In Eichenau

Grüne: Höhere Hürden beim Bau im Hochwasser-Gebiet

Eichenau – Das 100-jährige Hochwasser ist in den Köpfen der Eichenauer präsent – vor allem, wenn starke Regenfälle den Starzelbach ansteigen lassen, so wie in den letzten Wochen.

Weite Teile des Gemeindegebietes würden davon betroffen, wie eine Neuberechnung bereits im vergangenen Jahr ergeben hatte. In einem Antrag wollten nun die Grünen erreichen, dass die Hürden für bauliche Vorhaben in Überschwemmungsgebieten oder Ausgleichsflächen höher gehängt werden. Dies lehnte der Gemeinderat aber mit deutlicher Mehrheit ab. Die Verwaltung hatte darauf hingewiesen, dass Bauherren sowieso auf wasserrechtliche Belange aufmerksam gemacht werden, wenn ein Grundstück in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegt.

Zum Ausgleich von Retentionsraumverlusten, wie er etwa durch den Bau des Edekamarktes entsteht, will die Gemeinde auf Höhe des Badesees eine Geländevertiefung anlegen. Diese fasst rund 700 Kubikmeter. Dem stimmte der Rat zwar einstimmig zu, doch als ausreichend befanden die Kommunalpolitiker das nicht. „Es sind Pseudo-Retentionsflächen. Die beruhigen nur unser bürokratisches Gewissen“, sagte beispielsweise Andreas Zerbes (SPD). Wenn es zu lange und zu heftig regne, stehe man sehr schnell auf verlorenem Posten, ergänzte Sicherheitsreferent Sepp Spiess (CSU).

Dass es wegen des hohen Grundwasserspiegels zudem regelmäßig überflutete Keller gebe, hat laut Andreas Knipping (SPD) seine Ursachen auch im veränderten Verhalten von Bauherren: „Heute baut man selbst dort, wo man früher aus der Erfahrung heraus selbstverständlich nicht gebaut hat.“ Das solle man wieder stärker in Betracht ziehen.

Außerdem forderten die Grünen, die Einberufung einer Sonderbürgerversammlung zum Thema Hochwasser. Das lehnte der Gemeinderat aber ebenfalls ab. Zwar wies Zerbes darauf hin, dass genügend Leute Ängste hätten und informiert werden sollten. Bürgermeister Hubert Jung entgegnete aber, der Aufklärungspflicht der Gemeinde sei durch die jährliche Bürgerversammlung Genüge getan. Die Bauverwaltung informiere individuell, zudem werde demnächst ein Bauherren-Leitfaden auf der Gemeinde-Homepage veröffentlicht, so Jung weiter.

Weitgehend einig war man sich darüber, dass nachhaltig wirksame Maßnahmen nur in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden umgesetzt werden können. Die Neuberechnungen der Überschwemmungsgebiete aus dem letzten Jahr hatten den Ascher-, Gröben- und Starzelbach zusammengefasst. Zu den davon betroffenen Gemeinden zählen Alling, Eichenau, Gröbenzell, Puchheim und Olching.  hk

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