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Glückwünsche vom Verlierer: Nach der Ergebnisbekanntgabe im Eichenauer Rathaus war Mitbewerber Dirk Flechsig von der CSU (r.) einer der ersten, der Peter Münster (FDP) zu seinem Wahlerfolg gratulierte.

Wahlnachlese

Peter Münster: So kam es zum klaren Sieg

Eichenau  - Der neue Bürgermeister von Eichenau heißt Peter Münster. Der FDP-Mann konnte sich in der Stichwahl klar gegen Mitbewerber Dirk Flechsig (CSU) durchsetzen. Wie er das geschafft hat  und wer für ihn in den Rat aufrücken könnte - wir haben's zusammengetragen.

Ja, das Ergebnis der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in der 12 000-Seelengemeinde fiel wesentlich eindeutiger aus, als erwartet. Nur in einem einzigen Stimmkreis gelang es CSU-Kandidat Dirk Flechsig seinen Kontrahenten zu überflügeln – im Südosten Eichenaus, wo Flechsig wohnt. Gleichzeitig weist dieser Stimmbezirk mit 26,67 Prozent die zweitniedrigste Wahlbeteiligung aus. Alle anderen Stimmbezirke, einschließlich der Briefwähler, konnte Münster für sich begeistern. Besonders stark war sein Anteil mit 60,42 Prozent im Norden Eichenaus.

Insgesamt aber war die Wahlbeteiligung am Tag der Stichwahl bedenklich niedrig. Nur 49,6 Prozent der 9620 Wahlberechtigten Eichenauer gaben ihre Stimme ab. Ohne die vielen Briefwähler – insgesamt 1650 Eichenauer entschieden sich dafür, ihr Kreuzerl bereits im Vorfeld und daheim zu machen – wäre die Wahlbeteiligung bei nur 32,46 Prozent gelegen. Lediglich knapp über 3100 Bürger fanden am Sonntag den Weg zur Urne in den Wahllokalen.

Die Aufholjagd, die der ab 1. September amtierende Peter Münster gestartet hatte, beeindruckte. „Das hatte ich knapper erwartet“, gestand Gertrud Merkert (SPD). Eine Meinung, die Sebastian Niedermeier (Freie Wähler) teilte. Er sei überrascht, dass der CSU-Kandidat so klar überholt worden sei. Nach Niedermeiers Auffassung hat sich Flechsig mit seiner Briefkampagne keinen Gefallen getan: „Persönliche Angriffe kommen immer negativ beim Wähler an“, erklärte der Bürgermeister von 1980 bis 1998.

Zur Erinnerung: Wenige Tage vor der Stichwahl hatte Dirk Flechsig Flyer verteilt, auf denen er seinen Mitbewerber kritisierte. Darin stellte er Münsters Meinung zu den Themen Nachverdichtung und Ortsumfahrung Olching in Frage. Außerdem bemängelte er Münsters Präsenz im Gemeinderat. Das kam nicht nur bei Peter Münster selbst schlecht an. Flechsig sah das Ganze aber nicht als Angriffe, sondern lediglich als Zusammenfassung von Tatsachen, er habe lediglich versucht, die Standpunkte, die ihn und Münster unterscheiden, darzustellen.

Weil sie Münster bei der Stichwahl unterstützt haben, erwarten die Grünen in Zukunft mehr Kooperation. Christine Ganzhorn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, betonte: „Der, der führt, trägt schon etwas zum Klima bei.“ Dass die Aussagen zugunsten Münsters etwas bewirkt haben, sieht auch Grünen-Ortssprecher Albert Hartl. „Die Art, wie Münster Gemeinderatsarbeit versteht, imponiert.“ Hartl erwartet vom künftigen Rathauschef, dass er für Bürgerbeteiligungen ein offeneres Ohr habe. Bei den Grünen hoffe man, dass bei Projekten künftig die Kompetenzen eher im Ort gesucht werden. „Die CSU setzt immer gleich auf externe Berater“, so Hartl.

Die CSU will dagegen den Unterstützern Münsters genau auf die Finger sehen. Als Beispiel nannte Dritter Bürgermeister Josef Spiess die Olchinger Umfahrung. Es werde interessant sein, wie Münster als Befürworter und die Freien Wähler sowie die Grünen als deren Gegner aufeinander zugehen. Von personellen Konsequenzen wollte Spiess nicht sprechen. „Erst einmal wird analysiert.“ Am Wahlkampf jedenfalls könne es nicht gelegen haben. Man habe immer erklärt, die Kandidaten lägen zu nahe beieinander. „Nun haben wir Profil gezeigt, und es wird wieder kritisiert“, so Spiess.

Welcher Liberale nun ab dem 1. September in den Gemeinderat aufrücken wird, ist parteiintern noch nicht geklärt. Dem Ergebnis der Gemeinderatswahl von 2014 nach wäre Münsters Ehefrau Hannelore die erste Nachrückerin. Allerdings zeigte Ulrich Bode, bei der Kommunalwahl 2014 nur zwei Stimmen hinter Hannelore Münster, Interesse am Gemeinderatsmandat. „Wir werden intern beraten“, so der künftige Bürgermeister.

Bis spätestens zu Beginn der kommenden Woche werde eine Entscheidung getroffen. Bode und Hannelore Münster sind sich einig, dass der Wahlsieg kein Erfolg der Partei, sondern der persönliche von Peter Münster gewesen ist.

von Hans Kürzl

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