Mammendorf

Eine Viertel Million Euro fließt ins Wasserhaus

Mammendorf - Seit 27 Jahren ist das Mammendorfer Wasserhaus nun in Betrieb. Die Zeit ist nicht spurlos an dem Gebäude vorbeigegangen. Nun muss es saniert werden – für rund 250 000 Euro.

"Das Wasserhaus kennt keinen Feiertag: kein Weihnachten, kein Ostern – es lässt einfach keinen freien Tag zu“, sagte Rudolf Daubner. Er sorgt dafür, dass aus den Wasserhähnen in Mammendorf stets sauberes Wasser fließt. „Den Job habe ich sozusagen von meinem Vater geerbt“, erzählt der Sanitär- und Heizungsmeister, der in vierter Generation in der Gemeinde einen entsprechenden Familienbetrieb führt.

Zuvor hatte sein Vater Josef bis zu seinem Tod im Jahre 2007 über 25 Jahre als Wasserwart die Aufgabe wahrgenommen. Johann Thurner, damals noch Bürgermeister, habe ihn überredet, das Amt zu übernehmen und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, nicht nur im Familienbetrieb, sondern auch als Wasserwart der Gemeinde. „Da blieb mir wohl nichts anderes übrig“, meinte Rudolf Daubner, der sich nun seit 2007 jeden Vormittag gegen neun Uhr zum Wasserhaus in der Jesenwanger Straße aufmacht, um die Wasserstände zu kontrollieren und zu protokollieren.

„Ein unverhältnismäßig hoher Wasserverbrauch lässt so gleich auf einen Rohrbruch schließen“, so Daubner. Zu dem müssen zweimal pro Woche der Filter und alle 14 Tage der Oxidator gespült werden. Das derzeitige Wasserhaus wurde im September 1989 mit einem 200 Meter Tief- und zwei Flachbrunnen in Betrieb genommen, erinnert sich Rudolf Daubner. Das alte Wasserhaus auf der anderen Seite der Jesenwanger Straße war damals still gelegt worden. Aus dem am höchsten Punkt am Ortsausgang von Mammendorf gelegenen Wasserturm, der im Jahre 1960 zur Versorgung mit Trinkwasser gebaut wurde, wurden 1996 Wohnungen, nachdem die Gemeinde den Wasserturm verkaufte. Noch zu Lebzeiten seines Vaters Josef traten jedoch beim neuen Wasserhaus Nitratprobleme bei den beiden 15 Meter tiefen Flachbrunnen auf, erzählt Daubner. Das Ergebnis war, dass die Gemeinde die beiden Flachbrunnen stilllegte und sich im sogenannten Notverbund der Adelburggruppe anschloss. Die beiden Wasserkammern, die jeweils 700 Kubikmeter fassen, werden nun jeweils zu 50 Prozent mit dem Wasser aus dem Tiefbrunnen und zu 50 Prozent mit dem Wasser der Adelburggruppe vermischt.

Nachdem vor acht Jahren schon einmal die Technik der Pumpen auf den neuesten Stand umgebaut wurde, steht nun erneut eine Sanierung im Wasserhaus an. Ursprünglich hat die Gemeindeverwaltung dafür in ihrem Haushalt 422 000 Euro veranschlagt. Nach einer eingehenden Untersuchung durch ein Ingenieurbüro ergaben sich jedoch nur mehr Sanierungskosten in Höhe von etwa 250 000 Euro. Die Prüfung ergab, dass die vorhandene Innenbeschichtung der beiden Behälterkammern restlos entfernt werden muss. Geschädigte Stellen werden dabei mit Sand- oder Wasserstrahlen beseitigt. Danach wird die Beschichtung aus Zementmörtel wieder aufgebracht und geglättet. Die Filter der Aufbereitungsanlage machten zuletzt ein mehrfaches Rückspülen erforderlich, um die vorgeschriebenen Grenzwerte einzuhalten. Das deutet darauf hin, dass es schon zu stärkeren so genannten Verbackungen des Filtermaterials gekommen ist.

 Es könnten sich aber auch die Filterschichten vermischt haben, dann ist ebenfalls nur noch eine geringere Durchgängigkeit gegeben. Der alte Kompressor, der nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entspricht und auch nicht mehr die erforderliche Luftleistung für den Oxidator erbringt, muss ebenfalls ausgetauscht werden. Die Mammendorfer müssen jedoch keine Einschränkungen befürchten. „Die Wasserversorgung bleibt während der gesamten Sanierung gesichert“, teilt Bürgermeister Josef Heckl (BGM) mit. Und Rudolf Daubner beruhigt: „Das Mammendorfer Wasser wird regelmäßig durch ein Labor beprobt. Das ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die Gemeinde hat mit einem Labor einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Zwischenfälle hat es in der Wasserversorgung in Mammendorf gottseidank bisher noch keine gegeben. (dm)

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