstautomat ist bis auf Weiteres nicht mehr in Betrieb. Hier seien zusätzliche und nochmalige Beprobungen nötig, erklärt die Familie. Der Einsatz des Automaten solle nächstes Jahr neu überdacht werden. Als direkte Folge der Listerien-Geschichte wollen die Braumillers ihre Rinder langfristig umsiedeln, damit sie von der Metzgerei weiter entfernt sind.

Die Tiernähe zur Metzgerei berge ein großes Listerienpotential in sich, heißt es in dem Schreiben. Die Kunden werden gebeten, die Tiere erst nach dem Einkauf in der Metzgerei zu begutachten. Der Sandkasten für Kinder vor der Eingangstüre zum Laden wurde in diesem Zusammenhang auch entfernt. Die Familie betont, sich mit dem Thema Listerien – sie sind praktisch allgegenwärtig, bei der Frage der Gesundheitsgefährdung  geht es nur um die Menge – eingehend befasst zu haben. Gemessen an Produktionsmenge und Betriebsgröße sei der Hof momentan wahrscheinlich die best beprüfte Metzgerei Bayerns. Alle Vorsorgemaßnahmen seien getroffen. Vor allem freue sich die Familie wieder auf ihre Kunden, heißt es in dem Schreiben. Kleiner Tipp übrigens: Am Wochenende gibt es Sonderangebote. (Thomas Steinhardt)

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