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Verkörpern ihre Rollen perfekt: Petra Engelhardt (Maria), Monika Märk (Waltraut) und Kristina Worm (Lena).

Brucker Brettl

Diese drei sind eine ganz heiße Nummer

Fürstenfeldbruck/Biburg – Das Brucker Brettl wagt sich an den Stoff eines erfolgreichen Films – kann das gut gehen?

Und ob. Was dem Brucker Brett’l mit dem Stück „Eine ganz heiße Nummer“ von Andrea Sixt gelingt, ist schlichtweg der Hammer. Egal, ob man den Film gesehen hat oder nicht – Spaß ist garantiert.

Die Waren in dem kleinen Dorfladen werden noch mit der Etikettierpistole ausgezeichnet. Das meiste ist abgelaufen, denn die Geschäfte gehen schlecht – Aldi sei Dank. Den drei Verkäuferinnen Maria (Petra Engelhardt), Waltraut (Monika Märk) und Lena (Kristina Worm) steht das Wasser bis zum Hals. Erst recht, als auch noch die Bank ihren restlichen Kredit zurück will.

Der Ausweg, der den Damen einfällt, ist bekannt: Um die klamme Kasse aufzubessern, starten sie eine Telefonsex-Hotline. Und siehe da – die heiße Nummer löst nicht nur die Geldprobleme, sondern bringt für jede der Frauen auch persönliche Wendungen mit sich.

Autorin Andrea Sixt lässt ihre drei Hauptfiguren unterschiedliche Generationen verkörpern, spielt aber dabei mit den Klischees, statt sie zu bedienen. Die scheinbar lockere junge Lena entpuppt sich als ausgesprochen gehemmt, während Waltraut, die älteste im Trio, beim Anblick einer halsbrecherischen Sex-Stellung verkündet: „Das gehört doch zum Standard!“ Die gefühlvolle Maria hat eine lauwarme Ehe hinter sich und mausert sich am Sex-Telefon nicht nur zur heißen „Biene Maja“, sondern auch zur nachdenklichen Lebensberaterin.

Erika Pulfer und Barbara Stiglmaier inszenieren die Komödie mit viel Tempo und witzigen Einfällen. Das Geschehen spielt sich in drei verschiedenen Szenenbildern ab, die dank geschickt eingesetzter Vorhänge in Sekundenschnelle gewechselt werden können. So wird die kleine Bühne beim Steffelwirt in Biburg abwechselnd zum Tante-Emma-Laden, zur Kirche und zum Vereinsheim des katholischen Frauenbunds, dessen Vorsitzende alsbald misstrauisch wird...

Kein Zweifel, das Stück steht und fällt mit den drei Hauptfiguren, und die füllen mit Bravour ihre Rollen aus. Doch auch die übrigenden Mitwirkenden spielen mit Herzblut: die hochmoralische Bürgermeistersgattin, der relaxte Biobauer, der Pfarrer, der Banker und der alte Ehemann – zusammen bescherten sie dem Publikum bei der restlos ausverkauften Premiere einen Theaterabend auf Profi-Niveau.

Weitere Aufführungstermine sind – außer am Osterwochenende – jeweils Freitag, Samstag und Sonntag bis einschließlich 17. April. (os)

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