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Alles elektrisch: Oliver Schwarz von der Emmeringer Firma Heizungsbau hat einen Solar-Carport, einen Tesla und sogar ein E-Motorrad. Diese Art der Mobilität ist die Zukunft – davon ist Schwarz überzeugt.

Nutzer erzählen von ihren Erfahrungen

E-Autos – viel mehr als Zukunftsmusik

Landkreis - Über 150 000 Autos sind im Landkreis zugelassen. Gerade mal 92 davon sind reine Elektrofahrzeuge. Verfechter des E-Autos versprechen der Technologie aber eine wahrhaft elektrisierende Zukunft.

„Im Jahr 2025 werden wir über die Verbrennungsmotoren im Auto nur noch lächeln“, prognostiziert Oliver Schwarz. Der Inhaber der Firma Emmeringer Heizungsbau ist seit Jahren im Energiewendeverein Ziel 21 aktiv – und er ist ein erklärter Fan der elektrischen Mobilität. Beruflich und privat. Privat dreht Schwarz seine Runden gerne auf einem Elektro-Motorrad. In seiner Firma sind sowohl der Tesla als auch der E-Up Golf unterwegs. Gerade der Tesla mit seiner großen Reichweite und der hervorragenden technischen Ausstattung hat es Schwarz angetan.

Klar, das Auto war mit 80 000 Euro Anschaffungspreis ziemlich teuer. Demgegenüber aber stünden diverse Vorteile: hohe zu erwartende Kilometerleistung, kaum Wartung. Weitere Vorzüge seien etwa die kostenlosen Tankstellen, die Schwarz aber im Prinzip gar nicht braucht. Denn er betankt sein Auto daheim. Er hat Photovoltaik auf dem Carport, eine Batterie zum Speichern des erzeugten Stroms und er betreibt mit Erdgas ein kleines Blockkraftwerk.

Deutlich über 400 Kilometer weit kommt Schwarz mit dem Tesla. Dann dauert es an einer der Ladestationen 20 Minuten bis 80 Prozent des Tanks wieder voll sind. Schwarz: „Gerade mal eine Kaffeepause. Nach 400 Kilometern am Steuer schadet die eh nichts.“ Er ist sicher: Die Kosten für E-Autos, die im Moment künstlich hochgehalten würden, werden sinken. Die E-Mobilität werde sich durchsetzen.

Doch wo soll all der Strom herkommen? Das sieht Alexa Zierl vom Energiewendeverein entspannt. 30 Prozent des bisherigen Verbrauchs könne man einsparen. Mit dem Ausbau von Photovoltaik gerade auf Häuserdächern sei bilanziell erzeugbar, was gebraucht wird. Dazu kommen die Möglichkeiten der Windkraft, die auch in der Region nicht ausgeschöpft seien. „Wir könnten mehr Strom erzeugen, als wir brauchen.“ Das Winter-Problem sei mit einer Kombination aus Windkraft und Blockheizkraftwerken zu lösen. Auch Zierl ist von der Zukunft der E-Mobilität überzeugt. Spätestens nach dem VW-Skandal müssten sich die Autobauer eingestehen, dass sie das CO2-Problem mit Diesel nicht in den Griff bekämen. „Damit werden die Preise für E-Autos sinken.“

Auch bei den Brucker Stadtwerken ist ein E-Golf unterwegs. Damit ist man sehr zufrieden, sagt Geschäftsführer Enno W. Steffens. Das Auto sei sehr leise und hat eine Reichweite von 160 Kilometern. Tanken können die Stadtwerke direkt an ihrem Standort an der Bullachstraße: Hier gibt es eine Stromtankstelle, an der man wesentlich schneller tanken kann, als daheim.

Insgesamt gibt es aber nur wenige solcher Stationen in der Region – und da ist der Strom in der Regel auch teurer, als der aus der heimischen Steckdose. Die Zahl werde mit der Menge der E-Autos wachsen, ist Oliver Schwarz überzeugt. Das glaubt auch Stadtwerke-Chef Steffens, der vom Henne-Ei-Problem spricht: Wenn es mehr E-Autos gäbe, gäbe es auch mehr E-Tanken – und umgekehrt.

Den Twizzy, der vor einigen Jahren auf den Markt kam und immer wieder als positives Beispiel angeführt wurde, beurteilen Beobachter heute eher skeptisch. Schwarz hat ihn gefahren – auch im Winter. Wegen der fehlenden Heizung saß er mit Mütze und Schal drin. „Das war grenzwertig. Der Twizzy hat bei mir nur ein Jahr durchgehalten. Ich wollte ganz umsatteln oder gar nicht.“

Bei der Schöngeisinger Firma Stumbaum tauchte bald das Problem der geringen Reichweite auf. Mitarbeiter hatten Angst, liegen zu bleiben, erzählt Chef Markus Stumbaum. Heute werde aber in der Münchner Niederlassung erfolgreich ein E-Auto benutzt.

Das Landratsamt hat auch ein E-Auto, das Landrat Thomas Karmasin einige Male selbst gefahren hat. Ein etwas kurios anmutendes Problem: Wenn Mitarbeiter das Behörden-Auto privat nutzen, dann ist das steuerlich wesentlich teurer, als wenn sie mit einem Dienst-Benziner fahren.

 

Örtliche Vertreter in Vorreiterrolle

Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck sind Mitglied beim Ladesäulenverbund ladenetz.de – im Internet gibt es unter dieser Adresse eine Tankstellen-Übersicht. Geschäftsführer Enno W. Steffens sieht die Stadtwerke durchaus in einer Vorreiterrolle. „Wenn, dann wir.“ Allerdings müsse man auch wissen: „Im Grunde hat jeder die Tankstelle bei sich daheim.“ Das zentrale Problem seien immer noch die langen Ladezeiten.

Unabhängig von den Stadtwerken hat unlängst die Firma Proton Motor Fuel Cell (PM) GmbH auf ihrem Gelände an der Puchheimer Benzstraße eine Ladesäule aufgestellt. Im Bereich der KommEnergie ist dies die vierte. Getankt werden kann bisher Am Grünen Markt in Puchheim, am Hauptplatz in Eichenau und in der Industriestraße in Gröbenzell. Genutzt werden kann die neue Säule mit einer Ladekarte der KommEnergie. Der PM-Geschäftsführer hielte es für hilfreich, könnte man an den Säulen mit EC-Karte bezahlen.

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