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Der 69-jährige Andreas Wurm von den Dart-Vibrations geht in der A1-Liga für das Barbados auf Punktejagd.

Dort Nationalsport, hier Exotensparte

Darts hat ein Imageproblem

Fürstenfeldbruck - Darts spielt sich klassischerweise in der Kneipe ab. Viele Spielstätten der Darts-Liga befinden sich auch noch in Gaststätten. Dementsprechend ist das Image der Sportart. Abschütteln lässt es sich nicht so einfach.

Alle Jahre wieder wird diese Randsportart zum Phänomen: Um den Jahreswechsel feiert der Spartensender „Sport1“ Traumquoten bei der Übertragung der Darts-WM, auch wenn deutsche Erfolge nicht zu erwarten sind.

Es gab eine Zeit, da war die Kneipe das zweite Wohnzimmer des kleinen Mannes. Zwischen Sparvereinkasten, Musikbox und Flipper floss das Feierabendbier in der hintersten Ecke. Dort, wo das Licht noch schummriger schien, stand der Darts-Automat. Kein passender Platz für Profisport.  Wenig verwunderlich, dass Darts in Deutschland jahrzehntelang in der Nische gefangen war. Längst aber hat die Event-Gastronomie die Spelunke abgelöst - und der Kneipensport hat zumindest einmal im Jahr seinen Weg auf die Mattscheibe gefunden.

Verband hofft, vom TV-Boom zu profitieren

Die Funktionäre bei dem seit 1982 existierenden Deutschen Darts-Verband hoffen, vom TV-Boom profitieren zu können. Doch noch spiegelt sich die Begeisterung nicht in steigenden Mitgliederzahlen wider. Nur 12 000 Darter sind in den zwölf Landesverbänden organisiert. 2010 wurde der DDV in den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen. Aus dem Kneipenmilieu ist der Sport damit aber nicht wirklich herausgewachsen, zumal es vor allem an geeigneten Übungsstandorten fehlt.

Neben dem DDV bestehen weitere Verbände, wie der Deutsche Elektronik Dartsportverband (DEDSV), der Deutsche Sportautomaten Bund (DSAB) und die Freie Deutsche Dart Organisation (FDDO). Im Landkreis gibt es keinen Sportverein im herkömmlichen Sinne, der eine Darts-Abteilung führt. Mit dem Mike‘s-Barbados-Bistro in Fürstenfeldbruck, dem Billard-Stadl in Olching, dem Tiffany und der Top-Spielothek in Eichenau, dem Clash Billard und Dart in Germering sowie dem Pik As in Emmering gibt es immerhin sechs Ligalokale, die einem geregelten Punktspielbetrieb innerhalb der Münchner DEDSV-Sektion nachgehen.

Vor einigen Jahren gab es eine Brucker Liga

Vor einigen Jahren war das allerdings noch anders. Da existierte sogar eine eigene Brucker Liga, erinnert sich der Vize-Kapitän der Dart-Vibrations, Jürgen Wübbenhorst aus dem Barbados, der mit seinem Team in der A1-Liga auf Punktejagd geht. Die nannte sich Fohlenhof-Liga – nach dem Lokal in der Hasenheide. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Wir haben neben unserer A1-Liga Mannschaft noch ein zweites Team, die Dragons Darter in der C3-Liga“, erklärt Tobias Winklbauer, der 36-jährige Barbados-Kapitän. Insgesamt zählt der Verein rund 20 Spieler im Alter zwischen 25 und 70 Jahren, darunter drei Frauen.

 Es gibt zwar kein Alterslimit, weder nach unten noch nach oben, aber 18 Jahre alt sollte ein Spieler schon sein – schon allein wegen der Lokalität. Denn das größte Problem ist, die Jugend und damit den Nachwuchs für eine Sportart heranzuziehen, die sich immer noch in einer Kneipe abspielt, die Minderjährige ohne Begleitung Erwachsener nicht betreten dürfen. Die Spiele, die zwei bis drei Stunden dauern und manchmal auch länger – wobei sie dann nach erst 22 Uhr beendet sind – stellen wegen des Jugendschutz ein weiteres Problem dar.

Die Regeln

Eine Dartscheibe ist in 20 Segmente aufgeteilt. In der Mitte befindet sich das Bull’s Eye (Bullenauge) mit der Wertigkeit von 50 Punkten. In einem Ring ums Zentrum herum ist der Single Bull mit einer Wertigkeit von 25 Punkten. Der äußere schmale Ring verdoppelt die jeweilig getroffene Punktzahl, während bei dem inneren schmalen Ring der Wert verdreifacht wird.

Die Anordnung der Segmente wurde 1896 von dem Briten Brian Gamlin festgelegt. Neben den hohen Punktzahlen ordnete er stets eine niedrigere Punktzahl an. Durch diese besondere Anordnung sollte ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel ermöglicht werden, bei dem Fehlwürfe und Ungenauigkeiten konsequent bestraft wurden.

Die gängigste Spielvariante beim Darts nennt sich 301/501. Dabei hat jeder Spieler zu Beginn 301 beziehungsweise 501 Punkte. Um das Spiel zu beenden, muss der Punktestand genau 0 betragen. Um das zu schaffen, gibt es weitere Varianten. Die häufigste Art heißt „Double Out“. Das bedeutet: Zum Beenden und Gewinnen muss ein Double-Feld auf der Scheibe getroffen werden.

 Es gibt diverse weitere Varianten, bei denen die Darter beispielsweise ein beliebiges Feld oder bei denen zu Beginn ein Double- oder Triple-Feld getroffen werden müssen. Beim „Cricket“ müssen alle Zahlen von 20 bis 10 und das Bull’s Eye jeweils dreimal getroffen werden. Wenn ein Feld dreimal getroffen wurde, gilt es als ausgeworfen. Auf den ausgeworfenen Feldern können jedoch so lange weitere Punkte erspielt werden, bis der Gegenspieler das Feld auch ausgeworfen hat. Der Spieler, der alle genannten Felder mindestens dreimal getroffen und am meisten Punkte hat, gewinnt. (dm)

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