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Sie wehren sich erneut: Die Eltern aus der Buchenau wollen nicht, dass ihre Kinder den Linienbus 840 nutzen müssen und kämpfen dafür, dass der Schulbus erhalten bleibt.

Sie sind sauer

Schulbus-Zoff: Elternprotest flammt neu auf

Fürstenfeldbruck - Die Kinder aus der Buchenau sollen künftig mit dem Linienbus in die Schule fahren. Bisher hatten sie ein extra Fahrzeug nur für sich. Jetzt laufen die Eltern Sturm. Schon vor zwei Jahren war die Änderung auf Grund von Protesten vom Stadtrat abgelehnt worden.

„Wir fühlen uns verarscht“, sagen Yvonne und Florian Richter. Die Eltern zweier Grundschüler aus der Buchenau hatten vor zwei Jahren schon mit Plakaten dagegen demonstriert, dass ihre Kinder künftig mit dem Linienbus zur Schule Nord fahren sollten. „Und jetzt wurde es klammheimlich im Ausschuss wieder besprochen, wir und auch die Rektorin wussten nichts davon.“

Vor genau zwei Jahren – kurz vor der Wahl – wollte das Rathaus eine Umstellung im Bussystem durchsetzen. Wegen des Protests der Eltern wurde der Vorschlag 2014 aber einstimmig abgelehnt. Jetzt kommt das selbe Thema wieder aufs Tapet: Die Kinder aus der Buchenau sollen mit dem 840er-Linienbus zur Schulen Nord gebracht werden. Momentan nutzen etwa 60 kleine Buchenauer – viele von ihnen sind Grundschüler – einen eigenen Schulbus, der sie an drei Haltestellen an der Senserbergstraße abholt und direkt zur Schule Nord bringt.

Kinder könnten verloren gehen

„Der Busfahrer wartet auch mal, wenn ein Kind zu spät ist und sagt den Kleinen, wann sie aussteigen müssen“, erklärt Yvonne Richter. Das sei vor allem für die Erstklässler wie ihren Sohn Linus (6) wichtig. Der Linienbus aber gabelt die Kinder nur an einer Haltestelle am Geschwister-Scholl-Platz auf. Zusätzlich fährt er einige Haltestellen zwischendrin an. „Was passiert, wenn ein Kind falsch aussteigt?“, sorgt sich die Mutter. Und auch, wenn die Kleinen den Bus verpassen, sitze sie als Mutter auf heißen Kohlen. „Woher soll ich wissen, ob Linus mit dem nächsten Bus kommt, oder ob ich ihn suchen muss?“, fragt sie. Und: „Muss ich meinen Kindern dann Handys kaufen?“ Außerdem sei der Bus schon jetzt proppenvoll.

Gemeinsam mit anderen Eltern aus der Buchenau will Familie Richter ihrer Sorge nun Ausdruck verleihen. „Wir werden kämpfen“, kündigt die Mutter an. Einige Eltern, unter ihnen viele, die sich 2014 schon beschwert hatten, haben sich zusammengeschlossen. Sie bastelten Plakate. „Bei der Stadt haben wir noch keinen erreicht“, sagt Richter. Aber eine Aktion sei schon in Planung.

Verweis auf die gesetzliche Vorschrift

Ein neuerlicher Beschluss wurde im Verkehrsausschuss noch nicht gefasst. Das Gremium beriet lediglich über das Thema und empfahl dem Stadtrat, in seiner nächsten Sitzung die Änderung abzusegnen.

 „Erfahrungsgemäß sind auch Grundschulkinder in der Lage, mit dem ÖPNV zu fahren, wie sich bei Verspätungen oder Ausfall einer Schulbusfahrt gezeigt hat“, schrieb die Verwaltung dazu in der Sitzungsvorlage. Mit der Änderung käme man lediglich den Vorschriften nach, erläuterte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne): „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der ÖPNV vorrangig benutzt wird.“ So werde es auch in anderen Stadtteilen von Bruck praktiziert.

Stadt könnte 36000 Euro sparen

Besprochen wurde das Thema, weil der Vertrag neu ausgeschrieben werden soll. Seit 2006 gibt es eine Vereinbarung mit dem Busunternehmen Enders. Das hatte ein Prüfer des kommunalen Prüfungsverbandes im Rathaus angemahnt. Bisher zahlt die Stadt rund 145 000 Euro im Jahr. Durch die Maßnahme würde sich das Rathaus rund 36 000 Euro im Jahr sparen, wie die Verwaltung ausrechnete. Jeder Schüler bekäme dann eine MVV-Monatskarte. Denn für Grund- und Mittelschüler hat die Stadt eine Beförderungspflicht. Sobald der Schulweg weiter als zwei beziehungsweise drei Kilometer ist, muss sie einspringen.

Dass ihnen nun Protest entgegenschlägt, hätten die Mitglieder des Ausschusses aber nicht erwartet. Noch in der Sitzung hieß es, es sei mit den Eltern gesprochen worden und es habe „keinen Widerspruch gegeben.“ Von Seiten der Mittelschule sei die Änderung sogar angeregt worden. Denn dort hatte es Probleme mit der Pünktlichkeit gegeben. 

Fabian Dilger und Verena Usleber

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