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Mehr als nur Freunde? Antonio (Oliver Kraus, r.) hat Sebastian (Moritz Waldmann) das Leben gerettet.

Max-Born-Gymnasium

Eine Schule vor ihrem großen Auftritt

Germering - In wenigen Wochen beginnen die Abiturprüfungen. Aber bevor es soweit ist, müssen die Schüler des Max-Born-Gymnasiums eine ganz andere Feuerprobe bestehen.

Sie bringen Shakespeares „Was ihr wollt“ auf die Bühne. Die Proben laufen auf Hochtouren – das Tagblatt war dabei.

Germering – Auf der Bühne: Malvolino (Moritz Rath) sitzt am Tisch. Er ist verzweifelt. Seine unerfüllte Liebe zu Olivia macht ihn krank. Und jetzt wurde er auch noch eingesperrt und als verlogener Wahnsinniger beschimpft. „Bitte glauben Sie mir, ich bin nicht verrückt. Lasst mich raus, lasst mich raus!“, schreit er und hämmert mit der Faust auf die Tischplatte.

Sir Toby, der ihn eingekerkert hat, um den Störenfried im Kampf um Olivias Herz aus dem Weg zu räumen, tritt auf. „Ich wollte, wir hätten diesen Streich schon hinter uns. Ich kann mir bei meiner Nichte jetzt nichts mehr erlauben“, sagt Toby mit fester, lauter Stimme. Er ist von Kopf bis Fuß in weiß gekleidet und steht herrisch am Bühnenrand. Doch plötzlich löst sich seine Körperspannung und er sagt kopfschüttelnd in Richtung Regie: „So, weiter weiß ich nicht.“ Und auf einmal ist er nicht mehr der bestimmte Sir, sondern Abiturient Florian Daxer (17).

Die umschwärmte Olivia (Valentina Kreitner) lüftet ihren Schleier.

Noch ist der kleine Texthänger kein Problem – die beiden Souffleusen, die rechts und links an der Bühne sitzen, helfen aus. Noch spielen die Oberstufenschüler auf der Probebühne in Halle 4. Noch ist alles Spaß. Doch in genau einer Woche ist Premiere in der alten Turnhalle des Max-Born-Gymnasiums. Dann präsentieren die jungen Schauspieler vier Abende in Folge Shakespeares „Was ihr wollt“. Bis dahin aber wird alles sitzen. Denn die Schüler, die größtenteils zum allerersten Mal auf der Theaterbühne stehen werden, sind nicht nur talentiert, sondern vor allem engagiert.

„Sackkarre, wir brauchen an dieser Stelle unbedingt eine Sackkarre“, ruft Lehrerin und Regisseurin Christiane Adeli den Schauspielern zu, die gerade nicht dran sind. „Na looos, besorgt mal eine!“ Sofort springen zwei der beiden auf und eilen aus der Tür. „Frau Adeli ist wie ein General. Im positiven Sinne. Sonst würde hier nix laufen“, sagt Matthias Flohr (18), der den Orsino gibt, und grinst. Aber das Erfolgsrezept des Theaterprojektes lautet eigentlich so: Beim Oberstufentheater hilft die ganze Schule zusammen.

Wahrgenommen werden meist nur die, die auf der Bühne stehen. Neben den 17 Schauspielern vom Profilfach „Dramatisches Gestalten“ und Adelis Sportklassen, die Tänze einstudiert haben, trägt auch ein großes Technikteam zum Gelingen bei.

„Na looos“: Lehrerin und Regisseurin Christiane Adeli alias „der General“ hat ihre Schüler im Griff.

Außerdem gibt es zwei Kurse, die seit Monaten fleißig unter der Anleitung von Kunstlehrer Gerd Landemeyer an den Requisiten arbeiten. Aber auch auf die Details kommt es an. Mehrere Schüler haben zusammen ein aufwendiges, buntes Programmheft mit vielen interessanten Texten gestaltet, das so auch in einem professionellen Theater ausliegen könnte.

Die beiden Schüler sind zurück – mit der Schubkarre vom Hausmeister. Die tut’s vorerst auch. An diesem Nachmittag kurz vor den Aufführungen proben die Schüler querbeet vor allem die Szenen, die noch nicht so flüssig ablaufen. Seine Rolle hat mittlerweile jeder Darsteller verinnerlicht. Nun geht es um die Laufwege auf der Bühne, den Einsatz der Requisiten und natürlich das Spielen im endgültigen Kostüm.

„Jetzt im Endspurt übe ich ab und zu daheim vor dem Spiegel Mimik und Gestik“, erzählt Matthias Flohr. Er und vor allem Kollege Moritz Rath hängen sich beim Schauspielen besonders rein. Denn beide wollen nach dem Abitur weiterhin auf der Bühne stehen. Ernst nehmen das Schultheater aber alle Beteiligten. Bei der Probe wird schnell klar: Alle sind aus Spaß und Leidenschaft dabei. Das muss auch so sein, sagt Adeli. Sonst könne man so ein Riesenprojekt gleich vergessen.

Bei der Probe: Die jungen Schauspieler des Max-Born-Gymnasiums in ihren Kostümen auf der Übungsbühne.

Das Schöne am Schultheater: „Die Schüler lernen zusammen zu arbeiten und merken dabei schnell, dass Organisation und Kommunikation sehr wichtig sind.“ Das seien Dinge, die im normalen Unterricht oft zu kurz kommen.

Karten für das Theater

gibt es online auf www.mbg-germering.de, im Pausenverkauf und an der Abendkasse ab 18 Uhr. Aufführungen sind Montag, 1., bis Donnerstag, 4. Februar, täglich um 19 Uhr.

von Carolin Nuscheler

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