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Neugieriger Gast: Der Schwan sucht in der Nähe der Badegäste gern Brösel, die so abfallen. Ein wenig Scheu zeigt er dagegen vor Wasser. 

Ungewöhnlicher Gast 

Der Schwan vom Emmeringer See

Emmering - Viele Badegäste haben das Tier schon beobachtet. Laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist der Gast aber gar nicht so ungewöhnlich. 

Seit mehreren Wochen lebt ein Schwan am Emmeringer See. Und das Tier ist gar nicht scheu: Es kommt ungeniert auf Armlänge an Badegäste heran und pickt die Brösel auf, die so abfallen. Größere Unternehmungen macht er nur, wenn er Lust auf Klee hat. Dann wartet er am Feldweg, bis Fußgänger und Radler vorbei sind, und watschelt auf den Acker nebenan. Nur etwas wasserscheu scheint er zu sein: Im See selbst sieht man ihn nicht oft und wenn, dann meist nur im Nichtschwimmer-tiefen Wasser nahe des Ufers. 

Schwäne leben zwar nahe am Menschen, schätzen ihn aber nicht besonders. Sie können böse zischen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Eltern tun gut daran, ihre Kinder vor zu viel Zutraulichkeit zu warnen. Denn Schwäne können schmerzhaft zuschnappen. Normalerweise kennt man sie von größeren oder nicht ganz so frequentierten Wasserflächen. Und nicht von einem überlaufenen Badesee, wo es tagsüber nach Sonnenöl und abends nach Gegrilltem riecht. Beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) hält man den Gast aber nicht für so ungewöhnlich. Schwäne seien oft einzeln unterwegs und nervenstark genug, um sich unter Menschen zu bewegen, heißt es aus der LBV-Geschäftsstelle. Nur brütende Weibchen brauchen ein Nest, ansonsten reicht ein wenig Vegetation am Ufer für einen Schlafplatz. Die Wasserfläche muss nur groß genug sein, um starten und wegfliegen zu können.

Das übrigens scheint der Emmeringer Schwan vor kurzem versucht zu haben, als das sonst so ruhige Wesen plötzlich mit den Flügeln flatterte. Aber wahrscheinlich hat ihn nur ein großer Fisch erschreckt. Doch so kontaktfreudig der Schwan auch ist, er lässt sich nur ungern fotografieren. Er watschelt vor der Kamera davon ins Wasser und schwimmt weit hinaus. Zum ersten Mal seit wir ihn kennen.

von Olf Paschen

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