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Nach der Stichwahl: Gerda Hasselfeldt (l.) und Landrat Thomas Karmasin gratulieren der Kandidatin Kartin Mair.

Bereit für Berlin

CSU nominiert Kandidatin für Bundestag

Was für ein knapper Sieg: Katrin Mair ist die neue Bundestagskandidatin des CSU-Wahlkreises Dachau-Fürstenfeldbruck. Mit nur drei Stimmen Vorsprung siegte die Bewerberin aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck in einer Stichwahl gegen Florian Schiller aus Dachau.

„Es wird ein spannender Abend“, hatte Gerda Hasselfeldt zu Beginn der CSU-Delegiertenversammlung im Bundeswahlkreis prophezeit. 160 Delegierte aus den beiden Kreisverbänden waren zusammengekommen. Dass das Ergebnis aber so knapp ausfallen würde, hatte niemand geahnt: Katrin Mair aus Türkenfeld, CSU-Schatzmeisterin für Oberbayern, siegte in der Stichwahl gegen den Dachauer Stadtratsfraktionsvorsitzenden Florian Schiller mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur drei Stimmen.

Die 35-jährige Pressesprecherin der Hypovereinsbank hatte Freudentränen in den Augen, als Wahlleiter und Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet das Ergebnis verkündete. Die Wahl war ein offenes Rennen, „ein fairer Wettbewerb“, kommentierte Hasselfeldt. Die Bundestagsabgeordnete hatte keine Wahlempfehlung ausgesprochen, genau wie die beiden Kreisvorsitzenden Bernhard Seidenath (Dachau) und Thomas Karmasin (Fürstenfeldbruck).

Während dieKreisverbände früher offen zerstritten waren, demonstrieren sie nun zumindest nach außen Einigkeit und Harmonie. In trauter Viersamkeit hatten sich Katrin Mair, Florian Schiller, Anton Kreitmair, BBV-Präsident in Oberbayern und Landtagsabgeordneter, sowie den Arzt Georg von Hundt aus Lauterbach in den vergangenen Monaten in den Ortsverbänden präsentiert – stets gemeinsam. „Die Aspiranten sind fair miteinander umgegangen“, sagt Seidenath. Hasselfeldt: „Das war eine super Visitenkarte.“

Bei der Wahl sind die die Brucker Delegierten in der Überzahl: Wären sich die 85 Wahlmänner und -frauen aus dem Landkreis einig gewesen, hätten sie den Sieg für Katrin Mair mit der aboluten Mehrheit der Stimmen schon im ersten Wahlgang klar machen können. Schließlich waren es nur 75 Delegierte aus dem Landkreis Dachau. Doch für die Brucker Bewerberin stimmten im ersten Anlauf nur 71 Delegierte, ihr fehlten also mindestens 14 Stimmen aus dem eigenen Kreisverband. Der Dachauer Kandidat Schiller holte 47 Stimmen. Auf den Landtagsabgeordneten Anton Kreitmair entfielen 29, für den Arzt Georg von Hundt aus Lauterbach votierten elf Delegierte.

Als Wahlleiter Reinhold Bocklet dann in der Stichwahl den Sieg von Katrin Mair verkündete, jubelten die Brucker Delegierten. Mair holte 81 Stimmen, Schiller nur drei weniger. Eine kleine Vorahnung auf eine knappe Entscheidung hatte eigentlich schon der kräftige und lang anhaltende Applaus der Delegierten für Florian Schiller nach seiner Vorstellung gegeben: Er wählte in seiner Rede sehr persönliche Worte, um seine Beweggründe für eine Bundestagskandidatur zu schildern und konnte so möglicherweise noch einige Zweifler für sich gewinnen.

Katrin Mair stellte die Heimat als ihre Motivation dar, in den Bundestag ziehen zu wollen. „Ich möchte sie schützen und bewahren“, sagte die 35-jährige. Heimat ist für sie auch der Landkreis Dachau: Sie wuchs in Günding auf, ging dort zur Schule, ihre Eltern leben noch immer in dem Ort nahe der Grenze zum Landkreis Bruck. Die Themen Sicherheit und Gerechtigkeit haben sie dazu bewegt, in die Politik zu gehen.

Für Anliegen der Bürger habe sie immer ein offenes Ohr, sagte Katrin Mair und zückte ein Notizbüchlein: In dem habe sie in den vergangenen Monaten all die Anliegen notiert. Dann zückte sie ein zweites, leeres Büchlein: Das habe sie gekauft um darin nun als offizielle Kandidatin alle Anliegen notieren. Mit den beiden Büchern werde sie nach Berlin gehen.

Nach der Nominierung wurde Katrin Mair von allen seiten beglückwünscht.Mit einer Stichwahl habe sie gerechnet, sagt sie. Und: „Bei zwei guten Kandidaten darf’s auch knapp sein.“ Nun freut sich die Türkenfelderin auf den Wahlkampf – es ist bereits ihr dritter. Bei zwei früheren Wahlkämpfen kandidierte die 35-Jährige jeweils auf der Liste, verpasste aber den Einzug in den Bundestag. Vorher jedoch muss Katrin Mair aber die Aufstellung sacken lassen: „Ich bin glücklich, aber ehrlich gesagt auch ganz schön geschafft.“

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