Die sächsische Schweiz ist die zweite Heimat von Thea Lehmann. Die Landschaft mit den senkrechten Felswänden und Wänden gibt eine grandiose Kulisse für Kommissar Leo Reisinger ab. Dieser stammt ursprünglich aus Mammendorf, weil Lehmann den Namen so nett fand. Foto: tb

Eichenauerin schreibt Regionalkrimi

Eichenau – „Dunkeltage im Elbsandstein“: So heißt der zweite Krimi aus der Feder von Thea Lehmann. Der Anstoß für die Eichenauerin zum Schreiben kam von einer sächsischen Buchhändlerin, die sich über mangelnde Regionalkrimis beschwerte.

Ihren ersten Roman schrieb sie mit neun. „Teddys Flug zum Mond“ hieß er, war inspiriert von der Mondlandung der Amerikaner und füllte ein ganzes Schulheft. „Ganz nett“ fand das die Erwachsenen-Welt. Niemand kam damals auf die Idee, dass es hier vielleicht ein literarisches Talent zu fördern gab. Und so dauerte es über vier Jahrzehnte, bis Thea Lehmann zum Bücherschreiben zurückfand. Aber jetzt läuft es. Gerade hat sie ihren zweiten Krimi „Dunkeltage im Elbsandstein“ veröffentlicht.

Den Impuls gab eine Buchhändlerin in der sächsischen Schweiz. An einem verregneten Herbsttag stand Thea Lehmann im Laden und suchte erfolglos nach unterhaltsamem Lesestoff über die Gegend. „Jede Ecke in Deutschland hat schon ihren Regionalkrimi“, beklagte sich die Buchhändlerin in breitem Sächsisch. „Nur wir ham keen.“ Thea Lehmann fuhr nach Hause und dachte sich: Das probierst du jetzt einfach.

Die sächsische Schweiz ist für die 56-Jährige aus Eichenau seit Jahren die zweite Heimat. Ihr Mann stammt von dort, ein altes Fachwerkhaus dient der Familie regelmäßig als Urlaubsdomizil. Und die Landschaft mit den bizarren Sandsteinformationen, den senkrechten Felswänden und Höhlen gibt eine grandiose Kulisse für die Mörderjagden des Mammendorfer Kommissars Leo Reisinger und seines Ermittlerteams ab.

Der Bayer in Sachsen – „das ist mein Blick auf die Leute und die Landschaft“, sagt die gebürtige Andechserin. Aus Mammendorf stammt er, „weil ich das vom Namen her so nett fand“. Reisinger darf als Neu-Dresdner die Gegend erkunden, darf über regionale Essgewohnheiten staunen, seine auswärtige Mentalität einbringen und für komische Momente sorgen, wenn er ein ganzes Buch lang nicht kapiert, dass der „Kuhstall“ ein Felsentor ist und kein landwirtschaftliches Gebäude.

Mit Recherchen über echte Polizeiarbeit hat sich die Autorin nicht groß belastet. „Realität und Krimi sind meilenweit voneinander entfernt“, sagt die Journalistin und PR-Expertin, die hauptberuflich ihr eigenes Pressebüro betreibt. „Man würde vor Langeweile umkommen, wenn man’s so beschreibt, wie es wirklich ist.“

In ihrem ersten Krimi „Tod im Kirnitzschtal“ sitzt eine Leiche in der Straßenbahn, im zweiten („Dunkeltage im Elbsandstein“) gerät der Kommissar selbst in einen Kampf auf Leben und Tod. Neben detaillierten Beschreibungen der Schauplätze verarbeitete Lehmann Erinnerungen ihrer Schwiegermutter an die DDR, ihr eigenes Wissen als leidenschaftliche Pilzsammlerin und aktuelle Probleme wie den massenweisen Schmuggel der Droge Crystal Meth aus Tschechien nach Sachsen.

Zeitkritische Abhandlungen sollen ihre Bücher aber nicht sein. „Ich bekenne mich absolut dazu, dass ich Unterhaltungsliteratur schreibe. Meine Krimis sollen lustig sein, und jeder soll danach gut schlafen können“, sagt die Mutter einer 16-jährigen Tochter. Sie mag den Humor ihres Garmischer Kollegen Jörg Maurer und die Taunus-Krimis von Nele Neuhaus, die sie kürzlich in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse erlebt hat und „total sympathisch“ fand. „Sie hat ihre ersten 500 Bücher im Eigenverlag hergestellt und aus der Garage an Freunde verkauft.“

Die kleinen Brötchen, die man als Autor am Anfang backt, kennt Thea Lehmann nur zu gut. Auch ihr sagten alle großen Verlage zunächst ab. Ullstein wollte ihren ersten Krimi immerhin ins E-Book-Programm aufnehmen, doch das schien der Eichenauerin der falsche Weg zu sein. Sie glaubt, dass ihre Geschichten ein älteres Publikum ansprechen, das ein Buch noch gern in der Hand hält. Sie landete bei einem Vier-Frauen-Verlag, der zur Sächsischen Zeitung gehört und auf regionale Themen spezialisiert ist. Inzwischen ist bereits der dritte Krimi in Arbeit. „Da bin ich aber noch in der Recherche- und Überlegens-Phase.“ (os)

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