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Die Rejetnicks: Die Band von Jan Stefan (v.l.), Matthias Schädle und Kevin Forster überzeugte beim „Supertalent“ – selbst den überkritischen Dieter Bohlen. 

Eichenauer und seine Band auf der großen TV-Bühne

Völlig unverhofft beim Supertalent

Eichenau – Beworben hatten sie sich nicht beim „Supertalent“. Trotzdem standen der Eichenauer Jan Stefan mit seinen Mitstreitern Kevin Forster und Matthias Schädle plötzlich auf der Bühne der RTL-Show. Schuld daran ist der Beruf der drei.

Das Trio staunte nicht schlecht, als vor einigen Wochen das Telefon klingelte und sich das Produktionsteam der RTL-Show „Das Supertalent“ meldete. Wie es dazu kam? „Gute Frage“, Matthias Schädle. „Das wissen wir heute noch nicht.“ Der 33-Jährige spielt gemeinsam mit Jan Stefan (31) und Kevin Forster (24) in der Band „The Rejetnicks“. Stefan, der bei den Rejetnicks nicht nur Hut trägt, sondern auch den Bass spielt, vermutet: „Vielleicht haben die im Internet rumgeschaut, in Facebook oder so.“

Wie auch immer die Talent-Show auf die junge Band aufmerksam wurde, dass sie es auch in die Show schafften, verdankten die drei Rejetnicks ihrem Beruf. Stefan und Schädle sind Polizeibeamte beim Landeskriminalamt in München, Forster bei der Polizeiinspektion in Kaufbeuren. „Als wir sagten, dass wir

alle drei Polizisten sind, waren die vom Team Feuer und Flamme“, erzählt Gitarrist Schädle.

Eigentlich hätten sie ihren Auftritt dann sogar in kompletter Polizei-Uniform absolvieren sollen. „Aber da haben wir uns dann durchgesetzt“, berichtet der Gitarrist. Denn die drei haben quasi schon eine Bühnenuniform, die aber nichts mit ihrem Beruf zu tun hat.

Mit dem Kinks-Klassiker „You really got me“ hat das Trio, das sich schon lange vor der Polizeikarriere kannte, die Jury mit Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Victoria Swarovski auf seine Seite gerissen. Und dem Outfit der 1960er-Jahre-Superstars haben die Rejetnicks auch ihre Bühnenbekleidung nachempfunden. „Die Plattensammlung meines Vaters ist daran schuld“, sagt Schädle über die Begeisterung für die Oldies.

Bei ihren Auftritten greift das im Jahr 2010 gegründete Trio aber eher selten auf das Repertoire von 1960er-Jahre-Bands zurück. „Überwiegend spielen wir eigene Songs“, sagt Forster. „Beim Supertalent haben sie uns aber empfohlen, etwas Bekanntes zu spielen“, ergänzt Stefan. Mit „You really got me“ landeten sie bei der Jury dann auch einen Volltreffer.

Dabei stand gar nicht von Anfang an fest, ob die drei jungen Musiker die Einladung zu der Talent-Show überhaupt annehmen würden. Schließlich geht Bohlen nicht gerade zimperlich mit Acts um, die ihm nicht gefallen. „Das war schon auch ein Thema bei uns, ob wir uns dadurch nicht womöglich unseren Ruf ruinieren“, sagt Schädle. „Dann haben wir aber festgestellt, dass wir überhaupt keinen Ruf haben, also machten wir den Spaß mit.“

Der Spaß brachte ihnen letztlich nicht nur einen Auftritt unter „absolut professionellen Bedingungen“ ein, so Stefan. Auch die drei Ja-Stimmen und jede Menge positive Kommentare von Bohlen, Darnell und Swarovski waren dem Eichenauer und seinen Bandkollegen sicher.

Wie es nun weitergeht, wissen sie aber selbst noch nicht so genau. Das Finale der Show wird im Dezember stattfinden. Ob sie dazu eingeladen werden, wird sich wohl eher kurzfristig entscheiden. „Ich schau schon täglich aufs Handy, ob eine Kölner Nummer angerufen hat“, sagt Schädle.

Aber selbst wenn es nicht fürs Finale reicht (Schädle: „Das wäre wie ein Sechser im Lotto“), so hoffen die Rejetnicks, dass ihr begeisternder Auftritt beim Supertalent ihren Bekanntheitsgrad etwas steigert. „Wir wünschen uns mehr Auftrittsmöglichkeiten“, sagt Stefan. Gerade im Heimatlandkreis des Eichenauers gebe es viele schöne Lokalitäten zum Spielen. „In die kommt man aber ohne Beziehungen kaum rein.“ Aber was für Bohlen gut genug ist, kann für den Brucker Landkreis wohl kaum zu schlecht sein. 

von Andreas Daschner

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