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Am Sonntag drehte sich in Egenhofen alles um Thomas Weinzierl (Mitte). Der Neupfarrer zelebrierte dort seine Primiz, links in Tracht: Seine Eltern.

Neupriester begeht erste Messe

2000 Gläubige begleiten Pfarrer bei Primiz

Egenhofen - Welch ein Festtag für Egenhofen: Fast 2000 Gäste waren dabei, als Neupriester Thomas Weinzierl Primiz in seinem Heimatort feierte.

Die Messe, der prächtige Festumzug und die Feier im Zelt waren perfekt organisiert. Und auch das Wetter spielte mit.

„Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückschaut, taugt für das Reich Gottes“ – unter dieses „radikale“ biblische Motto, wie er selbst sagte, hatte Thomas Weinzierl seinen Primiztag gestellt. Deshalb wünschte Ortspfarrer Josef Heiß seinem jungen Kollegen bei der Begrüßung die Kraft, die Hand immer fest am Pflug zu halten uns segensreich zu wirken. Und Festprediger Pater Lukas Wirth vom Kloster Scheyern ergänzte: In der künftigen Seelsorge werde Weinzierl „ackern und anpacken und viel Neuland unter seinen Pflug nehmen.“

Trotz aller Herausforderungen, der sich die Kirche heute gegenüber sehe, sei eine Primiz immer zeitgemäß, wenn aus der Freude und Begeisterung dieses Festtages ein dauerhaftes Miteinander im Glauben erwachse. Weinzierl habe sich „in den Dienst nehmen lassen von Gott“ und habe die Anfrage Gottes mit seinem ganzen Leben beantwortet.“ Und er könne dankbar und stolz auf das sein, was die Organisatoren „Großartiges auf die Beine gestellt haben.“

Diese Dankbarkeit brachte Thomas Weinzierl am Ende des feierlichen und musikalisch eindrucksvollen Gottesdienstes zum Ausdruck. Er überreichte Ortspfarrer Josef Heiß und der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Petra Sigrist, stellvertretend für das gesamte Organisationsteam, eine eigens angefertigten Erinnerungsmedaille, bevor er den allgemeinen Primizsegen spendete. Danach setzte sich der Festzug mit zwei Blaskapellen aus Unterscheinbach und Sittenbach und rund 35 Fahnenabordnungen in Bewegung in Richtung Festzelt.

Bilder von der Primiz in Egenhofen - ein Riesen-Festtag

„Ein beeindruckendes Erlebnis“, fasste Bürgermeister Josef Nefele die Feier zusammen. Er selbst hatte Weinzierl bereits bei der Diakon- und Priesterweihe begleitet, doch die Primiz sei die Krönung. „Es ist wunderschön, da als Bürgermeister dabei zu sein.“ Dem Primizianten, den Nefele als „lebensfrohen Menschen“ bezeichnet, hat er deshalb auch ein ganz persönliches Geschenk überreicht: eine so genannte Verseh-Garnitur, die von Priestern bei der Krankensalbung eingesetzt wird. Zudem sprach Nefele den etwa 150 Helfern und Organisatoren ein Riesen-Lob aus: „Die Dorfgemeinschaft und der Primizausschuss haben eine tolle Leistung vollbracht.“

Zwei, die den Festtag als Mitglied der Primiz-AG seit anderthalb Jahren mit geplant hatten, sind Oskar Jandl und Markus Gschwandtner. „Das war eine logistische Herausforderung. Vor allem der Aufbau des Zelts“, so Gschwandtner. „Das geht nur, wenn die örtlichen Firmen ihre Maschinen zur Verfügung stellen.“

Doch nicht nur die Hilfe der eigenen Bürger sei nötig gewesen, ergänzt Jandl. „Viele Leute aus dem Pfarrverband Glonnauer Land haben geholfen.“ Natürlich, erzählen die beiden, sei die Anspannung immer größer geworden, je näher das Ereignis rückte. „Doch es hat alles super geklappt.“ Dem Neupriester wünschen sie, „dass er Spaß an seinem Beruf hat und die Leute mit seiner Berufung und seinem Wesen glücklich macht.“

Zum Abschluss findet heute Abend eine große Dankvesper mit dem so genannten Einzel-Primizsegen statt, die Weinzierl seinem Namenspatron, dem Heiligen Apostel Thomas, widmet.

Das sagte der Neupriester nach seiner Primiz:

Herr Weinzierl, wie haben Sie sich bei ihrer allerersten Messe als Hauptzelebrant gefühlt? Waren Sie sehr aufgeregt?

Thomas Weinzierl: Ich war schon sehr nervös, aber es hat alles geklappt und das Wetter hat auch mitgespielt.

Wenn Sie sehen, was ihr Heimatort und der Primizausschuss auf die Beine gestellt hat – was bedeutet Ihnen das?

Ich empfinde einfach nur Freude und bis so stolz. Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen.

Sie haben sich kurz vor der Priesterweihe noch einmal zu Exerzitien zurückgezogen. Haben Sie diese innere Einkehr gebraucht? 

Das war sehr wichtig, um noch einmal runterzukommen. Die Organisation im Vorfeld war doch sehr stressig.

Bereits einige Tage vor der Primiz haben Sie Ihre erste Predigt als Priester über Güte und Vergebung gehalten. Sind Ihnen diese Begriffe besonders wichtig?

Wir haben aktuell das Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das unser Papst ausgerufen hat. Vor allem deshalb habe ich diese Begriffe in den Vordergrund gestellt.

Sie stehen nun am Anfang Ihrer Priesterzeit. Was wollen Sie als Geistlicher vor allem bewirken?

Ich will die Frohe Botschaft in allen Lebenslagen zu den Menschen bringen: von der Taufe bis zur Totenbahre.

von Sebastian Öl

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