Tanzen verbindet – in vielerlei Hinsicht

Eichenau - Der Tanzsportclub (TSC) Eichenau hat sich das Ziel gesetzt, den Spaß am Tanzen zu vermitteln. Hier steht nicht der Leistungssport im Vordergrund, sondern das Freizeitvergnügen. Mit seinem Herbstball, will der TSC auch über die Vereinsgrenzen hinaus die Menschen für das Hobby Tanzen begeistern.

Am Wochenende waren die Eichenauer wieder eingeladen, ihre Beweglichkeit, ihr musikalisches Gehör und ihr Rhythmusgefühl zu testen. Die Tanzball erprobte Turnierband „Charly’s Band“ gab den Takt vor, als sich die rund 130 Gäste aufs Parkett der Friesenhalle wagten – darunter natürlich auch viele Tanzpaare des TSC.

Rund 80 Mitglieder zählt der Tanzsportclub, jeweils 40 Frauen und Männer. Singles sind bei den Übungsabenden des Vereins erst einmal außen vor, doch sie haben eine gute Chance auch einmal zum Zug zu kommen. „Man kann sich auf unserer Homepage eintragen lassen, wenn man einen Tanzpartner sucht“, erklärt die TSC-Vorsitzende Lydia Fluck.

Allerdings haben die Eichenauer wie viele andere Tanzsportclubs und Showtanzgruppen von Faschingsvereinen mit einem Mangel an bewegungsfreudigen Männern zu kämpfen. „Es ist schwieriger einen Mann zu finden als eine Frau“, bestätigt TSC-Schatzmeister Günther Jensen. Dabei sei Tanzen eine gute Möglichkeit zum Anbandeln, zumindest zum Kennenlernen. „Ein Mann, der Tanzen kann, ist bei Frauen meistens sehr begehrt“, glaubt Jensen. „Schade, dass das viele Männer immer noch nicht begriffen haben.“ Vielleicht, so sinniert der Schatzmeister, liege das auch daran, dass man sich ab und zu für einen Ball in Schale werfen müsse. Dabei sei schick ausgehen ein Genuss für Auge und Seele.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei vielen Bällen die Frauen auf der Tanzfläche oft in der Überzahl sind und auch miteinander tanzen. „Das kommt mittlerweile oft vor“, sagt Fluck. Für sie selber kommt das überhaupt nicht in Frage. „Ich habe noch nie mit einer Frau getanzt. Und wenn das noch so üblich ist, ich werde es auch künftig nicht tun.“

Für den Herbstball hat der TSC ebenfalls seine Grundsätze – zum Beispiel, dass nur eine gewisse Anzahl an Tanzpaaren in den Saal der Friesenhalle kommt. „Denn für die Tanzpaare muss Platz sein“, erklärt die Vorsitzende. Die Mitglieder seien zwar nur Hobbytänzer, aber sie sollten die Begeisterung an der Bewegung ausleben können. „Wenn ich meinen Partner im Gedränge nur über die Tanzfläche schiebe, macht das keinen Spaß.“ Nur wenn Platz sei, komme Freude auf.

Für Freude sorgte bei den Herbstball-Gästen auch der Überraschungsauftritt der Rollstuhl-Gruppe des USC München. Die Einlage hatte Fluck bei einer Tagung des Bayerischen Landessportverbandes mit der Sportreferentin im Kreistag, Margit Quell, eingefädelt. Denn Quell, einst Europameisterin im Rollstuhltanz, leitet die Rollstuhlsportabteilung des USC.

So kam es auch zum Auftritt des erfolgreichen Turnierpaares Eva Birken-Spere und Johann Kaschuber. Das Paar hat es ebenfalls zum Europameistertitel im Rollstuhltanz gebracht. Weltweit müssen sie sich der Konkurrenz von 200 Paaren stellen. Vor allem die Teilnehmer aus Russland und Asien sind stark. „Das ist schon professionell, was dort geboten wird. Hier muss man oft noch um Unterstützung kämpfen“, so Quell. Dabei sei Tanzen ein Stück Inklusion – beim USC engagiert man sich in diesem Bereich seit vier Jahrzehnten. „Wir haben mit der Gruppe schon Inklusion gestaltet, da hat man diesen Begriff noch gar nicht gekannt.“ (hk)

Der TSC Eichenau

besteht seit 1981 und versteht Tanzen als Hobby. Am Montag- und Dienstagabend werden insgesamt vier Übungsabende für Einsteiger und Fortgeschrittene angeboten, die von einem Trainer geleitet werden. Mehr Informationen rund um den Verein gibt es im Internet unter www.tsc-eichenau.de.

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